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«Ich bin noch einiges schuldig»

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Als Marco Schneuwly im Sommer vom FC Sion zu Aarau wechselte, waren die Erwartungen beim Challenge-League-Verein gross. Der langjährige Super-League-Stürmer war jahrelang ein Torgarant, er hatte in 333 Super-League-Spielen für Sion, YB, Thun und Luzern insgesamt 103 Mal getroffen. Nicht zuletzt dank den Goalgetterqualitäten des gebürtigen Wünnewilers wollte der FC Aarau zu sportlichen Höhenflügen ansetzen.

Doch statt des Sturms auf die Tabellenspitze gab es in Aarau Abstiegskampf. Mit nur vier Punkten aus den ersten elf Partien rutschte das Team von Patrick Rahmen ans Tabellenende. Auch Schneuwly lief es nicht wunschgemäss: Ein Assist in den ersten fünf Pflichtspielen – für einen Spieler, der fürs Toreschiessen geholt worden war, eine magere Ausbeute. «Nach der sehr guten Vorbereitung war die Zuversicht im Team gross, und wir erhofften uns einen Platz in den Top 4», blickt Schneuwly zurück. «Doch es hatte im Sommer einige Wechsel gegeben, und wir brauchten länger als gedacht, um uns zu finden.»

Von einer Verletzung zurückgeworfen

Schneuwly war bei weitem nicht der Einzige, der im Aargauer Dress nicht brillieren konnte. Oft war er auf sich allein gestellt. Und wenn die Passqualität der Mitspieler ungenügend ist, ist es für jeden Stürmer schwierig zu treffen.

Schliesslich kam auch noch Verletzungspech dazu. Noch bevor Schneuwly seine Bremsen lösen konnte, setzte ihn Mitte August ein Syndesmosebandriss im linken Knöchel ausser Gefecht. Die Vorrunde, so schien es, war für den Angreifer bereits nach fünf Spielen gelaufen. «Es war hart, danach untätig zuschauen zu müssen, wie es der Mannschaft nicht lief.»

Schneuwlys Ohnmacht dauerte dann doch nicht so lange wie befürchtet. «Ich wurde mit einer neuen Methode operiert, bei der keine Schraube mehr eingesetzt wird. Dadurch verlief der Heilungsprozess schneller.» Ende Oktober gab Schneuwly gegen Wil sein Comeback. Von da an ging es mit Aarau steil bergauf. In den letzten sieben Spielen der Vorrunde holten sie sechs Siege und ein Unentschieden.

War es bloss Zufall oder war die Rückkehr des Sturmtanks die Initialzündung für den Aufschwung? Skorermässig trug Schneuwly mit einem Tor und einem Assist zwar nur geringfügig zum Aufschwung seines Teams bei. Mit seiner Erfahrung und seiner starken physischen Präsenz war und ist der 33-Jährige für sein Team dennoch Gold wert. «Meine Statistik ist sicherlich nicht berauschend», sagt er selbstkritisch. Wie viele Tore man erziele, hänge allerdings auch vom Spielsystem ab. «Aber klar, in der Rückrunde bin ich noch einiges schuldig.»

Die Barrage als Ziel

Acht Punkte beträgt beim heutigen Rückrundenstart der Rückstand von Aarau auf den Barrageplatz, den der FC Winterthur innehat. Acht Zähler sind zwar eine ganze Menge, aber auch nicht so viel, dass man bereits die Flinte ins Korn werfen müsste. Die Aufstiegsbarrage zur Super League hat man auf dem Brügglifeld noch nicht abgeschrieben. Dass FCA-Sportchef Sandro Burki – mit ihm wurde Schneuwly 2002 U17-Europameister – in der Winterpause Mittelfeldspieler Markus Neumayr verpflichtet hat, ist ein klares Indiz dafür. Dass Trainer Patrick Rahmen ein 26-Mann-Kader zur Verfügung hat, auch.

Auf jeder Position verfügt der Coach über zwei praktisch gleichwertige Spieler. Konkurrenzkampf pur, auch für Schneuwly. «Durch die Zuzüge in der Winterpause sind wir noch etwas stärker geworden.» Wozu das Team fähig sei, habe es in den letzten Spielen der Vorrunde sehen können. «Bis auf Servette, das sehr gut aufgestellt ist und bei dem kein Einbruch zu erwarten ist, können wir jede Mannschaft einholen», gibt sich der Sensler kämpferisch. «Die Barrage liegt drin. Sportliche Ausrutscher können wir uns allerdings keine mehr leisten.»

Kein Fernweh

Der langjährige Super-League-Goalgetter würde gerne mit Aarau in die Beletage des Schweizer Fussballs aufsteigen und im Spätherbst seiner Karriere nochmals eine Saison in der höchsten Liga auf Torjagd gehen. Strellers Tor­rekord wartet immer noch darauf, gebrochen zu werden. «So lange ich Fussball spiele, ist das mein Ziel», sagt der Stürmer mit der Trikotnummer 15.

Sollte es mit der Promotion nicht klappen, hätte Schneuwly allerdings auch kein Problem damit, eine weitere Saison im «Unterhaus» zu spielen. «Ich fühle mich wohl in Aarau. Mir fällt kein Zacken aus einer Krone, wenn ich in der Challenge League spiele.» Ihm sei wichtiger, dass er das machen könne, was für ihn stimme. «Bisher konnte ich immer selbst bestimmen, für welchen Verein ich spielen wollte. Das soll so bleiben.»

Im letzten Sommer, nachdem er seinen Vertrag beim FC  Sion aufgelöst hatte, liebäugelte Schneuwly mit einem Ausland-Abenteuer. Die USA, Asien oder Australien hätten ihn gereizt. Ein konkretes Angebot blieb jedoch aus. Was, wenn ein solches im Sommer bei ihm eintreffen sollte? «Ich habe kein Fernweh. Für kommende Saison habe ich noch einen Vertrag in Aarau, und ich gehe davon aus, dass ich ihn erfülle», sagt der Wünnewiler. Könnte er sich vorstellen, seine Karriere dereinst beim FC Aarau zu beenden? «Der Gedanke gefällt mir. Aber im Fussball geht alles so schnell, da weiss man nie, was die Zukunft bringt.»

Polizeischule oder Stürmertrainer

Über die Zeit nach der Fussballkarriere macht sich der bald 34-Jährige durchaus Gedanken. «Als ich nach dem Militärdienst nicht wusste, ob das etwas werden würde mit der Profikarriere, war mein Plan B, die Polizeischule zu absolvieren. Gut möglich, dass ich das nachhole.» Im Fussballbusiness sieht Schneuwly seine Zukunft eher weniger. «Haupttrainer einer Mannschaft zu sein, das sagt mir nicht unbedingt zu. Allerdings könnte ich mir vorstellen, irgendwo als Stürmertrainer zu wirken. Im Bereich der Spezialisierung gibt es im Schweizer Fussball im Vergleich zum Eishockey noch viel Entwicklungspotenzial.»

Noch ist es nicht so weit. Noch will Marco Schneuwly selbst möglichst viele Tore erzielen. Die Voraussetzungen, um dereinst als Stürmertrainer erfolgreich zu sein, bringt der Freiburger zweifellos mit. 103  Tore in der Super League sind ein beeindruckender Leistungsausweis. Einzig sein Namensvetter Streller hat öfter getroffen. Noch …

«Mir fällt kein Zacken aus der Krone, wenn ich in der Challenge League spiele.»

«Sportliche Ausrutscher können wir uns allerdings keine mehr leisten.»

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