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«Ich bin fast vom Stuhl gefallen»

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«Ich bin fast vom Stuhl gefallen»

Sind die Patienten im Kantonsspital eigentlich noch gut aufgehoben? Dominique Meyer, Präsident des Ärztekollegiums im Kantonsspital, nimmt zu den Vorwürfen im «Beobachter» Stellung.

Autor: Mit DOMINIQUE MEYER sprach JEAN-LUC BRÜLHART

Die Sicherheit der Patienten im Kantonsspital sei gefährdet, schreibt der «Beobachter». Ist die medizinische Versorgung noch gewährleistet?

Ich habe den Artikel gelesen und bin ob den Vorwürfen fast vom Stuhl gefallen. Nehmen wir das Beispiel der Notfälle: Zuerst werden Vermutungs-Diagnosen erstellt, der Patient dann beobachtet und weitere Untersuchungen vorgenommen. Es ist daher schwierig zu sagen, aus welchen Gründen Patienten nicht sofort behandelt werden. Wir haben jährlich 2500 Operationen und Probleme sind ganz sicher die Ausnahme. Es liegt in der Verantwortung des Chirurgen, für seinen Patienten einen Operationssaal zu suchen. Mit dem neuen Notfalloperationssaal, den wir nächstes Jahr eröffnen, werden wir in der Planung mehr Spielraum haben.

Die Operationssäle scheinen begehrt zu sein. Keine leichte Aufgabe für den Leiter der Säle.

Er hat in der Tat keine leichte Aufgabe, denn er muss die Säle verwalten. Und meiner Meinung nach löst er seine Aufgabe gut. Bei der Planung ist gute Kommunikation zwischen den Chirurgen und ihm wichtig. Muss ein Chirurg unverzüglich operieren, so hat er das klar zu machen.

50 Prozent der jährlich 10 000 Spitaleinlieferungen sind Notfälle. Tut da ein spezieller Notfall-Operationssaal nicht schon lange Not?

Zuerst gilt zu sagen, dass nicht jeder Notfall auch zu einer Operation führt. Weiter erinnere ich daran, dass bereits im Vorjahr ein solcher Saal gefordert wurde, das Budget dies aber nicht zuliess.

Es ist die Rede von Spannungen zwischen den Ärzten und der Direktion. Wie beurteilen Sie dieses Verhältnis?

Die Kommunikation hat sich verbessert, seit Direktor Hubert Schaller auch an den Sitzungen des Ärztekollegiums teilnimmt. Wissen Sie, in einem grossen Haus wie einem Kantonsspital kommt es immer wieder zu Spannungen. So zum Beispiel, wenn leitende Ärzte oder Chefärzte nicht das erhalten, was sie verlangen.

Im Mai hat die Ärzteschaft behauptet, dass ein Weggang des Chefarztes für Chirurgie schwerwiegende Folgen hätte. Seit Anfang Dezember ist er weg.

Auch wenn Lukas Krähenbühl seit Anfang Dezember nicht mehr bei uns arbeitet, ist die medizinische Versorgung und die Qualität gewährleistet. Ein entsprechendes Schreiben ging an alle Ärzte im Kanton. Im Mai haben wir trotz der Spannungen an eine zukünftige Zusammenarbeit geglaubt. Das Ärztekollegium hat sich in den beiden letzten Jahren intensiv mit der Chirurgie befasst. Leider konnte Krähenbühl nicht akzeptieren, dass ihm das Spital in Sachen Führungsaufgaben einen Coach zur Seite stellen wollte. Ich vermute, dass der Artikel seine Abrechnung ist mit dem Spital.

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