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«Ich setze mich für Gerechtigkeit ein»

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Natalie Staub und Afrika. Die junge Frau und der schwarze Kontinent. Sie scheinen auf irgendeine Art zueinander zu gehören. «Mich fasziniert Afrika seit der Kindheit. Woher diese Faszination kommt, ist mir unklar. Ich erinnere mich bloss daran, Bilder der Sahara und von Nomaden gesehen zu haben. Die sind nie wieder aus meinem Kopf», erzählt Natalie Staub.

Aus ihrem Kopf in ihr Leben trat Afrika vor fünfeinhalb Jahren. Die damals 21-jährige Frau durfte ein halbes Jahr in Uganda ehrenamtlich als Hilfslehrerin arbeiten. Diese Stelle hatte ihr eine Jugendorganisation für internationale Freiwilligenarbeit namens ICYE vermittelt. «Ich wohnte in der Hauptstadt Kampala bei einer Gastfamilie und finanzierte mein Leben mit Ersparnissen und etwas Sackgeld der ICYE», sagt Natalie Staub.

200 Schüler, 140 Lehrlinge

Die inzwischen ausgebildete Primarlehrerin hat seither insgesamt rund ein Jahr in Kampala gearbeitet. Allerdings monatsweise und für eine andere private Hilfsorganisation namens AFFCAD (siehe Box). Sie betreibt in Bwaise, einem Slum in Kampala, eine öffentliche Primarschule mit rund 200 Schülern zwischen 4 bis 12 Jahren und ein Berufsbildungscenter für 140 Lehrlinge zwischen 18 bis 25 Jahren. «Bildung ist entscheidend, um in die Berufswelt einzusteigen und auf eigenen Beinen zu stehen», sagt Natalie Staub.

AFFCAD passt sein Ausbildungsprogramm den Fähigkeiten der Lehrlinge und den Bedürfnissen des Marktes an: Catering, Kosmetik, Kochschule, Schneidern, Modedesign, Fotografie, grafische Computerprogramme und Reparaturservice sind zurzeit im Angebot.

Schweiz und Uganda im Herz

Wenn Natalie Staub nicht in Uganda lebt und arbeitet, ist sie in der Schweiz. Sie wohnt in Freiburg und unterrichtet als Heilpädagogin die 1. bis 6. Klasse einer öffentlichen Schule der Stadt Bern. «Mir ist einerseits die ugandische Spontanität ans Herz gewachsen. Andererseits bin ich im selben Herzen genauso fest Schweizerin», sagt sie.

Aufgewachsen ist Natalie Staub in Murten und Courgevaux. Obwohl sie als Kind «sehr schüchtern» war, machte sich schon in der Schule ihre soziale Ader bemerkbar. «Ich mischte mich in Konflikte der Mitschüler ein, um mich für Schwächere gegen soziale Ungerechtigkeit zu wehren.»

Das tut sie im Grunde heute noch im Slum von Bwaise: Sie verhilft sozial Benachteiligten zu ihrem Recht auf Bildung. «Ich setze mich dafür ein, dass Menschen am Rand der Gesellschaft gute Chanchen im Beruf erhalten», sagt Natalie Staub ohne einen Hauch von Idealismus in der Stimme.

Sie möchte im Frühling oder Sommer 2018 wieder für einige Zeit nach Uganda ziehen. «Am liebsten würde ich je zur Hälfte in der Schweiz und in Uganda leben und in beiden Ländern arbeiten», sagt Natalie Staub.

Programmieren gelernt

Ihre Mutter Anita sorgt sich jeweils um die Tochter, wenn diese in Uganda ist. «Ich nehme an, sie fürchtet Gewalt. Sie ängstigt sich aber ohne Grund. Ich habe als junge, weisshäutige Frau noch nie schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht», sagt Natalie Staub.

Sie betreut nebst dem Lehrerinnenpensum noch die Internetseite der AFFCAD. «Dafür habe ich ohne fremde Hilfe zu programmieren gelernt», sagt sie. Auch die südugandische Sprache Luganda spricht Natalie Staub ein wenig. «Es reicht, um sich im Alltag gut genug zu verständigen.»

Den Kontakt zu ihrer Heimat hat sie nie verloren. «Mir sind Murten und Courgevaux sehr wichtig», sagt Natalie Staub. Sie spielt im Mittelfeld und als Verteidigerin im Frauenfussballclub FC Courgevaux in der 3. Liga. «Der Fussballplatz ist meine Heimat», sagt Natalie Staub.

Der Fussball verbindet ihre zwei emotionalen Heimaten: die Schweiz und Uganda. Regelmässig «tschüttelet» Natalie Staub in Bwaise als einzige Frau mit zehn Männern. «Ohne Tore. Wir tragen keine Matches aus, wir spielen unkompliziert zusammen – typisch Uganda.»

Hilfsorganisation

Von Bewohnern des Slums für den Slum gegründet

AFFCAD steht für «Action for fundamental change and development». Auf Deutsch: Aktion für grundlegende Veränderung und Entwicklung. Die private Organisation wurde von vier Bewohnern des Slums Bwaise gegründet und hat zurzeit rund 15 feste und freie Mitarbeiter. Einige davon sind in London tätig. AFFCAD finanziert ihre Kosten von umgerechnet rund 55 000 bis 75 000 Franken im Jahr zu 80 Prozent durch einen Beitrag der Europäischen Union. Die restlichen 20 Prozent spenden Private und Firmen.

Zurzeit möchte die AFFCAD ihre Primarschule innerhalb von Bwaise umsiedeln und ausbauen. Für die Kosten von rund 140 000 Franken sucht das Hilfswerk Sponsoren.

rst

www.affcad.org

«Bildung ist entscheidend, um in die Berufswelt einzusteigen und auf eigenen Beinen zu stehen.»

Nathalie Staub

Mitarbeiterin von AFFCAD

«Ich würde gerne je zur Hälfte in der Schweiz und in Uganda leben und in beiden Ländern arbeiten.»

Nathalie Staub

Mitarbeiterin von AFFCAD

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