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«Ich war schon immer ein Glückskind»

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Silvie Schafer ist im Freiburger Schulhaus Vignettaz als Tochter des Schulhausabwarts aufgewachsen. «Als Kind war ich ein halber Knabe», erinnert sie sich im Gespräch mit den FN. Sie habe ihrem Vater bei den Arbeiten im Schulhaus geholfen und sei nicht gerne stillgesessen. «Ich fand alles abseits der Schule spannender», so die 51-Jährige. Auch heute noch verspürt sie einen immensen Bewegungs- und Tatendrang.

Wenn Silvie Schafer sich etwas in den Kopf setzt, zieht sie es auch durch. So hat sie als Teenager die kaufmännische Lehre abgeschlossen, obwohl die Arbeit nicht ihrem Naturell entsprach. Mit 19 Jahren reiste sie ans andere Ende der Welt, nach Neuseeland, um Englisch zu lernen. Nach zwei Monaten erreichte sie dort eine Hiobsbotschaft: Ihre drei Jahre jüngere Schwester war an Neuro­fibromatose erkrankt, einer unheilbaren Erbkrankheit, bei welcher sich immer wieder aufs Neue Tumore um die Nervenbahnen bilden.

Enger Familienzusammenhalt

Ihr Leben und das ihrer Familie war nach der Diagnose der jüngeren Schwester nicht mehr das gleiche. Die unzäh­ligen Operationen und die Krankheitsgeschichte hätten die Familie sehr geprägt und näher zusammengebracht. Silvie Schafers Eltern liessen sich frühpensionieren, um für die jüngere Schwester eine Stütze zu sein. Trotz der unheilbaren Krankheit heiratete die jüngere Schwester und bekam zwei Kinder. Silvie Schafer hat oft auf sie geschaut. «Meine Schwester hat nie auf das geachtet, was sie nicht mehr konnte. Sie fokussierte sich stets auf das, was sie noch konnte.» Ihr Optimismus hat Silvie Schafer geprägt. Die gesamte Familie unterstützte sich gegenseitig. Bis im Jahr 2004. Mit 31 Jahren starb die jüngere Schwester von Silvie Schafer nach einem kurzen, aber erfüllten Leben.

Vier Jahre später ereilte die Familie ein weiterer Schicksalsschlag. Die Mutter von Silvie Schafer starb an Krebs. «Für die Kinder meiner jüngeren Schwester war der Verlust der Grossmutter am schlimmsten», erzählt die Tante Silvie Schafer. Sie rechnet den Kindern ihre Stärke hoch an, so wie sie schon deren Mutter für ihre Lebensfreude bewundert hat. Silvie Schafer stellt sich selbst nicht ins Zentrum ihrer Lebensgeschichte.

Einsatz für ihr Umfeld

Ihre scheinbar grenzenlose Energie, die sie schon als Mädchen verspürte, setzt sie gerne für andere ein. Sie hat unter anderem an der Universität Freiburg verschiedene Fitnesskurse beispielsweise in Kickboxing und Salsa geleitet – von Letzterem erzählt sie mit schwingenden Armbewegungen. Sie hat einen Bauchrednerkurs gemacht und Didgeridoo zu spielen gelernt. Scheinbar nebenbei hat sie in Eigenregie einen Roman veröffentlicht. «2016 ist meine Cousine an Krebs gestorben und kurz darauf meine beste Jugendfreundin», erklärt Silvie Schafer den Antrieb, mit dem Erlös des Romans etwas für die Schweizer Krebsliga zu tun.

Wo andere Wellnesskuren machen, um Energie zu tanken, braucht sie weniger Zeit, um sich zu erholen. «Mich macht es glücklich, einfach kurz einen Kaffee auf dem Balkon in der Sonne zu trinken.»

Leidenschaftliche Katechetin

Silvie Schafer bezeichnet sich selbst als Glückskind – obschon ihr Leben nicht nur von Glücksmomenten geprägt war. Woher nimmt sie diese Kraft? Zum einen ist es der Sport, der sie seit Kindesbeinen begleitet. Zum anderen aber auch ihre Familie, ihre drei Töchter, ihre Freunde und der Glaube. «Für unsere Familie war der Herrgott nie ein Fremdwort.» Der Sport und der Glaube bilden Eckpfeiler in ihrem Leben, aus denen sie Kraft schöpft. Nachdem Silvie Schafer von Neuseeland zurückgekommen war, begann sie mit der Ausbildung zur Katechetin. Seit rund 29 Jahren ist sie katholische Religionslehrerin. Sie habe mittlerweile in fast allen Freiburger Stadtschulen unterrichtet. Seit drei Jahren arbeitet sie auch in Tafers. Den Schulkindern möchte sie die Freude am Glauben vermitteln. «Ich möchte die Kinder von innen stärken», sagt sie, die dank ihrem Glauben verschiedenste Schicksalsschläge überwunden hat. Sport ist für Silvie Schafer ebenso wichtig wie der Glaube. Nach einer Knieoperation musste sie schweren Herzens das Leiten von Fitnesskursen aufgeben.

Tanzen bis am Morgen

Seit fünf Jahren ist sie begeisterte Line Dancerin. Zwei Mal in der Woche tanzt sie in Plasselb. «Wir machen kein typisches Country Line Dance.» Ihr gefalle die Mischung aus Musik und Leuten. «Jeder kann mitmachen», sagt sie mit einem Strahlen im Gesicht. An Festen kann sie, obwohl sie ein Morgenmensch ist, auch bis in die frühen Morgenstunden durchtanzen.

Für die Zukunft hat Silvie Schafer noch keine konkreten neuen Projekte geplant. «Ich habe immer 1001 Ideen im Hinterkopf», sagt sie mit einem verschmitzten Lachen. Sie ist glücklich mit dem, was sie hat, und sagt bereits mit 51 Jahren: «Wenn ich jetzt sterben müsste, wäre ich zufrieden.»

FN-Serie

Eine Stafette mit Porträts

In einer losen Serie stellen die «Freiburger Nachrichten» verschiedenste Menschen aus ihrem Einzugsgebiet vor. Die Artikelserie funktioniert wie eine Stafette: Es ist der jeweils Porträtierte, der das nachfolgende Porträt bestimmt.

 

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