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«Ich hoffe, das verleiht uns Flügel»

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«Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich beim Stand von 0:2 oder 2:4 noch besonders zuversichtlich war», sagte Christian Dubé nach dem Spiel erfrischend ehrlich. Umso mehr war Gottérons Trainer sowie seinen Spielern bei den Interviews nach dem 5:4-Sieg nach Verlängerung gegen Langnau eine grosse Erleichterung, ja sogar eine leichte Euphorie anzumerken. «Der Match erinnerte an das Gottéron früherer Jahre, als in jedem Match alles möglich war», sagte Siegtorschütze Julien Sprunger. «Wir haben nie nachgelassen und uns in den beiden Drittelspausen jeweils gesagt: Dieses Spiel dürfen wir einfach nicht verlieren – und tatsächlich haben wir die Wende erzwungen. Ich hoffe, das verleiht uns Flügel.» Auch Dubé sieht in dem Sieg mehr als nur zwei wichtige Punkte im Strichkampf. «Ich hoffe, das ist ein Turnaround. Der Sieg hat gezeigt, dass wir besser sind, wenn Emotionen im Spiel sind. In diese Richtung ging übrigens auch die Kabinenansprache vor dem Match.»

Stalbergs Aussetzer

Mit den Emotionen kehrte auch die Torgefahr zurück in das Spiel der Freiburger. Es war erst zum zweiten Mal in dieser Saison, dass das offensiv schwächste Team der Liga mehr als vier Tore erzielte. Es war übrigens auch erst das zweite Mal, dass Gottéron ein Spiel gewann, nachdem es nicht das erste Tor der Partie erzielt hatte. Fast überflüssig zu erwähnen, dass es die erste erfolgreiche Wende nach einem 2-Tore-Rückstand war.

Es waren erstaunliche Nehmerqualitäten, die Gottéron gestern zeigte. Denn Rückschläge gab es genug. Den ersten und wohl heftigsten bereits im Startdrittel, als Viktor Stalberg einen Open-Ice-Check gegen Anthony Huguenin viel zu spät ansetzte und dafür zu recht unter die Dusche geschickt wurde. «Viktor ist kein böser Spieler. Die Liga wird die Szene nun genau anschauen, am Montag wissen wir dann, ob ein Verfahren gegen ihn eröffnet wird», analysierte Dubé die Szene nach dem Spiel vorsichtig. «Wenn du schon so wenig Tiefe im Kader hast wie wir momentan, ist so ein früher Ausschluss eines Ausländers natürlich bitter – erst recht, wenn du auch noch gleich zwei Gegentore kassierst.»

Tatsächlich nutzten Ben Maxwell und Pascal Berger die fünfminütige Überzahl, um die Gäste 2:0 in Führung zu bringen. Beide mussten nach Zuckerpässen von Chris DiDomenico, der nächste Saison wohl für Freiburg auflaufen wird, quasi nur noch den Stock hinhalten.

Beeindruckender Boychuk

Doch angeführt vom nach dem Ausschluss von Stalberg neu formierten Paradesturm um Julien Sprunger, Killian Mottet und Zach Boychuk, setzte Freiburg die Gäste danach unter Dauerdruck. Dieses Trio war es auch, das in der 25.  Minute das 1:2 erzielte, als Sprunger einen brillanten Pass von Mottet, der als ständiger Antreiber und Gefahrenherd überzeugte, verwertete. Keine fünf Minuten später folgte allerdings aus dem Nichts der neuerliche Rückschlag: Nach einem völligen unnötigen Icing von Nathan Marchon zog Langnau durch einen abgelenkten Schuss direkt nach dem Bully wieder davon. Nach dem gleichen Prinzip kam Gottéron fünf Sekunden vor der zweiten Sirene jedoch wieder auf 2:3 heran. Diesmal war es Langnaus Julian Schmutz, der sich das unbedarfte Icing leiste – und Boychuk, der mit einem satten Handgelenkschuss direkt nach dem Bully traf.

In die Euphorie des wie zu alten Zeiten lauten Publikums im ausverkauften St. Leonhard hinein erzielte Harri Pesonen in der 42. Minute jedoch das 2:4, was wohl in 19 von 20 Fällen den K.-o.-Schlag bedeutet hätte – aber eben nicht gestern. Elf Minuten vor Schluss wurde Gottéron durch Marc Abplan­alp für seinen Kampfgeist mit dem neuerlichen Anschlusstreffer belohnt. Bemerkenswert auch, wie Assistgeber Boychuk zuvor seine Gegenspieler hatte aussteigen lassen. Der Kanadier hat ein phänomenales Wochenende hinter sich. Nach drei Spielen steht der Neuzugang bei zwei Toren und vier Assists. «Wir sind alle überrascht und beeindruckt», adelte Sprunger seinen Teamkollegen. «Er ist in allen Bereichen gut, spielt mit sehr viel Intensität, kann viel kreieren und hat einen sehr guten Schuss. Nach neun Monaten ohne Spiel so zurückzukehren, ist bemerkenswert.»

In die Verlängerung rettete Freiburg dann aber ein Duo, das in dieser Saison bisher so ziemlich alles schuldig geblieben war. Lukas Lhotak traf fünf Minuten vor Schluss auf Pass von Nathan Marchon zum 4:4. In der Overtime provozierte dann Ryan Gunderson, der mit 28 Minuten Eiszeit seinem Ruf als Marathon-Mann gerecht wurde, zunächst eine Strafe und bediente im anschliessenden Überzahlspiel Sprunger, der mit einem Direktschuss den Siegtreffer schoss. Es war Gottérons sechster Sieg in der sechsten Verlängerung der Saison.

Captain Sprunger hofft, mit den Saisontreffern drei und vier sein Zwischentief nun definitiv überwunden zu haben. «Natürlich tut es mir auch persönlich gut. Es hat mich ja gefreut, dass mir meine Mitspieler in den letzten Wochen immer gut zugeredet und mir auf die Schulter geklopft haben – aber gleichzeitig ist das natürlich kein gutes Zeichen.»

Furrer erneut verletzt

Die erfolgreiche Wende war nicht bloss für Sprungers und Gottérons Psyche gut, sondern schlicht auch mit Blick auf die Tabelle von kapitaler Bedeutung. Da nicht nur Langnau, sondern mit Bern und Biel zwei weitere direkt über dem Strich klassierte Mannschaften gestern verloren, hat Freiburg den Rückstand auf den Strich auf drei Punkte reduzieren können und bleibt damit 17 Runden vor Schluss auf Schlagdistanz.

Weiter geht es für Gottéron am Samstag mit dem Heimspiel gegen Lausanne. Ob Philippe Furrer, der gestern verletzungsbedingt fehlte, dann wieder mit dabei sein wird, ist unklar. «Er muss noch Tests machen. Ich kann wirklich noch überhaupt nicht abschätzen, ob eine längere Absenz droht», sagte Trainer Christian Dubé gestern. Furrer habe sich bereits am Donnerstag gegen Zug im oberen Körperbereich verletzt. «Am Freitag in Lugano biss er auf die Zähne und lieferte eine korrekte Leistung ab. Am Sonntagmorgen ging dann aber gar nichts mehr.»

Telegramm

Gottéron – SCL Tigers 5:4 (0:2, 2:1, 2:1, 1:0) n. V.

6500 Zuschauer (ausverkauft). – SR Mollard/Salonen, Kaderli/Schlegel. Tore: 13. Maxwell (DiDomenico, Blaser/Ausschluss Stalberg) 0:1. 16. Berger (DiDomenico. Blaser/Ausschluss Stalberg) 0:2. 25. Sprunger (Mottet, Boychuk) 1:2. 30. Diem (Lardi) 1:3. 40. (39:55) Boychuk (Sprunger, Brodin) 2:3. 42. Pesonen 2:4. 49. Abplanalp (Boychuk) 3:4. 55. Lhotak (Marchon, Walser) 4:4. 64. (63:13) Sprunger (Gunderson, Mottet/Ausschluss Maxwell) 5:4. Strafen: 1-mal 2 plus 5 Minuten (Stalberg) plus Spieldauer (Stalberg) gegen Gottéron, 3-mal 2 Minuten gegen SCL Tigers.

Freiburg-Gottéron: Berra; Gunderson, Stalder; Abplanalp, Chavaillaz; Kamerzin, Marti; Gähler; Brodin, Bykow, Mottet; Sprunger, Boychuk, Stalberg; Vauclair, Walser, Schmid; Lauper, Marchon, Lhotak.

SCL Tigers: Punnenovs; Cadonau, Leeger; Erni, Lardi; Huguenin, Blaser; Grossniklaus; Schmutz, Maxwell, Earl; DiDomenico, Blaser, Pesonen; Kuonen, Diem, Neukom; Rüegsegger, In-Albon, Sturny.

Bemerkungen: Gottéron ohne Desharnais, Forrer, Furrer, Rossi und Schmutz, SCL Tigers ohne Dostoinow, Glauser, Schilt (alle verletzt), Gagnon und Elo (beide überzählige Ausländer). Huguenin verletzt ausgeschieden (12.). – Timeout Gottéron (63.). – Schussstatistik: 39:37.

Die FN-Besten: Mottet, DiDomenico.

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