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«Ich bin keine Waffennärrin»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Michel Spicher

Schützen sind allesamt schiesswütige Waffennarren, die gerne ein bisschen Rambo spielen. So zumindest die landläufige Meinung. Die 20-jährige Samantha Gugler kennt die Klischees, aufregen mag sie sich darob schon lange nicht mehr. «Es gibt auch Leute, die sagen, Schiessen sei kein richtiger Sport», entgegnet sie ruhig. «Das Problem ist, dass viele gar nicht genau wissen, was Sportschiessen ist, und es mit dem 300-m-Schiessen mit der Armeewaffe verwechseln.»

Das Gewehr als Sportgerät

Am Schiessen mit der Ordonnanzwaffe ist Samantha Gugler nicht interessiert. Sie schiesst wettkampfmässig mit dem Luftgewehr und dem Kleinkalibergewehr. «Ich sehe das Gewehr nicht als Waffe im militärischen Sinn, sondern als Sportgerät», sagt die Wirtschaftsstudentin. «Ich finde Gewehre weder faszinierend, noch habe ich welche zuhause. Ich bin keine Waffennärrin, ich bin Sportlerin.»

Ähnlich wie der Speer beim Speerwerfen oder der Degen beim Fechten sind die Sportwaffen der Schützen mittlerweile ausgetüftelte Hightech-Geräte. Mit den Gebrauchswaffen haben sie nicht mehr viel gemein. So haben sie zum Beispiel kaum einen Rückstoss. Und auch die Scheiben, auf die Sportschützen schiessen, hätten mit denen aus dem 300-m-Stand wenig gemeinsam, betont Samantha Gugler. «Ich schiesse weder auf Feldscheiben B, wie man sie von der Armee kennt, noch auf Mannscheiben. Unsere Scheiben sind einfach nur rund. Und klein.»

Einen halben Millimeter

Die «Zehn», die Gugler mit dem Luftgewehr aus 10 m zu treffen versucht, hat gerade mal einen Durchmesser von einem halben Millimeter. Da braucht es mehr als nur eine ruhige Hand. «Die Faszination des Sportschiessens liegt in der Kombination von Konzentration und Kraft, Statik und Dynamik», erklärt die Cordasterin. «Nur wer eine absolute Körperbeherrschung hat und seine Aufmerksamkeit voll auf das Ziel fokussieren kann, ist erfolgreich.»

Eine Sportart, bei der Konzentration und Ruhe gefragt sind … Also doch kein Sport? «Ein typisches Vorurteil! Ein Schütze braucht sehr wohl Muskeln und Ausdauer, einfach andere als Fussballer oder Eishockeyspieler», sagt Gugler. «Es braucht eine starke statische Muskulatur und eine gute Psyche, sonst ist es nicht möglich, an einem Wettkampf drei Stunden zu stehen und dabei immer hochkonzentriert zu bleiben.»

385 von 400 möglichen Punkten muss Samantha Gugler schon erzielen, wenn sie an einem Wettstreit den Final der besten Acht erreichen will. Wer im Kampf um die entscheidenden Millimeter mithalten will, muss entsprechend trainieren. So steht die Freiburgerin zweimal pro Woche mit der Schweizer Nationalmannschaft in Tafers im Schiesskeller, und wann immer es ihr Uni-Stundenplan zulässt, trainiert die Wirtschaftstudentin allein. Hinzu kommen Fitnesstraining zum Kraftaufbau und Badminton als Ausgleichssport. 15 Stunden investiert Gugler wöchentlich für ihren Sport – die Wettkämpfe am Wochenende und die regelmässig stattfindenden Trainingsblöcke auf dem Brünig nicht eingerechnet.

3000 Franken für Munition

Bei einem gewöhnlichen Trainingstag feuert Samantha Gugler mit dem Luftgewehr an die 80 Schüsse ab. «Im Sommer während der Kleinkalibersaison verbrauche ich dreimal so viele, weil über 50 m nicht nur stehend, sondern auch kniend und liegend geschossen wird.» Das summiert sich.

Rund 3000 Franken muss die Studentin pro Jahr für Munition aufbringen. Für ihr Luftgewehr musste Gugler 3500 Franken hinblättern, für das KK-Gewehr 5000 Franken. Und für die massangefertigte Schützenkleidung, die einerseits möglichst steif sein soll, um den optimalen Halt im Anschlag zu gewährleisten, andererseits in den Armbeugen und unter den Achseln sehr weich sein muss, damit der Schütze den präzisen Anschlag findet, musste Gugler nochmals 1500 Franken bezahlen. «Ich habe einen Paten der Sporthilfe, der mich finanziell unterstützt, und ich erhalte Sport-Toto-Beiträge. Aber ohne die Unterstützung meiner Eltern könnte ich meinen Sport nicht ausüben», sagt die Studentin.

Als Einzelkämpferin im Team

Heute absolviert Samantha Gugler mit den Sportschützen Tafers die Schweizer Finalwettkämpfe über 10 m Gewehr. Die Sensler streben dabei ihren 24. Schweizer Meistertitel in der NLA an (siehe Kasten unten). Schiessen ist zwar in erster Linie ein Einzelsport und auch in Langenthal wird Gugler als Einzelschützin «ihren» Wettkampf bestreiten, trotzdem mag sie solche Duelle mit der Mannschaft. Das Bewusstsein, dass da noch Mannschaftsmitglieder sind, deren Ergebnisse über Sieg oder Niederlage entscheiden, findet sie spannend. «Man muss sich gegenseitig unterstützen, wenn jemand Lampenfieber hat. Wenn es jemandem vor oder während des Wettkampfes nicht läuft, muss man ihn moralisch aufbauen. Und bei Niederlagen rückt man eher enger zusammen, weil jeder weiss, wie schwierig es ist, auf den Punkt genau ein gewisses Ergebnis zu erzielen.»

Im achtköpfigen Team der Tafersner Sportschützen ist Samantha Gugler das Nesthäkchen. Erst seit diesem Sommer schiesst die Cordasterin bei der Elite. Nachdem sie bei den Junioren zahlreiche Erfolge feiern konnte, möchte sie auch bei der Elite durchstarten. «Ich lasse mir aber Zeit, um in der neuen Kategorie Fuss zu fassen. In meiner ersten Saison geht es darum, Zeichen zu setzen, mich für einen Platz im Weltcup zu empfehlen oder die Qualifikation für die EM zu schaffen.» Und dann träumt die 20-Jährige von den Olympischen Spielen 2014 in Rio de Janeiro. Wenn man bedenkt, dass Gugler erst seit vier Monaten bei der Elite schiesst und schon den Sprung in die Schweizer Elite-Nationalmannschaft geschafft hat, ist ihr eine Qualifikation für Brasilien durchaus zuzutrauen. Fortsetzung folgt – bestimmt.

Die 20-jährige Samantha Gugler hat bereits den Sprung in die Schweizer Elite-Nationalmannschaft geschafft.Bild Aldo Ellena

Zur Person

Samantha Gugler

Geburtsdatum: 29.8.1991

Wohnort: Cordast

Beruf: Wirtschaftsstudentin

Hobbys: Badminton, Fitness, Snowboard

Vereine: Tafers (LG 10 m), Alterswil (KK 50 m)

Grösster Erfolg: «Die beiden Teilnahmen an der Junioren-WM waren ein Höhepunkt. Bei der Junioren-EM 2007 erreichte ich einen 2. und einen 3. Platz. Toll war auch der 11. Platz bei der Universiade letztes Jahr.» ms

«Ich finde Waffen weder faszinierend, noch habe ich welche zuhause.»

«Vor jedem Wettkampf bekomme ich das grosse Schlottern.»

Final: Meistertitel und Aufstieg als Ziel

In der Mannschaftsmeisterschaft Gewehr 10 m fallen heute in Langenthal die Entscheidungen. Auch wenn die Sportschützen Tafers die Qualifikation nur als Zweiter abgeschlossen haben, gelten sie im Kampf um die NLA-Krone als grosser Favorit. Auf dem Weg zum 24. Titelgewinn der Sensler ist für Hochspannung garantiert, trifft doch Serienmeister Tafers bereits in den Gruppenspielen auf Qualifikationssieger Thunersee. «Alles andere als einen Titelgewinn wäre für uns eine grosse Enttäuschung», gibt sich die Tafersner Schützin Samantha Gugler siegessicher.

Trotz aller Zuversicht wird die 21-Jährige vor dem Final nervös sein. Wie immer. «Vor jedem Wettkampf bekomme ich das grosse Schlottern», sagt Gugler, die seit sechs Jahren schiesst. «Das legt sich aber jeweils schnell, wenn es losgeht und ich mich auf voll mein Schiessen konzentriere.»

Vully-Broye und Ebnat-Kappel müssen in der Auf-/Abstiegsrunde um ihren NLA-Platz zittern. Mit Tafers II, Cham, Guggisberg und Avry-sur-Matran werden sie dort nämlich auf bisher überzeugende NLB-Teams treffen. Konnte Tafers II in der Qualifikation von Verstärkungen der 1. Mannschaft profitieren, wird das Nachwuchsteam in den Finalkämpfen den Aufstieg allerdings aus eigener Kraft schaffen müssen.ms

Langenthal (Kreuzfeld). Finalrunde NLA-Mannschaftsmeisterschaft Gewehr 10 m. Samstag. 8.50 Uhr: Tafers – Oberburg, Olten – Glarnerland.10.30 Uhr: Thunersee – Tafers, Altstätten-Heerbrugg – Olten.12.10 Uhr: Thunersee – Oberburg, Altstätten-Heerbrugg – Glarnerland.13.20 Uhr: Halbfinals.15.00 Uhr: um Rang 3.16.30 Uhr: Final.

Auf-/Abstiegsrunde. 8.00 Uhr: Ebnat- Kappel – Avry-sur-Matran, Vully-Broye – Guggisberg.9.40 Uhr:Cham-Ennetsee – Avry-sur-Matran, Tafers II – Guggisberg.11.20 Uhr: Ebnat-Kappel – Cham- Ennetsee, Vully-Broye – Tafers II.14.15 Uhr: Sieger A – 2. B.*15.45 Uhr: Sieger B – 2.A.* – *Die beiden Sieger steigen in die NLA auf.

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