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«Ich war mutig in meinen Aussagen»

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Mia Aegerter, dreieinhalb Jahre nach Ihrem letzten Album «Chopf oder Buuch» bringen Sie am Freitag Ihr viertes Werk «Gränzgängerin» heraus. Schon nervös?

Nervös eigentlich nicht. Die Produktion war ein längerer Prozess. Ich freue mich darauf, das Album zu präsentieren.

 

 Sie haben auch bei Ihrem vierten Album die meisten Songs selber geschrieben. Mit welchem Ziel sind Sie an die Arbeit herangegangen?

Wenn ich schreibe, habe ich kein konkretes Ziel. Was ich erlebe und beobachte, verarbeite ich in Texte, so kristallisiert sich der rote Faden des Albums heraus. Bei mir geht das Texten über die Emotionen. Wenn mich zum Beispiel etwas aus der Bahn zu werfen droht, muss ich es aufschreiben, das hilft.

 

 «Gränzgängerin» handelt von den Kulturunterschieden zwischen Schweizern und Deutschen. Ihr täglich Brot?

Der Titel des Albums ist zweideutig. Er steht für jemanden, der an seine Grenzen geht; und für jemanden, der über geografische Grenzen geht; beides trifft auf mich zu. Da ich seit Jahren in Deutschland lebe, kenne ich beide Kulturen enorm gut und erlebe die Unterschiede tagtäglich.

 

 Zum Beispiel?

Der Song «Chocolat» ist in der Freiburger Altstadt entstanden und ist ein koketter Umgang mit dem Thema Kulturunterschiede in einer Beziehung. Ich habe selbst während sieben Jahren so gelebt. Die Deutschen ticken schneller und sind direkter, das ist kein Klischee. Lustig ist, dass wir Schweizer uns in Deutschland wahnsinnig viel erlauben können, wir sind beliebt. Unser Dialekt tönt so ungefährlich (lacht).

 

 Was zeichnet das neue Mundart-Album aus?

Es ist authentisch, ehrlich und direkt. Ich war sehr mutig in meinen Aussagen. Vor allem im Textbereich hat meine Musik eine Entwicklung vollzogen. Ich bin handwerklich weitergekommen und habe angefangen, auch für andere Künstler zu texten. Diese Arbeit ist weniger emotional geleitet.

 

 Was erwarten Sie von «Gränzgängerin»?

Ich habe keine Erwartungen im kommerziellen Sinn. Anerkennung und Respekt von meinen Berufskollegen sind mir jedoch wichtig. Ich hoffe, dass meine Fans das Album gut finden, dass es sie im besten Fall zum Denken anregt und etwas auslösen kann. Neben meiner Tournee im kommenden November sind natürlich auch andere Live-Auftritte das Ziel. Ich würde zum Beispiel gerne in der Auberge aux 4 Vents in Freiburg auftreten.

 

 Die erste Single-Auskopplung ist das Duett «Du bisch mini Heimat» mit Polo Hofer. Wie ist es zur Zusammenarbeit mit ihm gekommen?

Ich schrieb den Song und überlegte mir, mit wem ich dieses Duett singen könnte. Da habe ich Polo den Song geschickt und er hat sofort zugesagt. Wir können stundenlang zusammen reden, haben denselben Humor. Für mich war die Arbeit mit ihm sehr inspirierend.

 

 Das Duett haben Sie auch am 21. Juli in der Sendung «SF bi de Lüt» in der Freiburger Unterstadt gesungen. Was war das für ein Gefühl?

Für mich war es der Hammer, weil ich sonst auch oft dort anzutreffen bin. Ich war überhaupt nicht aufgeregt, es war sehr familiär. Es macht einen auch stolz, wenn man in seiner Heimatstadt auftreten kann.

 

 Seit Juli 2011 leben Sie in Berlin, vorher in München. Wie oft sind Sie in der Schweiz anzutreffen?

Ich bin im Schnitt einmal im Monat hier.

 

 Was gefällt Ihnen an Berlin?

Berlin ist eine Rückzugsstätte, wo ich kreativ sein und mein Künstlerdasein ausleben kann. Die Stadt ist härter und schneller, chaotisch und unordentlich–aber inspirierend.

 

 Was schätzen Sie an den Schweizern, was an den Deutschen?

An den Schweizern schätze ich, dass man sich eher auf sie verlassen kann. In Berlin wollen sich die Leute immer alle Möglichkeiten offen lassen, und sie sind nie pünktlich. An Berlin hingegen schätze ich, dass alles ein wenig unkomplizierter ist und die Leute direkter sind.

 

 In welchem Land sehen Sie sich in Zukunft?

Als selbstständige Künstlerin muss ich es nehmen, wie es kommt. So wie es jetzt ist, habe ich die Freiheit, in beiden Kulturen zu leben. Und das stimmt für mich momentan.

 

 Im Gästebuch auf Ihrer Webseite sind Einträge von Fans zu lesen, die Ihren Ausstieg bei «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» bedauern. Könnten Sie sich vorstellen, wieder bei einer Soap einzusteigen?

Das ist von meiner Lebenssituation abhängig. Es kann schön sein, wieder einmal in einem Team eingebunden zu sein. Momentan bin ich meine eigene kleine Firma. Doch der künstlerische Inhalt der Arbeit als Soap-Darstellerin ist stumpf, weil das Pensum enorm ist. Mich interessiert der Prozess an einer Rolle.

Informationen: www.miaaegerter.ch und auf Facebook.Live-Auftrittam 14. September, 17.30 Uhr am Bahnhof Bern.Plattentaufeam 15. September in der Tuchlaube in Aarau (gratis).

 

«Lustig ist, dass wir Schweizer uns in Deutschland wahnsinnig viel erlauben können. Wir sind beliebt. Unser Dialekt tönt so ungefährlich.»

«Wenn mich etwas aus der Bahn zu werfen droht, muss ich es aufschreiben, das hilft.»

«Ich habe Polo den Song geschickt und er hat sofort zugesagt. Wir können stundenlang zusammen reden, haben denselben Humor.»

Zur Person

Drei Jahre bei «GZSZ» mitgespielt

Die 36-jährige Mia Aegerter wuchs in Düdingen auf und besuchte dort die obligatorische Schule. Nach der Matura am Kollegium St. Michael in Freiburg verbrachte sie ein Jahr in Amerika, bevor sie in München eine Musicalausbildung absolvierte. Von 2000 bis 2003 spielte sie die Rolle der Xenia di Montalban in der bekannten Serie «Gute Zeiten, schlechte Zeiten». Es folgten weitere Rollen in TV- und Kinoproduktionen in Deutschland und in der Schweiz, darunter im Schweizer Film «Achtung, fertig, Charlie!». Ihr aktuellstes Schauspiel-Engagement ist eine Nebenrolle im TV-Film «Der Teufel von Mailand», der am 30. September auf SF1 ausgestrahlt wird. Als Sängerin veröffentlichte sie im Jahr 2004 ihr Debütalbum «So wie i bi/The Way I Am»; 2006 folgte «Vo Mänsche u Monschter/Of Humans & Monsters». 2009 setzte sie mit «Chopf oder Buuch» erstmals ganz auf Mundart. Ihr neustes Album «Gränzgängerin» hat sie mit ihrem ehemaligen Lebenspartner Julian Feifel produziert.ak/cs

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