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«Ich hänge an Ungarn»

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«Ich hänge an Ungarn»

Seit zehn Jahren unterstützt der Muntelierer Louis Bischof arme Dörfer

Seit seiner Pensionierung vor zehn Jahren hat der Muntelierer Louis Bischof unzählige Hilfsgütertransporte nach Ungarn organisiert. Viele Familien, aber auch Schulen und Spitäler konnten bereits von seiner Hilfe profitieren.

Von CORINNE AEBERHARD

Louis Bischof und seine Frau Jeannette sind gerade dabei, Kleider zu sortieren und in Säcke zu verpacken. Bald steht eine Hilfslieferung nach Ungarn an und dann muss alles bereit sein.

«Täglich werden Säcke mit Kleidern vor unserer Haustür deponiert», sagt Louis Bischof. Die Leute wissen, dass die gespendeten Sachen nach Ungarn transportiert werden und dort an bedürftige Menschen abgegeben werden. Die von Louis Bischof gegründete Politeon-Stiftung ist Garantin dafür, dass die Kleider an den richtigen Ort gelangen und die Hilfe jenen zukommt, die sie brauchen.
Die Stiftung, das ist niemand anderes als Louis Bischof und seine Frau Jeannette. Die Bischofs sind die Sammelstelle für Hilfsgüter, aber auch die Organisatoren der Transporte nach Ungarn, und sie erledigen auch die administrativen Arbeiten. Täglich investieren sie zwischen zwei und vier Stunden dafür, sagt Louis Bischof. Diese Arbeit machen sie unentgeltlich. «Ich selber nehme keinen Rappen», betont der Stiftungsgründer.

Ein prägendes Erlebnis

«Ich hänge an Ungarn», sagt der in Muntelier lebende Bischof. Es sei ihm ein Bedürfnis, diese Arbeit zu tun, begründet er seinen langjährigen Einsatz. Ohne die Unterstützung seiner Frau ginge das aber nicht, sagt er.

Die Liebe zu Ungarn kommt nicht von ungefähr. Louis Bischof lebte als Kind einige Jahre dort, weil sein Vater Konsul war. Besonders geprägt haben ihn Begegnungen mit Flüchtlingen, erzählt er. Viele seien mit dem Zug unterwegs gewesen, und das Elend, das sich jeweils auf den Bahnsteigen abgespielt hatte, ist ihm immer noch sehr präsent. Die Leute seien ausgestiegen und hätten sich zum Wasser gedrängt. Manche Frauen gebaren ihre Kinder im Zug. Für sie sammelte er damals im Dorf Windeln und Nahrung. Eine Mutter nahm er mit nach Hause, damit sie sich und das Kind waschen konnte. Das Bild von der Frau, die dann ihr Kind gestillt hatte, prägte Louis Bischof «für das ganze Leben», erzählt er.
Kurze Zeit später musste Bischof selber flüchten. Zusammen mit zwei Brüdern kam der damals 15-Jährige 1944 zurück in die Schweiz. Eine Zeitlang war er in einem Heim in Lausanne untergebracht. Seine Eltern und ein weiterer Bruder galten zeitweise als vermisst. Die Schweiz sei ihm damals sehr fremd vorgekommen, erinnert er sich.

Schlechter Empfang

Jahre später, als Louis Bischof seiner eigenen Familie die «zweite Heimat» zeigen wollte, wurde er nicht sehr gut aufgenommen. Dass er Ungarisch sprach, aber kein Ungare war, sei das gar nicht gut angekommen. Schon an der Grenze wurde die Familie aufgehalten. «Wir wurden wie Verbrecher behandelt. Man glaubte, ich sei ein Spion.» Da habe er gesagt, er fahre erst wieder hin, «wenn der rote Adler verschwunden ist».

Grosse Armut

1989 war es so weit. Louis Bischof fuhr wieder hin und organisierte eine Klassenzusammenkunft mit seinen ehemaligen Mitschülern. Diese sagten ihm, wenn er jemandem helfen wolle, dann solle er den Osten von Ungarn berücksichtigen. Er kam in Kontakt mit einem Priester von dort und fuhr in die Region. Was er vorfand, seien «bitterarme Dörfer» gewesen, erzählt Bischof. Zurück in der Schweiz, organisierte er in in Murten ein Fest mit dem Titel «Ungarn zu Gast». Kurz darauf gründete er zusammen mit Ungaren die Stiftung Politeon.

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