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«Ich bin eine Kämpferin»

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Es passierte am 16. November im Heimspiel des Bundesligisten MSV Duisburg gegen Jena. In der 88. Minute, nach einem Eckball, knickte das Knie von Gaëlle Thalmann beim Laufen weg. Die 28-jährige Torhüterin des MSV musste ausgewechselt werden. Einen Tag später dann die niederschmetternde Diagnose: Thalmann hatte sich einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen. Mindestens sechs Monate fällt die amtierende Freiburger Sportlerin des Jahres, deren Nachfolger am Freitag gewählt wird, damit aus.

Am 8. Juni 2015 bestreitet das Frauen-Nationalteam, das erstmals in der Geschichte des Schweizer Fussballs an einer Endrunde dabei ist, ihr erstes WM-Spiel in Kanada gegen Weltmeister Japan. Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ihre klare Nummer 1 dann im Tor der Schweizerinnen stehen wird. «Wir geben ihr jegliche Unterstützung, die sie braucht, und werden ihr so lange als möglich alle Türen offen behalten», sagte sie im November gegenüber dem Online-Portal «Frauenfussball-Magazin». Thalmann selbst setzt alles daran, damit sie in Kanada dabei sein kann.

 

 Gaëlle Thalmann, vor einem Monat haben Sie sich das Kreuzband gerissen. Wie geht es Ihnen heute?

Eigentlich ganz gut. Ich bin täglich in der Rehabilitation. Weil mein Knie fast nicht entzündet gewesen ist, wurde ich bereits drei Tage nach dem Kreuzbandriss operiert, obwohl das ein gewisses Risiko in sich birgt. Aber bis jetzt ist alles gut gegangen.

 

 Inwiefern können Sie das Knie schon wieder belasten?

Das Knie muss alles wieder neu erlernen. Mit einem Sportwissenschaftler führe ich spezifische Übungen für den Muskelaufbau und die Koordination aus. Zudem wird das Knie mit Strom, Wärme oder Kälte behandelt, je nachdem, was es gerade benötigt. Hinzu kommt ein Training für den Oberkörper. Insgesamt beansprucht die Reha im Tag vier bis fünf Stunden.

 

 Haben Sie sich zum ersten Mal eine so gravierende Verletzung zugezogen?

Nein, vor zehn Jahren habe ich mir im anderen Knie bereits einmal einen Kreuzbandriss zugezogen. Ich kam damals relativ schnell zurück. Die Situation ist aber nicht mit der aktuellen vergleichbar, weil ich damals bedeutend weniger Reha gemacht habe.

 

 Beim MSV Duisburg können Sie wohl auf eine professionelle Betreuung zurückgreifen?

Ja, die Bedingungen sind optimal. Der Klub hat ein Fitness-Center mit angeschlossener Reha und sogar ein Schwimmbad, damit ich auch im Wasser Übungen absolvieren kann.

Die Verletzung ist für Sie umso bitterer, weil im Juni 2016 die Weltmeisterschaft stattfinden wird. Wie zuversichtlich sind Sie, dass Sie den Wettlauf mit der Zeit gewinnen und in Kanada mit dabei sein werden?

Ich bin optimistisch–wenn alles gut läuft. Es hängt halt davon ab, wie das Knie reagiert. Möglich ist es aber sicher. Sami Khedira (Red.: deutscher Nationalspieler) hat es in diesem Jahr vorgemacht. Er hat es mit einem Kreuzbandriss in der gleichen Zeitspanne noch an die WM geschafft.

Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg hält Ihnen jedenfalls bis zuletzt Ihren Platz im Team frei. Besteht die Gefahr, dass Sie momentan zu viel auf einmal wollen?

Ich bin eine Kämpferin und sehr fleissig. Ich will es schaffen. Manchmal habe ich in den letzten vier Monaten schon gemerkt, dass ich an meine Grenzen stosse und es nicht mehr geht, obwohl noch einige Übungen auf dem Programm stehen. Ich bin nun aber so weit, dass ich einschätzen kann, was geht und was nicht mehr geht.

 

«Wir werden ihr so lange wie möglich alle Türen offen halten.»

Martina Voss-Tecklenburg

Schweizer Nationaltrainerin

WM in Kanada: Auf dem Papier ein gutes Los

A m 6. Dezember wurden in Ottawa (Ka) die sechs Vierer-Gruppen der Frauen-WM 2015 ausgelost. Die Schweiz trifft in der Gruppe C auf Weltmeister Japan sowie die ebenfalls an einer WM-Endrunde debütierenden Kamerun und Ecuador. Als Titelverteidiger und Dritte der Fifa-Weltrangliste sind die Japanerinnen grosse Favoritinnen auf den Gruppensieg. Die Schweiz präsentierte sich auf dem Weg nach Kanada in Bestform und verfügt mit Lara Dickenmann und Ramona Bachmann über erfahrene Spielerinnen, die am Ende das Zünglein an der Waage sein könnten, wenn es darum geht, als Gruppenzweiter in die Achtelfinals vorzustossen. «Auf dem Papier haben wir ein gutes Los erwischt. Aber das ist natürlich relativ», sagt Gaëlle Thalmann. «Schaut man allerdings die anderen Gruppen an, haben wir sicher eine der machbaren zugelost erhalten.» Dass es im ersten Spiel für die Schweiz gleich gegen den Weltmeister geht, sei positiv. «So sind wir gleich im Turnier drin, und wir wissen, wo wir stehen», blickt Thalmann voraus. «Kamerun und Ecuador sind sicher weniger bekannt. Unser Ziel ist natürlich der zweite Platz.» Thalmann will ihren Beitrag dazu leisten, dass die Schweiz dieses Ziel erreicht – Kreuzbandriss hin oder her. fs

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