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«Ich werde meine Spielweise nicht ändern»

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Tristan Scherwey, wie lebt es sich, wenn man als Freiburger der Buhmann der Gottéron-Fans ist?

Natürlich nimmst du wahr, wenn dich die ganze Halle auspfeift. Dass die Zuschauer ihre Spieler unterstützen, ist normal. Aber wenn ich wählen kann, werde ich lieber in Freiburg von 7000 Fans ausgepfiffen und in Bern von 17 000 gefeiert, als umgekehrt.

 

 Sie haben für Ihren Check gegen Benjamin Plüss zwei Spielsperren kassiert. Zurecht?

Beim Check habe ich darauf geachtet, dass mein Arm unten bleibt. Alle, die etwas von Eishockey verstehen, sahen, dass ich ihn mit der Schulter getroffen habe. Weil Blut im Spiel war, ist jedoch klar, dass ich Plüss am Kopf touchiert habe. Für mich war es ein harter, aber fairer Check. Dennoch habe ich die Grenze wahrscheinlich ein wenig überschritten, weshalb ich mit einer Sperre gerechnet habe. So, wie es der ganze Kanton Freiburg erwartet hat. Ich habe die Strafe akzeptiert. Sie ist gerechtfertigt. Der Einzelrichter hat gute Arbeit geleistet.

 Mit Ihrer aggressiven Spielweise bewegen Sie sich wie etwa Gottérons Shawn Heins auf einem schmalen Grad.

Dessen bin ich mir bewusst. Aber mein Spiel war schon immer so. Ich spiele hart, aber nie mit dem Ziel, einen Gegenspieler zu verletzen. Es ist normal, dass man bis an die Grenzen geht. Heins spielt auch immer hart. Vor ein paar Jahren ist ja Roman Josi in einen Hammer von Heins gelaufen. Von 200 Checks geht manchmal einer über die Grenzen hinaus. Ich bin dafür keiner, der hintenrum Stockschläge in die Waden oder den Rücken verteilt. Viele hassen mich wegen meiner harten Spielweise, weil ich jeden Check fertig mache. Aber wie gesagt, ich versuche, dabei stets fair zu bleiben.

 

 Heins wollte Ihnen kurz vor Ende des ersten Spiels noch eine Abreibung verpassen. Wie haben Sie die Szene beim Bully erlebt?

Ich ging zum Bully und sah, dass er kam. Dann habe ich einfach den Puck gespielt, und Heins versuchte, auf mich einzuschlagen. Ich bin aber keiner, der Schlägereien sucht. Das ist nicht mein Spiel und das erwartet mein Team auch nicht von mir. Wir führten wenige Sekunden vor Ende mit 4:1, weshalb eine Schlägerei keinen Sinn gemacht hätte. Solche Dinge habe ich mit der Zeit gelernt. Aber ich verstehe natürlich auch die Freiburger. Sie wollten ein Zeichen setzen, das ist normal.

 

 Wie intensiv verfolgen Sie nach einem Vorfall wie dem Check gegen Plüss die Diskussionen in der Presse oder in der Öffentlichkeit?

Wenn ich sage gar nicht, wäre das gelogen. Ich wusste sofort, dass dieser Check für Gesprächsstoff sorgen würde. So etwas kannst du nicht beeinflussen. Was passiert ist, ist passiert. Wie der Einzelne über den Check denkt, ist ihm überlassen, und auch was in den Zeitungen steht, ist kein Problem für mich. Ich lese es und vergesse es gleich wieder. Die Gespräche mit der Familie und den Freunden, die fast alle in Freiburg sind, waren spezieller. Da besteht ein anderer Draht. Ich denke einfach, dass man, wenn man nicht selber auf dem Eis gestanden hat, nicht gross mitreden kann. Und ich bin nicht der einzige Eishockeyspieler, der so denkt.

 

 2010 waren Sie bereits einmal in einem Playoff-Final gesperrt. Wie sehr ärgert Sie dies?

Eine Sperre ist nie schön, schon gar nicht in einem Final. Klar ist das ärgerlich. Ich bin mit der Situation aber relativ gut umgegangen und freue mich jetzt darauf, am Donnerstag wieder spielen zu können.

 Was darf man vom SCB und Ihnen in Spiel vier der Serie erwarten?

Ich sah die Partie vom Dienstag im TV. Es war schon recht speziell, beide Teams nahmen kaum Risiko. Ich denke, wir müssen nichts ändern, da wir bisher eine gute Serie gespielt haben. Wir haben die Qualitäten für den dritten Sieg. Aber die Freiburger wollen den Sieg genauso fest wie wir, das ist ja das Spannende. Ich selber werde an meiner Spielweise nichts ändern. Nachdem ich pausieren musste, bin ich sicher etwas frischer als die anderen. Ich weiss auch, dass nun noch mehr Augen auf mich gerichtet sein werden. Aber das ist kein Problem. Solche Herausforderungen sind das Schöne am Eishockey.

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