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«Ich freue mich auf Überraschungen»

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Alain de Raemy, Weihbischof von Freiburg, Lausanne und Genf, freut sich auf die Jugendsynode im Vatikan. im Interview spricht er über seine Vorbereitungen und Erwartungen.

Herr Weihbischof, wie bereiten Sie sich auf die Synode vor?

Die beste Vorbereitung ist die Begegnung mit Jugendlichen, und diese Gelegenheit habe ich zum Glück ständig. Seien es die Verantwortlichen der Verbände oder Gemeinschaften in der Westschweiz oder der Deutsch-Schweiz. Das Tessin ist für mich etwas weiter weg. Zudem treffe ich ständig Jugendliche dank den Firmungen, die ich vornehmen kann. Auch schreibt jeder Jugendliche, der um die Firmung bittet, dem Bischof einen persönlichen Brief. Bei etwa 25 Firmungen im Jahr kommen da gut 700 Briefe zusammen, die ich alle lese.

Welchen Eindruck haben Sie vom Arbeitspapier, das der Synode als Beratungsgrundlage dient?

Diese Vorbereitungsdokumente versuchen ja immer, alles zu erfassen. Das Dokument ist sehr breit gefasst – fast zu breit. Man versucht, alle Themen zu behandeln, und behandelt dann kein Thema richtig. Aber das ist normal. Wir müssen nachher schauen – mit der Dynamik der Synode –, in welche Richtung wir uns begeben. Was werden die Akzente sein? Das lässt sich bisher noch nicht erkennen.

Fehlt Ihnen etwas in dem Dokument?

Nein, eben nicht. Aber einige Themen, die von Europa oder der Schweiz aus für wichtig erachtet werden, sind dann doch zu kurz gefasst: etwa der Leistungsdruck in der Schule oder von den Eltern aus, ebenso der Druck, wie man aussehen oder sein soll heutzutage, der Druck der Social Media, immer vernetzt zu sein. Wir haben in der Schweiz eine hohe Selbstmordrate unter Jugendlichen. Dieses Thema kommt im Dokument vor, aber nur sehr kurz.

Die deutschen Bischöfe nehmen zusätzliche Berater mit nach Rom. Sie auch?

Nein, ich nehme niemanden mit. Wir sind ein kleines Land mit kleinen Mitteln für die Kirche (lacht). Dafür werden wir skypen – zu besonderen Anlässen der Jugendpastoral auf Kantonsebene. Und ich werde ständigen Kontakt haben mit zwei Verantwortlichen von Jugend-Dachverbänden. Beide haben vorgesehen, auch kurz nach Rom zu kommen. Es handelt sich um Claire Jonard und Viktor Diethelm. Letzterer ist Leiter der Fachstelle für offene kirchliche Jugendarbeit in der Deutschschweiz.

Derzeit wird in den Medien sehr viel über Missbrauch und Vertuschung in der Kirche gesprochen. Erleben Sie, dass dies der kirchlichen Glaubwürdigkeit bei Jugendlichen schadet?

Bei den Verantwortlichen sicher. Bei den anderen Jugendlichen bin ich mir nicht sicher. In den Briefen der Firmlinge, die zwischen 15 und 20 Jahre alt sind, kommt das Thema nicht vor. Das spielt sich mehr in der Medienwelt der Erwachsenen als in den Medien der Jüngeren ab.

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