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«Ich gebe mir mindestens zwei Jahre»

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Schon seit Monaten ist klar, dass Christoph Bertschy sein Glück in der kommenden Saison in Nordamerika versuchen wird. Seit Sonntag nun ist der Vertrag unter Dach und Fach. Der 21-jährige Eishockeyspieler aus Düdingen hat mit der NHL-Organisation Minnesota Wild einen Dreijahresvertrag unterzeichnet. Das Team hatte den Sensler, der zuletzt beim SC Bern spielte, 2012 in der sechsten Runde an 158. Stelle gedraftet.

 

 Christoph Bertschy, sind Sie erleichtert darüber, dass der Vertrag nun unterschrieben und der Wechsel nach Nordamerika definitiv ist?

Ja, sicher, ich bin glücklich, wie alles gelaufen ist und darüber, wie die Teamverantwortlichen aus Minnesota geredet haben. Ich freue mich auf die Herausforderung.

 

 Waren es lange Gespräche und Verhandlungen?

Während der Saison haben in erster Linie meine Agenten Gaëtan Voisard und Gérald Métroz die Verhandlungen geführt. Da wollte ich mich voll auf den SC Bern konzentrieren. Letzten Dienstag traf ich mich dann aber in Zug mit einer Delegation Minnesotas, die an der U18-WM anwesend war. Unter anderem war der General Assistant Manager des Klubs anwesend. Bei einem gemeinsamen Nachtessen haben wird zusammen diskutiert.

 

 Und was haben sie gesagt?

Dass sie mich als potenziellen NHL-Spieler einschätzen und sie mich in meinem Entwicklungsprozess unterstützen wollen, dass sie mir in den nächsten Jahren eine Chance geben wollen. Insgesamt war ich positiv überrascht vom Gespräch. Noch am gleichen Abend hatte ich eine Offerte vorliegen.

 

 Finanziell dürfte die Offerte weniger interessant sein als Ihre letzten Verträge beim SC Bern. Zumindest vorausgesetzt, Sie spielen wie erwartet zunächst einmal mit Minnesotas Farmteam Iowa Wild in der AHL.

Der Vertrag ist für die NHL und die AHL gültig, und das Salär hängt davon ab, wo ich spiele. Natürlich verdiene ich in der AHL weniger als beim SC Bern, aber es ist nicht so, dass ich nicht davon leben könnte. Minnesota hat mir wirklich ein gutes Angebot gemacht, auch für die AHL. Letzten Winter habe ich extra ein bisschen Geld auf die Seite gelegt, weil ich dachte, dass ich dann vielleicht in Nordamerika davon zehren müsste. Aber das wird nicht nötig sein. Allerdings habe ich in den nächsten Monaten kein Einkommen, da der Vertrag mit dem SCB Ende Monat ausläuft und derjenige mit Minnesota erst im September beginnt.

 

 Aber einen Sommerjob müssen Sie deshalb wohl nicht annehmen …

(lacht) Nein, ich kann mich schon voll auf das Eishockey konzentrieren.

 

 Wie sieht Ihr Fahrplan für die kommenden Monate aus?

Das Sommertraining werde ich mit meinem ehemaligen Teamkollegen Joël Vermin bestreiten. Er spielt momentan noch mit Syracuse in den AHL-Playoffs. Danach aber werden wir gemeinsam das Saisonvorbereitungsprogramm absolvieren. Der Konditionstrainer des SC Bern, Roland Fuchs, wird uns ein Programm zusammenstellen. Definitiv nach Nordamerika gehe ich dann Ende August. Möglicherweise werde ich aber bereits in den nächsten Wochen einmal nach Minnesota reisen, um die Organisation kennenzulernen und mir ein Playoff-Spiel anzuschauen. Ich habe mit den Klubverantwortlichen darüber gesprochen, aber noch sind die Pläne nicht konkret.

 

 Keine Ferien nach dieser langen Saison?

Doch, ich habe letzte Woche frei gemacht und fliege am Mittwoch für eine Woche mit einem Freund nach Gran Canaria–ein bisschen Sonne tanken.

 

 Sind Sie enttäuscht, dass Sie nicht mit der Nationalmannschaft an die WM nach Prag reisen können?

Klar, ich hätte mir eine WM-Teilnahme gewünscht. Und ich fühlte mich bei 100 Prozent, meine Verletzungen sind auskuriert. Aber nun hat es halt nicht gereicht, diesen Entscheid muss ich akzeptieren. Es war trotzdem eine gute Saison für mich. Eine WM-Teilnahme wäre einfach noch das Tüpfelchen auf dem i gewesen.

 

 Welche Ziele haben Sie sich für die nächste Saison gesetzt?

Mich an das Spiel in Nordamerika zu gewöhnen, insbesondere an das kleinere Eisfeld. Ich möchte gerne eine gute AHL-Saison zeigen.

 

 Welches wird aus sportlicher Sicht die grösste Herausforderung sein?

Ebendiese Umstellung auf das kleinere Eisfeld. Vom System her bin ich sicher gut vorbereitet, Guy Boucher hat beim SCB in der abgelaufenen Saison ähnlich spielen lassen wie ein NHL-Team.

 

 Physisch geht es in Nordamerika härter zu und her.

Ja, auch das hat mit den kleineren Eisfeldern zu tun. Aber ich werde nun noch ein gutes Sommertraining absolvieren und bin zuversichtlich, dass ich danach physisch mithalten kann.

 

 Versuchen Sie noch an Gewicht zuzulegen?

Nein, ich bin zufrieden mit meinem Gewicht. Es ist wichtig, dass ich meine Schnelligkeit behalte. Für einen kleinen Spieler ist das ein Muss.

 

 Welche Erfahrungen haben Sie mit kleineren Eisfeldern?

Mit der U20-Nationalmannschaft spielte ich die U20-WM in Calgary. Ausserdem absolvierte ich mit der U19 ein Turnier in Nordamerika und spielte auch bei meinen Trainingscamps mit Minnesota auf den kleinen Eisfeldern. Als wendiger Spieler kann mir die kleinere Fläche auch entgegenkommen. Als kleiner Spieler wird es einfach wichtig sein, möglichst schnell die Positionen zu finden, die es erlauben, den grossen Brocken auszuweichen.

 

 Haben Sie sich eine persönliche Frist gesetzt, innerhalb der Sie den Sprung in die NHL schaffen wollen?

Ich gebe mir mindestens zwei Jahre. Nach dieser Zeit habe ich dann auch eine Ausstiegsklausel für Europa. Aber wenn ich nach diesen zwei Jahren spüre, dass ich kurz davor bin, den Durchbruch zu schaffen, werde ich mir auch noch ein drittes Jahr geben.

 

 Für einen 21-Jährigen ist es ein gewaltiger Schritt, von seinem Heimatland alleine nach Nordamerika zu gehen. Haben Sie manchmal ein bisschen Angst vor der Zukunft?

 Der Respekt ist sicher da. Aber ich habe mit den Klubvertretern gute Gespräche gehabt, sie wirkten sehr sympathisch und haben mir versichert, mir zu helfen, sollten irgendwelche Probleme auftreten. Ich versuche, das Abenteuer auf mich zukommen zu lassen. Ende August werde ich dann erst einmal in einem Hotel einchecken, und wenn dann einmal definitiv ist, wo ich spiele, werde ich mir eine Wohnung suchen.

 

 Haben Sie mit Schweizer Spielern in Nordamerika über die Herausforderungen auf und neben dem Eis gesprochen?

Mit Joël Vermin stehe ich regelmässig in Kontakt. Er hat mir bereits gesagt, dass alles total anders ist, dass du immer irgendwo mit dem Team unterwegs bist und jeden zweiten Tag einen Match hast. Im Sommer werde ich dann sicher noch vertiefter mit Joël sprechen, ihn um Tipps bitten und fragen, wie er sein Leben in Nordamerika organisiert hat.

 Mit Nino Niederreiter spielt ein zweiter Schweizer in der Organisation der Minnesota Wild. Haben Sie auch mit ihm gesprochen?

Ehrlich gesagt kenne ich ihn gar nicht. Ich war nie gemeinsam mit ihm in der Nationalmannschaft. Aber ich hoffe natürlich, dass ich ihn noch kennenlernen werde.

 

 Haben Sie sich die Playoff-Spiele Minnesotas zuletzt im TV angeschaut?

Ja, am Sonntag habe ich mir mit meinem Mitbewohner den letzten Achtelfinal angeschaut. Es war vom Niveau her ziemlich beeindruckend, es gab fast keine Turnovers.

 

 Sind Sie auch der Verlockung erlegen, im Internet nach Zeitungsartikeln und Blogeinträgen zu Ihrem Transfer nach Minnesota zu suchen?

Nein, ehrlich gesagt habe ich nur den kurzen Artikel auf der Klubhomepage der Wild gelesen. Was wird denn geschrieben?

 

 Im Allgemeinen wird Ihnen zugetraut, nächste Saison beim Farmteam Iowa zu den Top-6-Stürmern zu gehören.

Iowa war in dieser Saison ja auch mit Abstand Letzter. Die Klubverantwortlichen haben mir im Gespräch gesagt, dass sich auf nächste Saison beim Farmteam etwas ändern muss, dass das Team insbesondere offensiv besser werden muss.

 

 Was wissen Sie über die Städte Iowa beziehungsweise Saint Paul, die Stadt, in der die Minnesota Wild beheimatet sind?

Saint Paul kenne ich ein bisschen, da ich schon dreimal dort war. Ich weiss, dass es eine grosse Sportstadt ist. Über Iowa habe ich mir einige Informationen zusammengegoogelt, aber allzu viel weiss ich noch nicht. Es ist eine nicht allzu grosse Stadt. Aber langweilig wird mir bestimmt auch dort nicht.

Zur Person

Christoph Bertschy

Der Eishockey-Spieler aus Düdingen begann seine Karriere in der Juniorenabteilung Gottérons. Im Novizenalter wechselte er 2009 zum SC Bern. Dort gab er 2011 im Alter von nur 17 Jahren sein Debüt in der NLA. Seither hat der 178 Zentimeter grosse und 84 Kilogramm schwere Center für die Berner 203 NLA-Spiele absolviert und dabei 36 Tore erzielt und 40 Assists gegeben. Für die Schweizer A-Nationalmannschaft hat der 21-Jährige bisher 7 Spiele (3 Assists) absolviert.fm

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