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«Ich freue mich wieder auf das Unterrichten»

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Bei Katharina Thalmann beginnt der Wahlsonntag mit einem guten Morgenessen in ihrem Haus in Murten. Eier, Fleisch, verschiedene Käse: Die SVP-Nationalratskandidatin beginnt den Tag gemütlich mit ihrem Ehemann Heinz. Mit welchem Ergebnis rechnet sie? Sie wägt ab: «Ich hoffe, dass ich im Seebezirk ein gutes Resultat machen werde.» Die entscheidende Frage sei, wie viele Stimmen sie in den französischsprachigen Kantonsteilen erzielt. Dort sei sie nicht gleich gut verankert, obgleich sie während ihres Grossratspräsidiums viele Kontakte im ganzen Kanton gepflegt habe. «Meine kommunikative Art kommt mir da natürlich entgegen.»

Neben ihrem Exekutivmandat im Murtner Gemeinderat unterrichtet Thalmann eine 4. Klasse im Murtner Längmattschulhaus. Sie müsse die Lehrer in ihrer Partei manchmal schon verteidigen. «Aber meine Kollegen sehen die Argumente jeweils ein.» Sollte sie in den Nationalrat gewählt werden, müsste sie die Schule aufgeben. «Schon heute brauchen meine Mandate viel Flexibilität meiner Stellenpartnerin.» Ein Nationalratsmandat könnte sie ihrer Kollegin und den Schülerinnen und Schülern nicht zumuten.

Nach dem Frühstück will das Ehepaar Thalmann an die frische Luft. «Wir schätzen Nordic Walking, weil es den Rücken lockert.» Und Katharina Thalmann ist körperlich fit, das zeigt sich auf dem Fussmarsch.

Mit Thalmanns lässt sich Murten entdecken. Während ihr Ehemann viel über die Schlacht von Murten zu erzählen weiss, ist Katharina Thalmann bestens über die neusten Entwicklungen in der Stadt informiert. Und sie ist in Murten verankert. «Meine Schüler staunen manchmal, wie viele Menschen mich erkennen», lacht sie. Es komme oft vor, dass sie angesprochen werde, sei es von Eltern oder aber von Leuten, die politisch etwas auf dem Herzen hätten. Das sei für sie kein Grund, um zum Beispiel ausserhalb von Murten einzukaufen. «Wenn ich keine Zeit habe oder einen politikfreien Abend verbringen will, bin ich so ehrlich, das geradeheraus zu sagen.»

Thalmann wurde politisch durch ihre Familie in die Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB) sozialisiert, einer moderaten Vorläuferin der heutigen SVP. «Ich fühle mich eher mit diesen Wurzeln der SVP als mit dem konfrontativen Stil einiger nationaler Exponenten verbunden.» Dennoch sei für sie ein Übertritt zur BDP nie zur Diskussion gestanden. «Wir politisieren in der Freiburger SVP gemässigt. Das ist für mich entscheidend. Nicht die Politik der nationalen Partei.» Sie sei für ihre Distanz zur Parteilinie auch schon kritisiert worden. «Aber die Murtner haben mich in den Gemeinderat gewählt, um parteiübergreifend nach Lösungen zu suchen.» So freut sie sich auch, dass sie bei den letzten Gemeindewahlen zusammen mit Andreas Aebersold am meisten Panaschierstimmen–Stimmen von anderen Parteilisten–geholt hat.

Je 15 Jahre im General- und Gemeinderat waren für Thalmann lehrreich. «In der Politik siehst du, wie sich die Gesellschaft verändert. Und als Gemeinderat musst du darauf reagieren.» Als Beispiel nennt sie die Familienpolitik. «Vor 30 Jahren sprach noch kaum jemand von ausserfamiliärer Kinderbetreuung.»

Zurück im Wohnzimmer: Über Fernseher und Laptop informieren sich Katharina und Heinz Thalmann über die ersten Resultate. «In Gurmels haben wir ja enorm viele Stimmen gemacht», staunt Thalmann. Auch mit ihren eigenen Stimmenzahlen ist sie trotz Rückstand auf zwei SVP-Kollegen zufrieden. «Das ist ein irrsinniges Resultat», freut sich ihr Ehemann schon um 15 Uhr.

Doch Thalmann verfolgt nicht nur ihre eigenen Resultate. Sie fiebert ebenso mit ihrer Gemeinderatskollegin Ursula Schneider Schüttel mit. Und die Abwahl des Schwyzer SP-Fraktionschefs Andy Tschümperlin kommentiert sie eher betroffen als triumphierend. Schadenfreude scheint ihr fremd zu sein. Als am Abend die Freiburger Resultate feststehen, fühlt Thalmann mit ihrer Amtskollegin mit: «Für Ursula ist das nicht einfach.»

Sie selber konnte nicht mehr an ihren Parteikollegen Pierre-André Page und Emanuel Waeber vorbeiziehen. Die Enttäuschung hält sich in Grenzen: «Ich habe gewusst, dass es für mich als deutschsprachige SVP-Frau nicht einfach wird.» Glücklich macht sie aber insbesondere ihr Resultat im Seebezirk. Katharina Thalmann: «Jetzt haben wir zwei Wochen Schulferien, nachher freue ich mich wieder auf das Unterrichten.»

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