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Ich habe die Schnauze voll

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

 

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asst mich endlich mal in Ruhe!» oder «Non de blö wa detschö!» oder «F***************ck!!!!!» Solche und weit schlimmere Tiraden über mein Leben schreie ich ab und zu in mich hinein. Manchmal so laut, dass man sie auch ausserhalb der Hülle hört. «Wo ist dieser Knopf, um diese herzlose Höllenmaschine abzustellen?»

 

Problem eins ist: Hat man sich durch alle Knöpfe durchgedrückt, bleibt am Schluss nur noch: Stecker ziehen! So wie es all die Rentner mit ihren Computern machen, wenn da wieder so ein Kästchen mit allerhand Kauderwelsch aufpoppt. Problem zwei: Hat man den Stecker endlich mal in der Hand, läuft diese gottlose Maschine trotzdem weiter! Kein Reset, Neu von Anfang an, alles ist wieder gut: «Huere chrüz gopfertami gopfertelli no as mau!» – Ihr wisst schon, was ich meine … man nervt sich.

Ich habe vor einigen Monaten alle Knöpfe gedrückt plus den Stecker gezogen. Yes! Kurz tief einatmen, innehalten, die Ruhe mit allen Poren aufsaugen – denn beim Ausatmen greifen die Zahnräder ja schon wieder ineinander. Ich habe mich drei Tage lang geweigert auszuatmen. Drei Tage Kloster Hauterive. Ein Lavabo, ein Bett, ein Fenster, der Christus schief an der Wand, ein Stapel Blätter, ein Bleistift, ein Gummi, ein Spitzer (und in der Schublade heimlich ein Bier). Kopf und Herz aus mir hinaus, das Bier in mich hinein geleert und einen Stapel Blätter vollgekritzelt.

Geläutert und entschlossen, das Leben anders anzugehen, habe ich nach drei Tagen wieder ausgeatmet. Die Zahnräder der Höllenmaschine begannen wieder zu drehen – aber nicht quietschend wie vorher. Ich habe einige Zahnräder ausgewechselt, andere rausgerissen, die wichtigsten gut geölt. Ich habe nicht die Maschine komplett umgebaut, nur ein neues Betriebssystem installiert: Gustav 2.0

Die ersten Wochen und Monate musste ich fast täglich da und dort Schrauben anziehen. Hier war etwas locker, da quietschte etwas vor sich hin, überall gab es etwas zum Nachjustieren. Doch nun, heute, an diesem herrlichen Oktobertag läuft die Maschine «wie geschmiert», wie der Mech sagen würde. Über 80 Anmeldungen für die erste Ausgabe der Gustav Akademie – das verschlägt mir die Stimme. Ich könnte vor Freude juchzen wie eine Horde Sennen beim Alpabzug!

 

Ich kanns nicht leugnen, so eine Veränderung ist nichts für Angsthasen, man muss schon die richtige Salbe in der Schublade haben, um all die Schürfwunden zu pflegen. Aber hey, jede Beule verheilt mal. Und wir wissen ja, die Maschine läuft auch mit offenen Knien weiter. Aber solange man auf ihr drauf sitzt und nicht unter ihr liegt, ist das okay. Und wenns mal wieder zu quietschen anfängt und das Gefluche aus dem zu eng geschnürten Kragen quillt – Stecker ziehen, einatmen und ab ins Kloster, Bier saufen.

Pascal Vonlanthen alias Gustav ist Musiker und lebt in Freiburg. Als FN-Gastkolumnist schreibt er regelmässig über selbst gewählte Themen.

 

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