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«Ich schaue oft wehmütig aus dem Küchenfenster auf die leere Stelle»

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Autor: Marc Kipfer

Eine Woche ist es her, seit das antike Waschhaus beim neuen Kreisel in Salvenach dem Erdboden gleichgemacht wurde. Bernhard Wieland, der direkt neben dem Kreisel wohnt, konnte kaum hinsehen, als die Baumaschinen auffuhren.

«Ich bin mit dem Waschhaus aufgewachsen», erklärt er. Von seinen Eltern und Grosseltern hat er oft Geschichten aus jener Zeit gehört, als in dem Waschhaus tatsächlich noch gewaschen wurde.

«Das Ortsbild von Salvenach ist eigentlich geschützt», weiss der Familienvater aus eigener Erfahrung. Vor drei Jahren wurde ihm mit dieser Begründung untersagt, sein Bauernhaus mit Dachfenstern zu versehen.

«Ein mulmiges Gefühl»

Laut Bernhard Wieland hadern auch andere Menschen in Salvenach mit dem Abriss des Hüttchens. Rund ein Dutzend ältere Einwohner seien letzte Woche noch einmal vorbeigekommen, um einen letzten Blick auf das Gebäude zu werfen, von dem niemand mehr das Baujahr kennt. «Das gibt mir ein mulmiges Gefühl», sagt Wieland. «Ich bin ein Nostalgiker. Momentan blicke ich oft wehmütig zum Küchenfenster hinaus auf die leere Stelle.»

«Abriss hat mit dem Kreisel nichts zu tun»

Dass das «Buchhaus», wie die Einwohner von Salvenach es nannten, ausgerechnet jetzt abgerissen wurde, steht für Wieland im Zusammenhang mit dem kürzlich fertig gestellten Kreisel. «Der Zeitpunkt war günstig, weil die Baumaschinen schon vor Ort waren», glaubt er.

«Der eigentliche Entscheid, das Waschhaus abzureissen, hat mit dem Kreisel nichts zu tun», stellt Gemeindeammann Urs Leicht klar. «Nur die Übersicht am Kreisel wurde dadurch etwas besser», nennt er den aus seiner Sicht wichtigsten Zusammenhang.

Gestern Dienstag war vom Waschhaus nichts mehr zu sehen. Zwei Arbeiter waren damit beschäftigt, die letzten Spuren zu beseitigen. Eine «schöne Grünfläche» soll an dieser Stelle nun entstehen, wie Ammann Urs Leicht bereits Anfang Juni in den FN ankündigte.

Bernhard Wieland bedauert, dass er sich erst jetzt Gedanken um das Waschhaus macht, wo es zu spät ist. Er mache niemandem einen Vorwurf und werde auch ohne das Waschhaus leben können, so Wieland, der seine Lehre aus der Geschichte gezogen hat. «Das nächste Mal werde ich wohl früher reagieren.»

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