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«Ich wollte meiner Mutter helfen»

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«Es war sehr, sehr dumm, und ich bereue es zutiefst», sagte ein 21-jähriger Mann gestern vor dem Bezirksgericht Saane. Gemeinsam mit einem heute 20-jährigen Freund hatte er im Oktober und November 2013 mehrere Überfälle in Freiburg und im Sensebezirk begangen (siehe Kasten).

«Wofür haben Sie Geld gebraucht? Um Ihre Studien zu bezahlen? Waren Sie obdachlos? Hatten Sie nichts zu essen?», fragte Gerichtspräsident Benoît Chassot. «Non, Monsieur», antwortete der ältere, damals arbeitslose Beschuldigte. Er habe das Geld jedoch nicht für den Ausgang und für neue Kleider gebraucht. «Ich wollte meiner Mutter helfen. Ich habe einige Rechnungen bezahlt und wollte ihr noch mehr Geld geben–aber sie nahm es nicht an.»

Ähnlich klang es beim zweiten Beschuldigten, der seine Lehre geschmissen hatte und zur Zeit der Überfälle ebenfalls arbeitslos war. «Ich habe meiner Mutter etwas Geld für Einkäufe gegeben und Kleider für meinen Bruder und mich gekauft.»–«Wir haben da ja zwei Musterkinder», bemerkte Chassot ironisch. «Aber hätte es Ihre Mutter nicht bevorzugt, wenn Sie das Geld auf legale Weise beschafft hätten?»–«Oui, Monsieur.»

«Keine Lust zu arbeiten»

«Die beiden brauchten Geld, um zu feiern und ihre Freunde zu beeindrucken–hatten aber keine Lust zu arbeiten», beschrieb Staatsanwältin Catherine Python in ihrer Anklagerede die Mentalität der bei- den Beschuldigten. Im Zusammenhang mit den Überfällen forderte sie für beide einen Schuldspruch wegen bandenmässigen Raubes, zumindest aber wegen Raubes, wegen versuchten bandenmässigen Raubes, zumindest wegen versuchten Raubes, wegen Erpressung, Freiheitsberaubung, Geiselnahme und des Vergehens gegen das Bundesgesetz über Waffen. Mit dem Ziel, einfach an Geld zu kommen, hätten die beiden Männer gemeinsam einen Plan zurechtgelegt, die Ausrüstung besorgt und die Rollen verteilt; was die rechtliche Qualifikation als bandenmässigen Raub rechtfertige. Auch hätten sie vor den Überfällen die Opfer beobachtet–jedoch in keinem Moment an die Konsequenzen für diese gedacht. Für den Jüngeren forderte Python eine Freiheitsstrafe von 4,5, für den älteren eine Strafe von 5 Jahren.

Ihre Mandanten hätten den Grossteil der Vergehen zugegeben und bereuten diese aufrichtig, sagten sowohl Sébastien Dorthe, Verteidiger des 21-Jährigen, als auch Nathalie Tschudi, Verteidigerin des 20-Jährigen. Jedoch hätten sie nur vier der ihnen vorgeworfenen fünf Überfälle begangen, für denjenigen beim Kiosk du Grand-Pont seien sie nicht verantwortlich. Die vom Betreiber beschriebenen Helme und die Waffe hebe sich von den anderen Überfällen ab, argumentierte Tschudi. Auch wehrten sich die beiden Verteidiger gegen die rechtliche Qualifikation als bandenmässigen Raub,der härter bestraft wird. «Die Überfälle waren nicht organisiert. Die beiden handelten spontan, wenn sie wieder Geld brauchten», so Dorthe. Beide Verteidiger plädierten auf eine bedingte Freiheitsstrafe. Die Beschuldigten hätten nun eine Lehrstelle und seien auf dem richtigen Weg. «Zerstören Sie nicht ihre Zukunft mit einer Gefängnisstrafe», so Tschudi. Das Gericht entscheidet heute.

Vorgeschichte

Beschuldigte streiten einen Überfall ab

Gemäss Anklageschrift haben die beiden Männer, die gestern vor dem Bezirksgericht Saane standen, am 10. Oktober 2013 den Tamoil-Tankstellenshop im Freiburger Perollesquartier ausgeraubt. Am 17. Oktober bestellten sie mehrere Pizzen–und überfielen die Kurierin an der angegebenen Adresse. Als diese sich weigerte, das Geld herauszugeben, versetzten sie ihr mit einem Taser mehrere Elektroschocks. Am 22. Oktober 2013 folgte ein versuchter Überfall auf den Kiosk du Grand-Pont, wobei der Betreiber die Täter mit Pfefferspray verjagte. Am 31. Oktober bedrohten sie im BP-Shop in Tafers die Kassiererin und leerten die Kasse. Am 12. November versuchten sie dasselbe im Agrola TopShop in Düdingen. Dabei wurden sie jedoch von der Polizei gefasst. Die Beschuldigten haben das meiste zugegeben. Sie bestreiten jedoch den Überfall auf den Kiosk du Grand-Pont sowie die Benutzung des Tasers.rb

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