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«Ich wollte gar nie berühmt werden»

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Gross, schlank, mit schwarzer Sonnenbrille und einer Zigarette in der Hand, dazu eine ruhige und interessierte Art, die einem während des Gesprächs das Gefühl gibt, ernst genommen zu werden: Das ist der erste Eindruck von Pedro Lenz, dem Autor des Mundart-Bestsellers «Der Goalie bin ig»–dessen Verfilmung vorgestern Abend im Openair-Kino Freiburg über die Bühne ging. «Ich versuche immer, Geduld mit den Leuten zu haben und dabei meinem Gegenüber zuzuhören», erzählt der schlaksige Berner. Und dies scheint nicht gelogen zu sein: Am kleinen runden Tisch unter der grossen Leinwand im Bollwerk signiert Pedro Lenz nicht nur seine «Der Goalie bin ig»-Editionen, sondern verwickelt sich sofort in ein Gespräch mit seinem Vis-à-vis. Und immer wieder fällt ein lässiger Spruch, macht sich ein Schmunzeln erkennbar.

«Ich habe halt keine Berührungsängste», sagt der Literat in breitem Berndeutsch. Vielleicht habe er deswegen eine gewisse Berühmtheit erlangt, aber jedenfalls «wollte ich gar nie berühmt werden».

Vom Maurer zum Autor

Diese Aussage scheint sich auch beim Rückblick auf sein Leben zu bestätigen: 1965 in Langenthal geboren, absolvierte Lenz die Maurerlehre. «Ich war aber ein untypischer Maurer», meint Lenz und erklärt, dass er eigentlich hätte studieren sollen–was er dann schliesslich auch noch tat: «Als Erwachsener holte ich die Matur nach und studierte einige Semester spanische Literatur.»

Sein Traum sei es schon immer gewesen, vom Schreiben leben zu können, und so setzte Lenz im Jahr 2000 alles auf eine Karte: «Ich brach das Studium ab und begann, mich voll und ganz aufs Schreiben zu konzentrieren.»

Ein risikoreicher Schritt, bestimmt–aber einer, der aufging: Lenz machte vor allem durch seinen Hang zum Dialektalen von sich reden: «Der Goalie bin ig», fand einen solchen Anklang, dass in diesem Jahr eine Verfilmung der Geschichte rund um den Lebenskünstler aus der Berner Provinz hervorging (siehe Kasten).

Ein Flair für Grenzgebiete

Dass es Pedro Lenz für die filmische Umsetzung seines Romans nun auch nach Freiburg zieht, habe seine Gründe: «Grenzgebiete, wie Freiburg eines ist, interessieren mich.» Das Nebeneinander von Französisch und Deutsch würde eine unverkennbare Ambiance schaffen, so der 49-Jährige. Dazu sei es für ihn auch eine Chance, den «Goalie» in der Westschweiz bekannt zu machen. Vor allem mit Deutschfreiburg verbindet Lenz aber scheinbar noch etwas mehr, wie der Mundart-Autor verrät: «Ich habe mir früher die Lieder der Band Rään rauf und runter angehört–mich fasziniert das Archaische an diesem Dialekt.»

«Goalie»: Verfilmung eines Bestsellers übertrifft Erwartungen

D er im Jahr 2010 publizierte Roman «Der Goalie bin ig» erzählt einen Zeitabschnitt im Leben eben dieses «Goalies»: Ein Bewohner aus der Berner Provinz, der aufgrund eines Drogengeschäfts ein Jahr lang hinter Gittern verbringt. Danach versucht der Lebenskünstler in seiner Heimat «Schummertal», neu anzufangen – und als sich scheinbar alles zum Guten wendet, holt ihn seine Vergangenheit wieder ein. Die Verfilmung des Werks, die an den Solothurner Filmtagen im Januar ihre Premiere feierte, legte einen vielversprechenden Start hin: So wurde «Der Goalie bin ig», neben anderen Auszeichnungen, zum besten Schweizer Film des Jahres gekürt. Nach Pedro Lenz hätte auch die Anzahl der Kinobesuche die Erwartungen bei weitem übertroffen. «Etwa 130 000 Leute haben den Film bereits gesehen.» ma

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