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«Ich denke regional»

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Es ist sein Markenzeichen: Christian Brechbühl hat für seine Reden als Stadtammann jeweils ein passendes Zitat gesucht. So sagte er an einem Anlass einer schweizerischen Oldtimer-Vereinigung: «Tradition pflegen heisst nicht, Asche aufbewahren, sondern die Glut am Glühen halten.» Das Zitat stammt vom französischen Philosophen Jean Jaurès (1859–1914). «Die Oldtimer-Freunde hatten eine Riesenfreude daran, da ich ihnen damit aus dem Herzen gesprochen habe», erzählt Christian Brechbühl fröhlich. Der Aufwand habe sich gelohnt. Ein Zitat zu finden, das passt und das sich für das Grusswort oder eine Ansprache des Stadtammanns eignet, sei nicht immer einfach gewesen: «Oft hat die Suche die meiste Zeit der Vorbereitung beansprucht.» Danach habe er die Rede rund um das Kernstück geschrieben. Das Verfassen der Ansprachen und der Kontakt zu verschiedenen Menschen hätten ihm immer Freude bereitet.

Delegation aus Myanmar

In seinen knapp zehn Jahren als Stadtammann hätten viele verschiedene nationale Verbände und Organisationen den Weg nach Murten gefunden, um hier ihre Versammlungen abzuhalten. Auch die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) habe Murten entdeckt: «Delegationen aus Myanmar besuchten uns mehrmals, auch Delegationen aus der Ukraine und Zimbabwe haben wir begrüsst. Eine Gruppe des Parlaments von Sri Lanka hat in Murten eine Schulung besucht, bei der ich ein Referat über die Stufe Gemeinde halten durfte. Auch durfte ich die Botschafterin Chinas sowie die Prinzessin von Thailand empfangen.» Die freundschaftliche und enge Zusammenarbeit mit der Burgergemeinde, die sich immens für Murten engagiere, habe er in diesem Zusammenhang besonders geschätzt.

Knapp 20 Jahre lang war der Freisinnige Christian Brechbühl im Gemeinderat von Murten, seit 2011 leitet er die Exekutive. Nun gibt er das Zepter weiter. An wen das Präsidium geht, wird die Gemeinde heute bekannt geben.

Grosse weite Welt entdeckt

Christian Brechbühl ist in Murten geboren und aufgewachsen, ein waschechter Murtner also. «Ich bin hier stark verwurzelt», sagt der 66-Jährige. Nach einer kaufmännischen Ausbildung in Murten zog es ihn nach Deutschland: In Wuppertal absolvierte er eine zweijährige Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt. «Danach verbrachte ich vier Jahre in Vevey», erzählt der Vater von zwei Kindern und einem Stiefsohn sowie mittlerweile dreifache Grossvater.

«Die Zweisprachigkeit lag mir immer am Herzen.» Und auch wenn er gut Englisch spreche, «das Französische ist mir wesentlich näher als das Englische». Nach der Zeit in Vevey arbeitete Christian Brechbühl zwei Jahre lang in Nigeria. Dort habe er als Product Manager gewaltet. «Ich kam in der Welt herum. 1988 zog es mich dann zurück nach Murten.»

Nach seiner Rückkehr aus Afrika fasste der Freisinnige in politischen Kreisen der Region Murten Fuss und trat 1996 in den Generalrat Murten ein. Fünf Jahre später habe er sich auf die FDP-Liste für den Gemeinderat setzen lassen, «weil ich mich als Murtner für Murten und die Region engagieren wollte». Es klappte auf Anhieb: Christian Brechbühl übernahm das Ressort Sport und Kultur. Das war 2001, also unmittelbar vor der Expo.02. «Ich kann mich gut an den 2,8-Millionen-Kredit für die Expo im Generalrat erinnern», erzählt Brechbühl. «Die Investition hat sich gelohnt, davon bin ich überzeugt.» Denn noch heute kämen viele Leute nach Murten, die die Region dank der Expo kennengelernt hätten.

Eigentlich sei vorgeschrieben gewesen, alle Bauten der Landesausstellung nach dem Grossanlass wieder rückzubauen. «Glücklicherweise konnten wir Bauten realisieren, die immer noch da sind», freut sich Christian Brechbühl. So sei zum Beispiel das Kulturzentrum Beaulieu oder die Pantschau-Wiese am See ein Produkt der Expo, beim Bahnhof sei die Unterführung gebaut worden, «und unser Abschnitt der Autobahn wäre ohne die Expo vielleicht immer noch nicht erschlossen», sagt er mit einem Schmunzeln. Die Expo habe Murten nachhaltig sehr viel gebracht.

Fusion der Primarschulen

2004 übernahm Christian Brechbühl das Ressort Schulen. Das Kadettenwesen, der Ausbau der Informatik und die Einführung der Basisstufe seien Themen gewesen, die er habe anpacken können. Ein grosser Wurf war auch die Fusion der deutsch- und der französischsprachigen Primarschulen. «Die Minderheit hatte anfänglich Angst, überrollt zu werden.» Zwei Jahre hätten die Gespräche gedauert, «und heute würden beide Seiten sicher nicht zurückwollen», ist Christian Brechbühl überzeugt. «Es brachte die Sprachgruppen näher zueinander.» Mit dem Ausbau der Primarschule Längmatt seien seit diesem Sommer auch die Sekretariate der beiden Abteilungen der Primarschule Region Murten zusammengelegt, freut er sich.

2011 übernahm Christian Brechbühl das Amt des Syndics von Murten. Neben seinem 50-Prozent-Pensum als Stadtammann war er bis zu seiner Pensionierung in Teilzeit beim Bundesamt für Statistik tätig. In seiner Zeit als Syndic fusionierte Murten mit Büchslen, Jeuss, Salvenach, Courlevon und Lurtigen. Zudem gleiste die Gemeinde die auf 2022 angesetzte Fusion mit dem bernischen Clavaleyres sowie mit Galmiz und Gempenach auf. «Ich denke regional», betont Christian Brechbühl, «deshalb war ich immer offen für Fusionen.» Es sei sinnvoll, dass sich Gemeinden, die in denselben regionalen Verbänden sind, zusammenschliessen. Für ihn sind auch weitere Fusionen mit umliegenden Gemeinden eine Option: «Wir könnten uns viel Arbeit, Zeit und Kosten ersparen.» Auch in Bezug auf die Wirtschaft denke er regional, «im Rahmen des Regionalverbands See haben wir anstelle eines Forums Murten das Wirtschaftsforum See-Lac ins Leben gerufen». Über den Wegzug der Firma Phonak sei der Gemeinderat von Courgevaux verständlicherweise nicht so glücklich gewesen. «Ich bin jedoch dankbar, dass das Unternehmen mit seinem neuen Sitz in Murten in der Region bleibt.» Dass das weltweit tätige Unternehmen Johnson Electric eine Produktionsstrasse in Murten ausgebaut hat, habe ihn sehr gefreut. Die Standortvorteile würden mittlerweile erkannt.

Auf die Frage, was er als Stadtammann gelernt habe, antwortet Christian Brechbühl: «Es hat mir den Blick erweitert.» Auch habe er erkannt, dass Apéros gut geeignet sind, um Themen anzusprechen und sich zu vernetzen. «Zu Beginn fand ich Apéros nicht so toll – reine Zeitverschwendung.» Doch diese Meinung habe er revidiert: «Sie sind tatsächlich wertvoll.»

Eine grosse Reise

Er bereue gar nichts aus seiner Zeit als Stadtammann, sagt Christian Brechbühl. Er habe immer sehr gerne mit Menschen gesprochen, und seine Handynummer sei nie ein Geheimnis gewesen. Er sei sich immer im Klaren darüber gewesen, «dass nicht immer alle einverstanden sind mit unseren Handlungen und Entscheidungen». In solchen Fällen hätten ihn die allermeisten Bürgerinnen und Bürger sachlich darauf angesprochen, sagt der Lokalpolitiker.

Doch damit ist nun Schluss. Was kommt danach? «Meine Frau Maria (Meiying) und ich wünschen uns, nächsten Sommer für längere Zeit nach China zu reisen. Eigentlich wollten wir schon zu Beginn des neuen Jahres los. Das mussten wir jetzt leider aufgrund der bekannten Lage verschieben. Wir hoffen, dass es nächsten Sommer klappt.»

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