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«Ich habe mir doch nichts gedacht»

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«Ich habe mir doch nichts gedacht»

Autor: Carole Schneuwly (Text) und Aldo Ellena (Bilder)

Der HC Freiburg Gottéron verliert zum fünften Mal in Folge, und am Abstimmungssonntag findet sich der Kanton Freiburg zusammen mit den anderen Westschweizer Kantonen auf der Verliererseite: Viel Grund zur Freude gab es für Freiburgerinnen und Freiburger am Wochenende eigentlich nicht. Eigentlich. Denn da gab es ja noch diese Show im Schweizer Fernsehen, dieses «Chor-Ding», wie der Freiburger Vertreter Gustav es gerne nannte.

Und da trumpfte Freiburg ganz gross auf. Gustav entschied mit seinen 20 Sängerinnen und Sängern den «Kampf der Chöre» für sich, liess seine letzten Konkurrenten Padi Bernhard und Noëmi Nadelmann im Publikumsvoting deutlich hinter sich und holte den verdienten Lohn nach Hause: einen Plastikpokal, einen Gutschein für eine Reise nach Venedig mit dem ganzen Chor und viel Anerkennung und Sympathiepunkte für sich und für seine Heimat.

«Ici c’est Fribourg»

Gottéron hin, Abstimmung her: Feste soll man feiern, wie sie fallen, und darin macht den Freiburgern so schnell keiner etwas vor. Das bewiesen am Sonntag auch Gustavs «Chörler», wie er sie liebevoll bezeichnet, und ihre vielen Fans. Rund 400 Personen haben sich zum Public Viewing in Tafers besammelt, und mehr als 200 haben gar den weiten Weg nach Kreuzlingen in die Bodensee-Arena auf sich genommen und zeigen der Fernsehnation mit «Ici c’est Fribourg»-Rufen und von Gottéron entlehnten Fangesängen, dass Freiburg existiert.

Nachdem Moderator Sven Epiney Gustavs Sieg verkündet hat, gibt es kein Halten mehr. Die Fans bringen die Halle zum Kochen, auf der Bühne fallen sich Sänger und Chorleiter, Gewinner und Verlierer in die Arme, und mittendrin kann Gustav vor Mikrofonen und Kameras nur immer wieder wiederholen, er sei sprachlos und könne sich selber kaum erklären, wie er vom Aussenseiter zum Gewinner von «Kampf der Chöre» geworden sei: «Ich habe mir doch nichts dabei gedacht …»

Jubel, Fahnen und ein Lied

Wie Gustav geht es auch seinen 20 Sängerinnen und Sängern, was sie jedoch nicht daran hindert, ihren Triumph gebührend auszukosten. Und das geht erst richtig los, nachdem die Kameras ausgeschaltet, die Lichter gelöscht, die Bühnenkostüme ausgezogen und die Garderoben geräumt sind. Die Freiburger schiessen noch ein paar Erinnerungsfotos, nehmen die letzten Gratulationen entgegen und umarmen noch einmal die Mitglieder und Leiter der anderen Chöre, ehe sie gegen Mitternacht die lange Heimreise in Angriff nehmen.

Beim Reisecar wartet eine Gruppe ganz hartgesottener Fans und empfängt die Chormitglieder mit Jubel, Trommeln, Freiburger Fahnen und dem Lied «Ein Student aus Uppsala», das der Chor wenige Stunden zuvor in der Sendung zum Besten gegeben hat. Unterwegs zu ihrem Car ist auch Noëmi Nadelmann, die mit ihrem Chor auf dem dritten Platz gelandet ist. Sie bahnt sich einen Weg durch die feiernden Freiburger und säuselt ihnen zu: «Tschau, ir Liebe, s isch schön gsi mit euch!»

«Ich bin sehr stolz»

Dass im Bus alle noch auf Gustav warten müssen, überrascht niemanden. «Ihr kennt ihn doch, nach sechs Wochen», tönt es, während Co-Chorleiter Adrian Voegeli schon einmal die Gelegenheit nutzt, um liegen gebliebene Habseligkeiten, von der «Ici c’est Fribourg»-Mütze bis zum Fotoapparat, zu verteilen. Gustav selber, der dann doch noch aufgetaucht ist, greift während der Fahrt zum Mikrofon, um sich bei seinen «Chörlern» zu bedanken: «Ich bin sehr stolz auf das, was wir erreicht haben. Ihr habt einfach alles mitgemacht, und das schätze ich sehr. Es war eine wunderbare Zeit.»

Eine Zeit, die für Gustav nun abgeschlossen ist: Der Chor werde wohl noch ein Dankeschön-Konzert geben, sonst sei aber nichts geplant. «Es ist gut so, wie es ist.» Er habe anfangs auf maximal drei Sendungen gehofft, alles andere sei Bonus gewesen. Besonders stolz sei er darauf, dass er mit dem Chor genau die Musik gemacht habe, die er habe machen wollen: «Eigentlich alles Gustav-Lieder, nur verpackt in andere Songs.» Er habe sich nicht verbogen und damit das Publikum überzeugen können, das sei für ihn das Wichtigste.

Empfang im Schnee

Gegen drei Uhr morgens treffen die Helden der Nacht in der Heimat ein. In Düdingen wartet mitten auf der Hauptstrasse, im winterlichen Schneegestöber, schon das Empfangskomitee: Unter die standhaftesten Fans hat sich Oberamtmann Nicolas Bürgisser gemischt, der vom Public Viewing in Tafers gekommen ist. Noch auf der Strasse köpft Gustav die erste Champagnerflasche, bevor es ins «Oktogon» geht. Für die Chormitglieder gibt es Pizza und eine eigens angefertigte Gustav-Torte, die Energie fürs Weiterfeiern liefern – und da dürfen die Stimmen auch allmählich heiser klingen, der Gesang etwas schief daherkommen und die Tanzschritte nicht mehr ganz so perfekt sitzen wie zuvor in der Sendung.

Und so findet dieses Wochenende für Freiburg doch noch einen versöhnlichen Abschluss. Der von den Politkommentatoren beschworene «Röstigraben» ist vergessen, dem Gustav-Effekt sei Dank. Oder, wie es die «Sonntagszeitung» schon vor dem grossen Finale geschrieben hat: «Gustav ist ein bisschen wie die Butter in der Röstigraben-Pfanne. Zum Schmelzen bringt er derzeit nämlich so ziemlich alles und alle.»

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