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«Ich mache es, solange es halt geht»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Hansruedi Niklaus ist im Schuss. Er steht vor einer Leiter, und diese steht am Zaun vor seinem Haus, wo ein Teil seiner Trauben wächst. «Maréchal Foch», erklärt Niklaus, «die Traubensorte gibt eigentlich Roten, aber ich mache Rosé daraus.» Den Wein produziert er mit zwei Kollegen. Sein Vater habe schon immer Reben gehabt; und Hansruedi Niklaus–der sich lieber als «Rüedu» vorstellt–baut seit 1948 Reben in Kerzers an. Die heurige Ausbeute ist gross: «150 bis 180 Liter gibt es», schätzt der 87-Jährige, und holt eine Flasche des letzten Jahres aus dem Keller: Ein «Rosewägler», benannt nach Niklaus’ Adresse, dem Rosenweg.

Viele und süsse Pflaumen

Eine Leiter steht auch am Pflaumenbaum vor dem Haus. «Das sind Reine Claude», sagt Niklaus, sucht die reifsten, pflückt sie, reicht sie dem Besuch und zeigt nach oben. Der über 50-jährige Baum habe noch nie so viele Früchte getragen. «Die obersten Äste sind ob der Last sogar abgebrochen.» Die Pflaumen sowie die anderen Früchte und Beeren aus dem Garten macht Niklaus mit seiner Partnerin Hedwig Rudolf ein: Um die 300 Gläser Konfitüre produzieren sie jedes Jahr. Sie kümmere sich zwar noch um den Haushalt, aber sie möge nicht mehr «so viel lüpfen», erklärt die 84-Jährige, während sie welke Blätter von den Ästen zupft. Wie ihren Wein verschenken die beiden auch die selbst gemachte Konfi: Niklaus hat drei Grosskinder und sieben Urgrosskinder, Hedwig Rudolf deren je zwei.

Niklaus’ eigentlicher Garten aber steht nicht vor dem Haus, sondern liegt im Grossen Moos, wohin er derzeit täglich per Auto fährt. Er kümmere sich alleine darum, erklärt er auf der Fahrt. Und schon der Anblick zeigt, dass das Stück Land Niklaus viel zu tun beschert: Tomaten stehen in Reih und Glied, den Endiviensalat daneben hat er gerade erst gesetzt, und weiter hinten wächst ein Fenchel neben dem anderen. Niklaus zeigt auf ein Blumenbett. «Die blühen im Herbst schön.» Man solle ihn aber ja nicht fragen, was es für welche sind. «Ich weiss es nämlich nicht.»

Auch im Garten im Grossen Moos steht eine hölzerne Klappleiter, und zwar mitten in den Stangenbohnen. Niklaus klettert behände nach oben und begutachtet die langen, grünen Hülsenfrüchte. Er ist zufrieden. «Über 30 Grad haben sie es besonders gern.» Erst kürzlich habe ihm jemand etliche reife Bohnen aus seinem Garten gestohlen. Das sei «nid eso schlimm», sagt er, «wenn sie nur nicht alles kaputtmachen würden.» Aber eben, stehlen müsse halt schnell gehen, sinniert er. Früher zog Hansruedi Niklaus die Bohnen an 60 Stangen hoch, dieses Jahr sind es 28 Stangen. Die Ernte, die er gestern gepflückt hat, ist schon verkauft. Niklaus war am Morgen in Ligerz, wo er seine Ware an Bekannte verkaufte.

 Ab und zu ein Gläschen

Wächst ihm, der bereits seit 24 Jahren pensioniert ist, die Arbeit nicht über den Kopf? Niklaus sieht’s pragmatisch: «Ich mache es, solange es halt geht. Einmal geht es dann nicht mehr.» Wenn es während der Arbeit heiss ist, gönnt sich der 87-Jährige ab und zu eine Pause im nahen, schattigen Häuschen, welches er 1976 mit seinem Bruder und drei Traktoren vom Grossen Moos zu seinem Garten gezügelt hat. Niklaus zeigt auf ein Senkloch, unter welchem in einer Tiefe von sieben Metern Grundwasser liegt. Aus diesem Loch bezieht er nicht nur Wasser, um den Garten zu bewässern. In dieses Loch lässt er an heissen Tagen auch einen «Rosewägler» an einer Schnur hinunter, erklärt er und sagt verschmitzt: «So kann ich mir während der Arbeit ab und zu ein kühles Gläschen Rosé gönnen.»

«Über 30 Grad haben sie es besonders gern.»

Hansruedi Niklaus

Gärtner und Weinproduzent

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