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«Ich habe um dieses Amt gekämpft»

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Der 48-jährige Freisinnige Didier Castella aus Pringy tritt am 22. Mai mit seiner Vereidigung sein Amt als Staatsrat an. Er übernimmt von der zurückgetretenen Marie Garnier (Grüne) die Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft. Im Interview spricht er über seine Stimmung kurz vor Amtsantritt.

 

Sie treten Ihr Amt am 22. Mai an. Freuen Sie sich auf den ersten Arbeitstag?

Ja, klar. Ich habe um dieses Amt gekämpft und freue mich, dass es nun losgeht, habe aber auch etwas Respekt vor den Aufgaben und Herausforderungen.

 

Können Sie sich jetzt aber noch nicht einarbeiten?

Nein. Ich kann jetzt auch noch nichts unterschreiben und darf bis zur konstituierenden Sitzung nicht einmal in den Sitzungsraum des Staatsrats. Ich bin ja bis zum 21. Mai auch noch zu 100 Prozent an meinem derzeitigen Arbeitsort tätig, im Bereich Raum und Umwelt des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport. Da muss ich mich auf meine dortigen Dossiers konzentrieren; es gibt noch viel zu erledigen. Natürlich sind gewisse Kontakte aber schon hergestellt. In die Dossiers werde ich mich aber noch einarbeiten müssen. Da beginne ich erst zu lernen.

Wie lange wird Ihre Einarbeitung dauern?

Sechs Monate, bis ich mich gut in den Dossiers zurechtfinde, und ein Jahr, bis ich wirklich effizient arbeiten und Einfluss nehmen kann. Das wird für mich eine sehr lehrreiche Zeit. Auch mein Netzwerk gilt es weiter auszubauen. Ich werde mich auch an die Art und Weise, wie der Staatsrat funktioniert, gewöhnen müssen, damit ich meine Ideen effizient einbringen kann.

Ist auch ein wenig Wehmut dabei, dass Sie Ihren alten Arbeitsort nun verlassen müssen?

Klar, jede derartige Veränderung im Leben bedeutet auch eine Trennung. Immerhin bin ich seit 17 Jahren in der Bundesverwaltung tätig gewesen, seit fünf Jahren in meiner jetzigen Funktion. Aber so ist das Leben. Ich freue mich sehr darauf, neue Menschen kennenzulernen und mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Sie übernehmen die Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft. Sind Sie zufrieden damit?

Ja. Diese Direktion kommt mir entgegen. Sie hat eine wissenschaftliche Komponente. Und auch mit den Institutionen kenne ich mich nach elf Jahren als Syndic von Greyerz gut aus. Grundsätzlich sind für mich aber alle Direktionen gleich wichtig. Als Staatsrat vertritt man sowieso nicht nur seine eigene Direktion, sondern auch das Gremium als Ganzes. Und da ist momentan das Wichtigste, dass sich innerhalb des Staatsrats ein guter Zusammenhalt ergibt. Denn es stehen wichtige Entscheidungen an. Da ist es essenziell, dass innerhalb des Kollegiums ein guter «Spirit» herrscht. Nur so kann eine globale Vision für den Kanton entwickelt werden. Als Team kann man mit vereinter Stimme Verantwortung übernehmen – auch bei schwierigen Themen, die nicht populär sind. Auch die Glaubwürdigkeit des Staatsrats liegt mir in diesem Zusammenhang sehr am Herzen.

Wie gut werden Sie mit Ihren neuen Amtskollegen zusammenarbeiten können?

Nach der ersten gemeinsamen Sitzung mit den anderen Staatsräten hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Nun gilt es, daran zu arbeiten, dass es auch in diesem Sinn und Geist weitergeht. Die Bevölkerung will keinen Staatsrat, dessen Mitglieder sich gegenseitig schikanieren, sondern ein Gremium, das zusammenarbeitet und funktioniert.

Wird sich in Ihrem privaten Umfeld durch Ihr neues Amt viel verändern?

Eigentlich nicht. Ich bin seit langem politisch tätig und habe daneben immer zu 100 Prozent gearbeitet. Ich kenne dieses Engagement. Ausserdem steht meine Partnerin voll hinter mir.

Ein Staatsrat steht aber viel mehr in der Öffentlichkeit als ein Grossrat.

Ja. Schon während meines Wahlkampfs habe ich den Unterschied bemerkt und musste mich tatsächlich zunächst einmal daran gewöhnen. Es war schon etwas seltsam, dass mich auf einmal alle im Kanton Freiburg kannten. Für das Privatleben ist das tatsächlich eine etwas negative Konsequenz. Dass es so werden würde, war für mich aber schon im Vorfeld klar. Zudem scheinen die Staatsräte gerade im Kanton Freiburg speziell nahe an der Bevölkerung und an vielen Anlässen präsent zu sein. Das ist beispielsweise im Kanton Waadt schon anders. Dort ist die Kantonsregierung weiter weg vom Volk.

Im Wahlkampf gingen die Wogen hoch. Hat sich das nun wieder gelegt?

Was mich betrifft, sicher. Meine ehemalige Gegenkandidatin Valérie Piller Carrard habe ich seither allerdings nie mehr gesehen.

Haben Sie sich mit Marie Garnier getroffen?

Ja, es gab mehrere Gespräche mit ihr. Sie hat mich auch an ihre letzte Sitzung eingeladen und mit allen Dienstchefs bekannt gemacht. In dieser Hinsicht war sie wirklich fair zu mir.

Und doch ist Ihr Stil ganz anders als der ihrige.

Auf jeden Fall. Wir sind vom Stil her sehr unterschiedlich.

Sie übernehmen einige brisante Dossiers. Eines davon ist Agroscope …

Dies ist ganz ein wichtiges und wertvolles Projekt für den Kanton – eine echte Chance, die es zu packen gilt. In naher Zukunft werde ich Gespräche mit dem Bund und anderen Kantonen zu diesem Thema führen müssen.

Ein weiteres ist die geplante Fusion Grossfreiburgs.

Auch dies ist ein sehr wichtiges Thema. Der Entscheid liegt hier letztlich bei den Gemeinden. Aber auch der Kanton muss seine Rolle unbedingt festlegen – das habe ich schon im Wahlkampf gesagt.

Wird Ihnen das Oberamt Saane wieder zugeteilt werden, welches Marie Garnier entzogen wurde?

Das wird nach meinem Eintritt in den Staatsrat diskutiert.

Und das Dossier Freiburger Spital (HFR)?

Da kann ich mich gegenwärtig noch nicht positionieren. Ich bin noch nicht Mitglied des Staatsrats.

«Diese Direktion kommt mir ent­gegen. Sie hat eine wissenschaftliche Komponente.»

Didier Castella

Designierter FDP-Staatsrat

Nachfolgeregelung

Benoît Glasson wird Grossrat

Im Grossen Rat rückt Benoît Glasson aus Sorens als Erster der Nichtgewählten auf der FDP-Liste nach. Er wird am gleichen Tag wie Didier Castella vereidigt. Glasson ist Patron eines Zimmermann-Unternehmens und Sohn des ehemaligen FDP-Grossrats Jean-­Jacques Glasson. Die Nachfolge von Castella im Präsidium des Universitäts-Senates ist noch nicht geklärt. Das Gremium wird sich an seiner nächsten Sitzung im Juli selber neu konstituieren.

jcg

 

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