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Ich kriege die Tage

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Heute ist der Welt-Toiletten-Tag. Kein Scheiss. Den gibt es seit 2001. Und er soll uns dreilagig-verwöhnte Wasserspüler und Popo-Föhner daran erinnern, dass es fast der Hälfte der Menschen dreckig geht, weil sie keine anständigen Klos haben. Und wenn Sie das jetzt stinkig macht und Ihnen eine Laus über die Leber kriecht – keine Sorge, morgen Sonntag ist zum Glück der Deutsche Lebertag, da können Sie das checken lassen. Damit Sie fit sind fürs Komagucken am Montag, dem Welttag des Fernsehens. Am Dienstag heisst es dann «Blockflöten raus» für den Tag der Hausmusik. Und so geht es immer weiter. Tag für Tag. Voll der Stress. Da bleibt gar keine Zeit mehr zum Tagträumen und für Tagediebereien.

Jeder Tag ist ein «Tag» – ein Tag des Gedenkens, des Sensibilisierens, des Mahnens, der Vorsorge und der Aufklärung. Und man kann sich schon fragen, ob das was bringt. Freiburg zum Beispiel hat einen Tag der Zweisprachigkeit – und 364 Tage Mühe damit.

Gibt es eigentlich einen Welttag des Tages, der kein spezieller Tag ist? Den müsste man glatt erfinden. Könnte ich ja eigentlich. Denn das ist das Tolle an diesen Tagen: Man muss nicht der Papst oder die UNO sein, um sie auszurufen. Die haben das zwar auch schon gemacht, aber jeder kann es. Probieren Sie es aus: Erklären Sie zum Beispiel einen beliebigen Tag zum Tag der unbefleckten Empfängnis, pardon, zum Tag des ungeleckten Empfangs – und ehren Sie damit die selbstklebende Briefmarke.

Es gibt einen Hundetag und einen Katzentag. Mir fehlt der Katertag – idealerweise am 24. April, einen Tag nach dem Tag des Deutschen Bieres. Bis zum Lebertag ist man dann ja wieder ausgenüchtert.

Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Denn schon jetzt gibt es nichts, das es nicht gibt: Wer auf Sümpfe steht, freut sich auf den Internationalen Tag der Feuchtgebiete, wer auf Strümpfe abfährt, begeht den Nylon Stocking Day. Und den Tag der verlorenen Socke gibt es auch. Ehrlich. Den Coming Out Day haben wir schon, schön und gut, aber bräuchte es in der heutigen Zeit mit ihrem Flüchtlingselend nicht auch einen Come In Day?

Wenn Ihnen ein Tag zu lang erscheint für Ihr Anliegen, dann probieren Sie es mit einer Stunde. «Die internationale Stunde der Wahrheit», ins Leben gerufen von der Donald-Trump-Stiftung für wahre Lügen. Oder wieso nicht noch kürzer? Wie wäre es mit der «Internationalen Schrecksekunde, in der man meint, neben dem falschen Partner aufzuwachen, aber dann ist es nur der Hund, der sich neben einem ins Bett gelegt hat»?

Aber nicht übertreiben: Das letzte Stündlein möchte ich jedenfalls lieber nicht im Kalender festlegen.

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