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«Ich hoffe, wir können heute ein Zeichen setzen»

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Heute Abend um 19.30 Uhr stellen sich in der Sporthalle in Giffers die Verantwortlichen von Bund und Kanton den Fragen der Bevölkerung. Vor eineinhalb Wochen hatten sie per Flugblatt darüber informiert, dass im Institut Guglera ob Giffers im Jahr 2017 ein Bundesasylzentrum eröffnet werden soll. Inzwischen hat auch ein Bürgerkomitee, das sich gegen das Zentrum wehrt, zur Teilnahme am Infoabend aufgerufen (siehe FN vom Dienstag).

 

 Othmar Neuhaus, sind Sie überrascht, dass sich ein Bürgerkomitee gebildet hat, das sich gegen das geplante Bundesasylzentrum in der Guglera wehrt?

Nein, überhaupt nicht. Dass das Bundesasylzentrum nicht auf Akzeptanz stösst, war für mich aufgrund des Vorgehens klar. Die Bevölkerung und der Gemeinderat sind sehr spät darüber informiert worden, wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir sitzen diesbezüglich im gleichen Boot wie die Bevölkerung. Zudem hat man es unterlassen, die betroffenen Nachbargemeinden zu informieren.

 

 Das Bürgerkomitee befürchtet, die Standortattraktivität von Giffers und den Nachbargemeinden würde wegen des Bundesasylzentrums sinken. Sind diese Befürchtungen gerechtfertigt?

Selbstverständlich ist ein solches Zentrum für eine kleine Gemeinde nicht imagefördernd. Bund und Kanton lösen die Aufgaben im Asylwesen auf dem Buckel einer kleinen Gemeinde und einer Region. Grössere Städte mit Asylzentren haben andere Möglichkeiten, ihr Image zu kompensieren. Giffers hingegen wird schweizweit in einem Zug mit dem Bundesasylzentrum genannt werden. Zudem geht es bei uns auch nicht um ein provisorisches Zentrum wie in Wünnewil oder Düdingen, sondern um eine Dauerlösung. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Gewerbe davon profitieren kann, oder dann nur in einem beschränkten Rahmen.

 

 Sind denn 40 neue Bundesstellen kein wirtschaftlicher Vorteil?

Das gibt einfach eine Verlagerung, denn wir haben schon jetzt Arbeitsplätze in der Guglera.

Mit welchem Gefühl gehen Sie heute an den Infoabend?

Mit einem ohnmächtigen Gefühl. Ich bin nach wie vor sehr enttäuscht von dieser Entwicklung und finde die Kommunikation von Bund und Kanton katastrophal. Man hat die Gemeinden bewusst nicht eher informiert, weil man wohl nicht Widerstand aufkommen lassen wollte.

 

 Was denken Sie, wie wird der Abend heute verlaufen?

Ich erwarte sehr viele Leute und gehe davon aus, dass die Diskussion sehr emotionsgeladen sein wird. Ich finde es aber auch gut, dass jeder seine Fragen stellen und seine Befürchtungen äussern kann.

 Auch das Bürgerkomitee geht von einem Grossaufmarsch aus. Was unternehmen Sie, damit die Situation nicht eskaliert?

Die Gemeinde ist nicht Organisatorin des Abends. Wir haben dem Bund und dem Kanton mitgeteilt, dass sie den Anlass nicht unterschätzen sollen.

 

 Wie ist die Stimmung im Gemeinderat?

Der Gesamtgemeinderat ist enttäuscht, dass es so gelaufen ist.

 

 Was erhoffen Sie sich vom heutigen Abend?

Ich hoffe, wir können ein klares Zeichen setzen, dass man mit der Gemeinde und der Region nicht machen kann, was man will. Ich bin nun seit 25 Jahren im Gemeinderat. Eine so belastende Situation habe ich bisher noch nie erlebt.

 

 Was meinen Sie genau mit klarem Zeichen setzen? Wird der Giffersner Gemeinderat Widerstand leisten?

Ich mache mir viele Gedanken dazu. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch schwierig, den möglichen Handlungsspielraum auszuloten.

Oberamtmann: «Mit anderen mehr Probleme»

D er Sensler Oberamtmann Nicolas Bürgisser ist nicht überrascht, dass sich wegen des geplanten Bundesasylzentrums in der Guglera ein Gegnerkomitee gebildet hat. Er geht aber nicht wie vom Komitee befürchtet davon aus, dass Giffers damit an Attraktivität verlieren wird. Er denke eher, dass man die Asylsuchenden in Giffers gar nicht gross bemerken werde. Als Oberamtmann habe er zudem mit Einrichtungen für schwer erziehbare Jugendliche mehr Probleme gehabt als mit Asylunterkünften, sagt er. Er bezieht sich damit auf eine Aussage des Komitees, wonach der Kanton viele Chancen verpasst habe, die Guglera zu nutzen. Zum Beispiel als Heim für schwer erziehbare Jugendliche. ak

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