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«Ich erfülle mir einen Bubentraum»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Imelda Ruffieux

Ein grosser Kran hebt vorsichtig ein Gerüst aus Eisen von einem etwa 20 Meter hohen Felsen hinunter auf den Weg, der um den Schwarzsee führt. Oben hängen vier Männer, gut gesichert an Seilen. Sie schauen dem Transport nach, um sicherzugehen, dass das Manöver des Kranführers zwischen steilen Felsen, Bäumen und dem schmalen Uferweg gelingt.

Wichtiger Schritt

Jogger und Spaziergänger halten an, um zu sehen, was hier passiert. Ihr Blick wechselt fragend zwischen den losen Eisenteilen am Boden und den Männern am Felsen. Was für Aussenstehende wie gewöhnliche Unterhaltsarbeiten aussieht, ist für Walter Feyer ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung seines Drachenprojekts.

Der Kunstschmied aus dem Sense-Oberland arbeitet seit drei Monaten daran, die Legende des Mönchs, der am Schwarzsee einen Drachen beschwört hat, künstlerisch umzusetzen. Während die grosse Mönchsstatue in der Werkstatt von Holzschnitzer Ernest Ruffieux entstand, ist es Walter Feyers Aufgabe, den Drachen zum Leben zu erwecken (siehe Kasten).

Und was für ein Drache: Etwa 14 Meter lang soll er werden und eine Flügelspannweite von zehn Metern aufweisen. Momentan kann man das Endprodukt allerdings nur erahnen, etwa, wenn man die Beine mit den langen Krallen sieht. Nachdem der Künstler vorher in der Werkstatt das Skelett des Tiers hergestellt hat, wurde an diesem Tag getestet, wie dieses auf dem steilen Felsen platziert und festgemacht werden kann.

Am Felsen ausgerichtet

Dazu hat Walter Feyer das Gerüst des Drachens in 17 Einzelteile zerlegt. Diese wurden mit dem grossen Autokran auf den Felsen gehievt und dort zusammengeschweisst. Sobald klar war, wie der Drachen ausgerichtet sein soll, wurde er wieder demontiert, dieses Mal in vier Teile, und vom Felsen heruntergeholt.

Hilfe von Profis

«Alleine hätte ich das nicht geschafft», betont er. Hilfe hat er vor allem von Louis Riedo erhalten. Der ehemalige Betriebsleiter der Schwybergbahnen ist schon seit 32 Jahren in der Bergrettung tätig. Seine Erfahrung im Abseilen von Material war genau das Richtige für das Drachenprojekt. Dass er bereits 70 Jahre alt ist, sieht man Louis Riedo nicht an. Er bewegt sich sicher im Felsen wie eine Gämse, auch wenn dieser feucht und rutschig ist. Die Söhne Roland und Xaver sowie Grosskind Pascal – ebenfalls erfahrene SAC-Kletterer – sind auch tatkräftig dabei.

Bereits eine Woche vorher hatten die treuen Helfer Walter Feyer bei zum Teil strömendem Regen geholfen, den Felsen von Moos und anderem Gewächs zu befreien und die Grundverankerung tief im Felsen zu befestigen.

Ein Modell als Vorbild

Im März dieses Jahres ist Walter Feyer von Schwarzsee Tourismus angefragt worden. «Man hat mir eine Woche Zeit gegeben, um ein Angebot zu machen. Seither habe ich einige Nächte schlecht geschlafen», erzählt der Metallgestalter. Zuerst versuchte er es mit Zeichnungen, doch dann habe er ein Modell im Massstab 1:10 gemacht. Er bekam den Auftrag und orientierte sich bei den einzelnen Schritten der Ausführung fortan immer wieder am kleinen Drachen.

«Das Tier ist im Prinzip aufgebaut wie ein Zeppelin: Es hat ein Skelett und eine Aussenhaut», erklärt er. Das Skelett besteht aus Eisen, die «geschuppte» Hülle aus Blechlagen, die ziegelförmig übereinandergelegt werden. Damit das Material nicht rostet, werden die Eisenteile grundiert und das Blech mit Klarlack überzogen.

Atelier am Schwarzsee

Walter Feyer hat ursprünglich einmal Landmaschinenmechaniker, Schmied und Hufschmied gelernt. Seit einigen Jahren arbeitet der 34-Jährige als Kunstschmied und Metallgestalter mit einem eigenen Atelier in Zumholz. Für den Drachen wäre dieses aber zu klein gewesen. Also hat er bei der Gemeinde Plaffeien angeklopft und in der ehemaligen Talstation der Schwybergbahn Unterschlupf gefunden.

«Das Gebäude ist ideal für diesen Zweck», erklärt er. So muss der Drachen am Ende auch nicht allzu weit transportiert werden. Das wird dann mindestens noch einmal so knifflig für Kranführer und Helfer wie die Vormontage des Gerüsts. Doch bis es überhaupt so weit ist, wartet noch einiges an Arbeit auf Walter Feyer. Bis Ende Juli hat er Zeit, dann soll der Sagenweg rund um den Schwarzsee eingeweiht werden. Schneller geht es nicht, sagt der Künstler. Das wird klar, wenn man sieht, wie aufwändig er seine Ideen vom kleinen Modell zum grossen Drachen umsetzt. «Ich zähle die Stunden nicht», sagt er.

Andenken an den Bruder

Das Projekt beschäftigt Walter Feyer fast Tag und Nacht. Es ist ein wichtiger Auftrag für ihn und einer, der ihm sichtlich Spass macht. «Eigentlich erfülle ich mir hiermit einen richtigen Bubentraum.» Er habe schon als Kind davon geträumt.

Mit diesem Kunstwerk beende er auch das Werk seines Bruders, erzählt er. Dieser hatte an einem Drachen gebaut, konnte ihn aber nicht beenden, bevor er gestorben ist. Walter Feyer übernimmt nun dieses Erbe. Das macht diese ganze Arbeit für ihn noch einmal wichtiger und wertvoller.

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