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«Ich bin eine Übersetzerin»

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Cosima Oesch ist die neue Jugendarbeiterin in Kerzers

Autor: Von FADRINA HOFMANN

«Soziokulturelle Animatorin» ist die eigentliche Bezeichnung von Cosima Oeschs Beruf. Im Vergleich zur Sozialarbeit hat sie vor allem mit Gruppen zu tun. Ihren Aufgabenbereich beschreibt sie mit «organisieren, vermitteln, arrangieren und moderieren». Im Zentrum der Arbeit steht die Freiwilligkeit. Niemand ist gezwungen, bei den Aktivitäten mitzumachen.

Der Meetpoint ist das Zentrum

Cosima Oesch hat ein Pensum von 60 Prozent als ausserschulische Jugendarbeiterin für Kerzers und Umgebung übernommen. Die Basis ihrer Arbeit ist der Schülertreff Meetpoint in der Zivilschutzanlage beim Oberstufenzentrum in Kerzers. Seit vergangener Woche ist Cosima Oesch jeden Freitagabend dort als Aufsichtsperson anzutreffen. Es ist der Abend, an dem die Schüler der OS ihre Freizeit im Meetpoint verbringen. Dieser besteht aus einer Bar, einem Tanzlokal mit Mischpult und einem Aufenthaltsraum mit Töggeli-Kasten.Noch ist für die Jugendarbeiterin aus Ziegelried bei Schüpfen alles neu. Momentan sucht sie beispielsweise noch ein Betreiberteam für den Meetpoint. Mit dem ersten Workshop, den sie organisiert hat – einem DJane-Kurs – hofft sie, einige Mädchen bereits für die Arbeit im Jugendtreff begeistert zu haben.Der Meetpoint ist vielseitig verwendbar, zum Beispiel als Übungsraum einer Tanzgruppe oder als Kinderdisco. «Das ist einfach ein Raum, in dem die Jugendlichen sein können», erklärt Cosima Oesch.Die erste Aktion, bei der Cosima Oesch mitwirkte, war eine mobile Präventionsveranstaltung gemeinsam mit der kirchlichen Jugendarbeit am Ende des Schuljahres. Die Abschlussfeier mit alkoholfreien Getränken in einem Bauwagen im Wald war ein voller Erfolg. Die Eltern waren begeistert, dass ihre Kinder an diesem Abend begleitet wurden und auch von den Jugendlichen kam ein positives Echo. «Diese Veranstaltung hat mir unglaublich viel Energie gegeben», freut sich die Jugendarbeiterin.

Entwicklungsarbeit in Nicaragua

Cosima Oesch lebt mit ihrem Partner und ihren zwei Jungen von vier und zwei Jahren erst seit diesem Jahr wieder in der Schweiz. Vorher war sie drei Jahre lang in Nicaragua an einem Entwicklungsprojekt beteiligt. In dieser Zeit hat sie elektronische Netzwerke für eine einheimische Organisation aufgebaut, hat Öffentlichkeitsarbeit geleistet und Marketingkurse für die Bauern auf dem Land gegeben.«Interessanterweise braucht es bei der Jugendarbeit genau die gleichen Schlüsselkompetenzen, wie bei der Entwicklungsarbeit», sagt Cosima Oesch. Damit sind die kommunikativen Fähigkeiten gemeint, die Improvisation, die Kreativität und die interkulturelle Arbeit.

Eine Vertrauensperson

Die letzten Monate hat die neue Jugendarbeiterin vor allem Aufbauarbeit geleistet, hat Konzepte erarbeitet, Schlüsselpersonen kontaktiert und Leute kennengelernt. Wichtig ist Cosima Oesch, dass sie eine Beziehung zu den Jugendlichen aufbauen kann. «Ich möchte eine Vertrauensperson werden», sagt sie. Dabei habe sie den Vorteil, dass sie weiter weg von der Schule sei. Sie möchte vor allem Begegnungsräume schaffen und hofft, dass sie mit Offenheit, mit ihrer Lebenserfahrung und Kommunikationsfähigkeit bei den Jugendlichen ankommt. «Mit der Zeit entwickelt sich eine natürliche Autorität, aber da ich einen anderen Blickwinkel auf die Anliegen der Jugendlichen habe, kann dies eine Chance für beide Seiten sein», meint die Jugendarbeiterin.Der Balanceakt zwischen den Institutionen, den Eltern und den Jugendlichen wird eine der grössten Herausforderungen für Cosima Oesch sein. «Ich bin eine Übersetzerin», meint sie. Sie vermittelt zwischen den verschiedenen Parteien und leistet Vernetzungsarbeit.Für die Zukunft wünscht sich Cosima Oesch, dass sich genügend Mittel für die Jugend- und Präventionsarbeit finden, um diese erfolgreich durchzuführen.

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