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«Ich mag an meiner Arbeit die Freiheit und die Selbstständigkeit»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Hubert Gauch ist der Mann im Hintergrund von Alterswil. Dank ihm fliesst frisches Wasser aus den Wasserhähnen, die Strassen sind frei von Schlaglöchern, und die Technik im Schulhaus funktioniert – auch wenn er dies wohl bescheiden verneinen würde. Hubert Gauchs Arbeit wird aber nicht wie die eines Heinzelmännchens über Nacht erledigt, es steckt viel Muskelkraft und ebenso viel Herzblut dahinter. Seit bald 33 Jahren ist er Werkhofangestellter der Gemeinde. Anlässlich der Fusion von Alterswil mit Tafers und St. Antoni am 1. Januar 2021 nimmt er die FN mit auf einen Rundgang durch sein Revier – und erzählt, was sich in den letzten 30 Jahren verändert hat.

Damals alleine im Werkhof

Am 1. Januar 1989 trat der gelernte Automechaniker die Stelle als einziger Werkhofangestellter von Alterswil an. Die Verantwortung für die Strassen, das Wasser und die gemeindeeigenen Gebäude lag in seinen Händen. Hände, in die sich die Arbeit eingraviert hat: Sie sind gross, rau. Seine Hände erledigten die Arbeiten zuverlässig. Während fast 365 Tagen im Jahr. «Im Winter musste ich auf die Skiferien verzichten», erzählt der Hobbysportler. Dies habe er und vor allem seine Familie akzeptiert. «Es ist doch ein schöner Job: Bei schlechtem Wetter darf ich arbeiten und bei schönem Wetter kann ich freimachen.» Und die Kleidung sei heutzutage auch besser, sagt er und klopft auf seine blauen Arbeitshosen. Mittlerweile ist er nicht mehr alleine und hat eine Mitarbeiterin und einen Mitarbeiter zur Unterstützung.

Heute dürfte er aus Gründen der Arbeitssicherheit einige Arbeiten nicht mehr alleine durchführen. Wie beispielsweise die Kontrolle von Kanalschächten. «Ich habe jeweils meiner Frau gesagt: ‹Wenn ich um 17 Uhr nicht zu Hause bin, kommt mich suchen›.»

Mit seiner Arbeit für die Gemeinde begann Hubert Gauch auch bei der Feuerwehr. So kann es sein, dass er bei einem Einsatz mehrere Funktionen übernimmt. Beispielsweise als einmal Schnee eine Stromleitung heruntergerissen hatte, musste er zusätzlich den Schnee von den Strassen räumen und in den Wasserreservoirs dafür sorgen, dass die Versorgung sichergestellt war. «Das hat manchmal an den Nerven gezerrt», sagt er ohne klagenden Ton in der Stimme. Er freut sich auf die zusätzliche Unterstützung, die er und seine Mitarbeiter durch die Fusion erhalten werden. Dann ist Pikettdienst möglich, und er muss im Winter beispielsweise nicht jede Nacht um drei Uhr ans Fenster treten, um zu überprüfen, ob es schon schneit.

Als Kind auf Keilpflug

Mit dem «Schnutze» verbindet Hubert Gauch Kindheitserinnerungen, die zeigen, wie diese Arbeit noch vor seiner Zeit gemacht wurde. Damals habe sein Vater, wie viele Landwirte, den Keilpflug mit Steinen belastet und erst einem Pferd angespannt, später vor den Traktor montiert. «Wir Kinder sassen auf dem Pflug und sahen aus wie Schneemänner», erinnert sich der 60-Jährige. Er hätte damals nie gedacht, dass er später einmal mit einem Schneepflug durch die Gemeinde fahren würde.

Die Strassen haben sich auch in der Zeit seines Arbeitslebens geändert. Das Teeren der Nebenstrassen kam Ende der 1980er-Jahre immer mehr auf. «Wir haben mehr selber gemacht.» Landwirte haben ihm dabei geholfen, Strassenabschnitte auszubessern. «Heute ist die Strassenarbeit professioneller und teurer, dafür halten die Strassen auch der Belastung der grossen, schweren landwirtschaftlichen Maschinen und Camions stand.» Auch die Kommunalmaschinen von Alterswil haben sich ein wenig geändert. Hubert Gauch freut sich – ganz der Automechaniker – auf den grösseren Maschinenpark von Tafers.

Sein eigener Chef

Dass er seinen Job mag, ist ihm trotz Maske an den Fältchen anzusehen, die seine Augen umspielen, wenn er davon erzählt. «Ich mag die Freiheit und die Selbstständigkeit.»

Hubert Gauch fährt mit der Journalistin hoch zum Wasserreservoir Neuenacker. «Ach, das sollten wir mal flicken», sagt er und deutet mit dem Kopf auf Belagsschäden am Strassenrand. «Das war mein Fitnessprogramm», sagt er während er an orangen Schneepfosten vorbeifährt. Er deutet auf eine Strasseninsel, auf Hydranten und Streugutkasten und auf die Weihnachtsbeleuchtung. «Mein Job ist schon sehr vielfältig», resümiert er.

Kontakt zur Bevölkerung

Im Reservoir Neuenacker hat Hubert Gauch PET-Flaschen aufgetürmt, um darzustellen, wie viel 1000 Liter Wasser, die das Reservoir fasst, kosten: 1.50 Franken. Für eine Schulklasse habe er das gemacht. «Ich mag den sozialen Kontakt in meinem Beruf.» Er komme viel mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch. Als Verantwortlicher für die technischen Arbeiten am Schulhaus habe er auch einen guten Draht zu den Lehrpersonen und Schülern. Sein Patensohn habe ihm früher jeweils «Getti» über den Pausenplatz zugerufen, erzählt er. Die Klasse des Jungen übernahm den Namen. «Noch heute sagen mir diese jungen Erwachsenen ‹Getti›.» In der Organisation der neuen Gemeinde entfällt für ihn die Arbeit im Schulhaus.

Neuer Werkhof

Auch eine weitere Aufgabe muss er nicht mehr übernehmen: das Ablesen des Wasserzählers in den Haushalten. «Ich kenne jeden Keller dieser Gemeinde», sagt er. Sein oberstes Gebot war dabei immer die Diskretion. Es sei vorgekommen, dass Neugierige ihn gefragt hätten, wie es denn bei diesen oder jenen Leuten aussehe. Da habe er schlicht geantwortet: «Ich habe keine Ahnung.» Nächstes Jahr werden in den Haushalten der fusionierten Gemeinde Tafers elektronische Wasserzähler montiert. Damit werde die Arbeit anonymer, aber auch einfacher.

Einfacher soll auch die Arbeit vom neuen Werkhof aus erledigt werden können. Um den Unterschied zu zeigen, führt er erst durch den alten Werkhof. Sprich durch vier Garagen neben dem Mehrzweckgebäude. «Es ist halt sehr einfach, aber es hat immer ausgereicht», sagt er und zieht fast entschuldigend seine Schultern hoch.

Der Vorher-nachher-Effekt ist geglückt: Gigantisch erscheinen die gläsernen Türen des neuen Werkhofs. Er ist zwei Stockwerke hoch. Das Feuerwehrauto steht schon bereit. Hubert Gauch zeigt den grosszügigen Pausenraum, die noch leeren Büros, die getrennten Garderoben und Nassräume. Doch es braucht keine Erklärung, um zu erkennen: Es hat mehr Platz für mehr Leute. Auch für die Mitarbeiterin hat es jetzt einen Umkleideraum.

Für ihn und die Werkhofmitarbeiter beginnt ab dem 1. Januar 2021 ein neuer Arbeitsabschnitt: 103 Kilometer Wasserleitungen, 347 Hydranten und ein Strassennetz von 110 Kilometern warten auf sie. Mit Hubert Gauch im Team muss sich Tafers um das Trinkwasser, Strassenschäden oder Schneestürme keine Sorgen machen.

Serie

Drei Porträts zum Abschied

Die Gemeinden Alterswil, St. Antoni und Tafers schliessen sich am 1. Januar 2021 zur Fusionsgemeinde Tafers zusammen. Zum Abschied der drei eigenständigen Gemeinden widmen die FN diesen je ein Porträt.

nas

 

 

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