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«Ich erinnere mich nicht»

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«Ich erinnere mich nicht»

Über 100 Vergehen zu verantworten

Einzeln, aber auch gemeinsam haben drei junge Männer in den Kantonen Freiburg, Waadt und Bern in den vergangenen zwei Jahren über 100 Vergehen begangen. Diese Woche stehen sie vor dem Strafgericht des Seebezirks in Murten.

Von CORINNE AEBERHARD

Die Liste der Delikte, welche die drei Männer um die 20 begangen haben, ist umfangreich. In der Überweisungsverfügung ans Gericht sind über 100 Fälle aufgelistet, bei welchen sie zum Teil einzeln, zum Teil aber auch zusammen aktiv waren. Einer der drei, die gestern vor dem Strafgericht des Seebezirks standen, war bei den meisten Vorfällen dabei.

Delikte in drei Kantonen

Die ursprünglich aus Portugal stammenden jungen Männer haben in den Jahren 2002 und 2003 in den Kantonen Freiburg, Waadt und Bern Delikte verschiedenster Art begangen. Unter anderem sind sie verschiedentlich in Gebäude eingedrungen und haben Gegenstände oder Nahrung entwendet. Sie waren in Schlägereien verwickelt und haben Geld aus Automaten gestohlen sowie Natels entwendet.

Einmal haben sie in einem Zug Sitze demontiert und zum Fenster rausgeworfen. Verschiedenste Male haben sie zudem Autos, Mofas und Scooter entwendet und sind ohne gültigen Führerausweis damit gefahren. Zudem haben sie eine grosse Anzahl Fahrräder gestohlen. So viele, dass einer der Angeschuldigten bei der Befragung zu einem Einzelfall sagen musste: «Ich erinnere mich nicht mehr an dieses Velo, ich habe so viele gestohlen.» Auf andere Fragen des Gerichtspräsidenten André Waeber antwortete er, dass er Mühe habe, sich an Einzelheiten von Delikten zu erinnern. Manche bestritt er während der Verhandlung. Beim Nachfragen gab er sie dann wieder zu. Es sei lange her, begründete er seine vagen Antworten.

Am ersten Verhandlungstag wurden zwei Väter der Angeschuldigten als Zeugen befragt. Beide wussten lange Zeit nichts von den Taten ihrer Söhne, wie sie vor Gericht aussagten. Auf die Frage des Gerichtspräsidenten, wie sie sich das erklärten, meinte einer der Väter: «Das ist die Jugend.» Allerdings habe sich sein Sohn zu Hause immer gut aufgeführt und sei auch einer Arbeit nachgegangen. Er habe geweint, als er von den Vorfällen erfuhr, sagte der Vater. Sein Sohn habe ihm aber geschworen, dass er nie mehr solche Dinge tun werde, und er, der Vater, sei überzeugt, dass er das einhalten werde.

Ähnliches sagte auch der andere Vater aus. Er habe erst durch die Polizei davon erfahren und es habe ihm sehr weh getan, auch, weil er selber noch nie vor Gericht stand. Er habe aber bemerkt, dass sein Sohn, der seit längerer Zeit arbeitslos ist, öfters zu viel Alkohol getrunken habe. Als Vater könne er aber nicht kontrollieren, was sein Sohn tue, wenn er mit Kollegen ausgehe. «Er hat es gemacht, ohne sich dabei etwas zu überlegen», meinte er zu den Vorkommnissen.

Verstösse gegen das Transportmittel- und das Betäubungsmittelgesetz

Gestern, am ersten Gerichtstag, konnten nicht alle Vorfälle behandelt werden. Unter anderem auch deshalb, weil die Verhandlung mit fast anderthalbstündiger Verspätung begann. Zwei der Angeschuldigten kamen zu spät zum Gerichtstermin. Es handle sich um «ein Missverständnis», wie sie dem Gerichtspräsidenten sagten.

Am kommenden Donnerstag wird sich das Gericht vor allem mit jenen Fällen befassen, in welchen die Beschuldigten gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie gegen das Transportmittelgesetz verstiessen.

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