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«Ich hätte keine Lust, selber mitzumachen»

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Autor: Marc Kipfer

Schwarzenburg «Unglaublich, aber wahr, der Film ist vor einer Woche fertig geworden.» Einen ziemlichen Druck habe sie verspürt, sagt die 27-jährige Miriam Ernst. Die Schwarzenburgerin hat für ihre Bachelorarbeit in Theaterwissenschaften einen Dokumentarfilm über die Hintergründe des Altjahrsesel-Brauchs gedreht.

Die Gemeinde Wahlern hat die Studentin mit 1500 Franken unterstützt (siehe FN vom 17. Juli 2008). «Durch private Beiträge sind es rund 4000 Franken geworden, und das hat dank viel ehrenamtlicher Arbeit der Beteiligten knapp gereicht», freut sich Miriam Ernst. Ein professioneller Filmer hat das Projekt begleitet. «Ich bin oft am Wochenende nach St. Gallen oder in die Nähe von Stuttgart gereist, um mit ihm am Film zu arbeiten», so Miriam Ernst.

Spagat zwischen Professor und dem Zielpublikum

Im Dorf wüssten viele Leute von ihrem Filmprojekt. «Mir wurde gesagt, dass ich diesen Stempel nun mindestens zehn Jahre mit mir herumtragen würde», sagt die Studentin. Umso wichtiger ist es Miriam Ernst, dass die Bevölkerung an der 72-minütigen Doku Gefallen findet. «Ich fand es schwierig, den Spagat zu finden zwischen dem Zielpublikum in Schwarzenburg und demjenigen an der Uni. Letztlich habe ich mich für einen Kompromiss entschieden.»

Am Sonntag wird der Film nun im Restaurant Bahnhof in Schwarzenburg öffentlich gezeigt. Was macht die Filmerin nervöser, die Reaktion des heimischen Publikums oder die Bewertung des Professors? «Ganz klar ersteres», sagt Miriam Ernst. «An der Uni wird die Bewertung in einer Schublade landen, die Resonanz im Dorf dürfte länger anhalten», glaubt sie.

Eine Frau erklärt den «Esu»

Den «Eslern» selber hat Miriam Ernst den Film bereits präsentiert. Mit durchwegs positiven Reaktionen, wie sie sagt. «Viele hatten sich nie zuvor mit den Hintergründen des Brauchs befasst, obwohl sie einmal im Jahr selber beteiligt sind», weiss die Studentin.

Als Frau dürfte Miriam Ernst selber nie eine «Altjahrsesu»-Figur spielen – so will es die Tradition. Ausgerechnet eine Frau erklärt den störrischen «Eslern» nun ihren Brauch. «Selber möchte ich ehrlich gesagt gar nie mitmachen», verrät Miriam Ernst lachend – ohne Gründe zu nennen.

Dokumentarfilm «Dr Esu isch erloubt»: Öffentliche Vorführung am So., 21. Dezember, um 17 Uhr im Saal des Restaurants Bahnhof, Schwarzenburg. Die DVD ist vor Ort zum Einführungspreis von 25 Franken erhältlich. Später wird sie unter anderem auf der Gemeindeverwaltung verkauft.

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