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«Ich bin eine Art Türöffnerin»

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Christine Jakob engagiert sich für das Projekt «Speranza 2000»

Autor: Von FADRINA HOFMANN

Christine Jakob aus Murten ist seit einigen Monaten «Networkerin» beim Projekt «Speranza 2000». Im Auftrag der Organisation kontaktiert und besucht sie Unternehmen, welche die Möglichkeiten hätten, Lehrlinge auszubilden. «Wir möchten potenzielle Lehrbetriebe dafür sensibilisieren, Schulabgängern mit schlechteren Noten eine Chance zu geben», so Christine Jakob. Dies will «Esperanza 2000» mit einer zweijährigen Anlehre und einem Attest realisieren. «Mit diesem Attest sollen die Jugendlichen danach eine normale Lehre anfangen können», erklärt die Networkerin.

Lehrlinge zu aufwendig?

Im Seebezirk sind über 300 Unternehmen berechtigt, Lehrlinge auszubilden. Nur 200 davon nehmen diese Funktion wahr. Viele Firmen und Geschäfte stellen nur noch einzelne Lehrlinge ein, und dies nicht mehr jährlich, sondern im Drei- oder Vierjahrestakt. Neue Firmen stellen oftmals gar keinen Antrag als Ausbildungsstätte. Zu hohe Anforderungen an die Lehrbetriebe und die Angst, zu viel in die Jugendlichen investieren zu müssen, sind laut Christine Jakob die Hauptmotive für diesen Trend. Besonders Realschulabgänger und Jugendliche mit ausländischen Namen haben zunehmend Mühe, überhaupt eine Lehrstelle zu finden. Aus diesem Grund hat Nationalrat Otto Ineichen das Projekt «Speranza 2000» ins Leben gerufen.

Auch Betriebe profitieren

In der ganzen Schweiz klopfen seit 2006 Networker an den Türen der Unternehmen an, um auf die Notlage der weniger begünstigten Jugendlichen aufmerksam zu machen. Seit Juli dieses Jahres engagiert sich auch Christine Jakob für das Projekt. «Wir sind das Verbindungsglied zwischen dem kantonalen Bildungsamt und den Betrieben», sagt sie. Die Murtnerin weist darauf hin, dass dank persönlichen Kontakten die Hemmschwelle für die Personalleiter kleiner sei, dieses Projekt in Augenschein zu nehmen.So war Christine Jakob beispielsweise bei der Firma Roland in Murten. Diese hat das Problem, dass die Lebensmitteltechnologen nach dreijähriger Lehre zu anderen Firmen abwandern oder sich weiterbilden. «Durch die zweijährige Anlehre gäbe es eine Möglichkeit, die jungen Leute länger im Betrieb zu halten», ist die Networkerin überzeugt. Mit diesem Beispiel möchte sie aufzeigen, dass auch die Betriebe von den Jugendlichen profitieren können.

Vorurteile abschaffen

«Schulabgänger mit miserablen Noten oder mit Realabschluss sind von vornherein gebrandmarkt», sagt Christine Jakob. Sie ist überzeugt, dass das Projekt «Speranza 2000» dabei hilft, Vorurteile abzubauen. «Die Anlehre ist eine Chance, in der Arbeitswelt Fuss zu fassen, zu reifen und nach zwei Jahren eine richtige Lehre anzupacken», meint die Networkerin. Mit dem Ausbildungsangebot werde der Gang zum Sozialamt weniger wahrscheinlich, die Jungen lungern nicht mehr auf den Strassen herum und erhalten eine Zukunftsperspektive. «Mit meinem Engagement bin ich eine Art Türöffnerin», so Christine Jakob.Die Networkerin hofft, mit dem Projekt nicht nur neue Stellen zu schaffen, sondern auch eigenständige Menschen zu formen und somit soziale Probleme einzudämmen. Ihrer Meinung nach müssen jedoch noch politische Anreize geschaffen werden, damit es für Betriebe interessant wird, Lehrlinge einzustellen. «Weniger Bürokratie, mehr Innovation – das wäre ein Lösungsansatz», meint Christine Jakob. Mit Vermittlungsstätten wie «Fribap» (die FN berichteten) werden nun erste Schritte in diese Richtung eingeleitet.

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