Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Ich durfte in Finken zur Arbeit gehen»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Margrit Käch

Die Ordner mit Akten und Belegen sind weg, der Computer dient jetzt nur noch dem privaten Gebrauch, und das «Gemeinde-Kässeli» befindet sich längst in neuen Händen. «Viel Geld ist zwar nicht drin», meint Käthi Baumgartner-Benninger mit einem Lachen. Die paar Franken würden vor allem für Portospesen und dergleichen verwendet, erklärt sie. Käthi Baumgartner-Benninger hat ihr Amt als Gemeindekassierin von Jeuss an Cornelia Graf weitergegeben. Sie wird seit November letzten Jahres nach und nach in das anspruchsvolle Aufgabengebiet eingeführt.

Andere Arbeitsmethoden

«Mein Vorgänger erledigte noch alles von Hand», erzählt die abtretende Kassierin. Steuerrodel und Buchhaltungsjournal seien damals wichtige Instrumente gewesen. «Bei meinem Amtsantritt habe ich sofort auf EDV umgestellt und mir ein gängiges Buchhaltungsprogramm angeschafft.» Denn mit dem Wachstum der Gemeinde ist gleichzeitig der Aufwand gestiegen. Und die Komplexität. «Betreibungsverfahren musste ich selten einleiten, doch wenn, dann war das ein kompliziertes und langwieriges Unterfangen.» Fristen mussten eingehalten, amtliche Bestätigungen für das Einziehen von Gemeindesteuern eingeholt werden, «doch zum Glück gab es selten solche Vorfälle». Ab und zu stolperte sie auch über die Bürokratie: «Ich wollte einmal einen fünfstelligen Betrag einzahlen, Einnahmen aus der Benützung von Generalabonnementen», erzählt sie. Da habe sie am Schalter ein zweiseitiges Formular ausfüllen müssen, nur um zu beweisen, dass dieses Geld völlig legal einkassiert worden sei.

Zahlen liegen ihr

Dass Käthi Baumgartner in das Amt der Kassierin rutschte, kommt nicht von ungefähr: «Schon mein Vater Ernst Benninger-Burri war Gemeindekassier», erzählt sie, die bereits in der Schule das Fach Rechnen liebte und später die Ausbildung zur Kaufmännischen Angestellten auf der Stadtkasse in Murten abschloss. «Mit Zahlen zu arbeiten, das liegt mir.» Obwohl ihr ein Lehrer einmal prophezeit habe, Buchhaltung sei nichts für Frauen, denn hierfür müsse man logisch denken können. Darüber muss sie noch heute schmunzeln. Ihr Prinzip – erst einnehmen, dann ausgeben – hat jedenfalls funktioniert. Käthi Baumgartner half tüchtig mit, die 400-Seelen-Gemeinde in schuldenfreie Jahre zu führen. Unter ihrer Regie entstanden 22 Budgets und Jahresrechnungen, die kaum je rote Zahlen zeigten. «Die verantwortlichen Gemeinderäte trafen sich jeweils bei uns am Familientisch, um mit mir über die Finanzen zu brüten», sagt sie. «Und letztendlich entscheiden immer noch die Bürgerinnen und Bürger, ob sie das Budget oder die Rechnung annehmen wollen oder nicht», betont sie. Das Schönste an ihrer Tätigkeit, die sie in zuhause ausübte, sei die Unabhängigkeit gewesen: «Mein Pensum von 47,5 Prozent konnte ich frei einteilen, ich musste mich nicht an fixe Bürozeiten halten und konnte sogar nachts die Konten nachführen.»

Zur Person

Eine Jeusserin durch und durch

Käthi Baumgartner-Benninger lebt sei ihrer Geburt in Jeuss. Sie ist mit Beat Baumgartner verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes und einer Tochter. Als Grossmutter hütet sie regelmässig ihre drei Enkelkinder, zwei Mädchen und einen Knaben. In ihrer Freizeit engagiert sie sich im Schiesssport als Schützin über 300 Meter, fährt Ski und hält ihr Zuhause mit Garten im Schwung. In Zukunft will sie wieder vermehrt auf Reisen gehen. mkc

Käthi Baumgartner-Benninger kümmerte sich fast 22 Jahre lang um die Jeusser Gemeindefinanzen.Bild Margrit Käch

Meistgelesen

Mehr zum Thema