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«Ich wollte nur eins: auf den Bau»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Carolin Foehr

Eigentlich wollte Carmen Reolon Kleider entwerfen. Dann Bühnenbildnerin werden. Später Schauspielerin. Zum Schluss hat sie sich fürs Architektur-Studium in Lausanne entschieden. «Meine künstlerischen Träume habe ich aber nie aufgegeben», sagt die heute 50-Jährige.

Und schliesslich hat auch Architektur viel mit Kunst zu tun, mit Farben, Formen und Raumgestaltung. Doch was Carmen Reolon an ihrem Beruf liebt, ist der Austausch. «Wenn man ein Haus baut oder umbaut, ist das ein Geben und Nehmen», erklärt sie. Nicht nur zwischen dem Bauherrn – oder der Bauherrin – und dem Architekten, sondern auch ein Austausch mit dem Gebäude selbst. Deshalb hat sich Carmen Reolon auf die Restaurierung von historischen Häusern spezialisiert: «Ich muss mich mit dem Gebäude auseinandersetzen, bis ich dessen wahre Identität verstehe und umsetzen kann.»

«Küchen-Architekten»

Ab Februar will die Architektin, die in Marly ein Atelier führt, eine neue Art von Austausch suchen. «Ich lebe meinen Beruf mit Leib und Seele», sagt sie, «diese Leidenschaft will ich anderen weitergeben.» In Zusammenarbeit mit dem Frauenraum Freiburg organisiert sie 2011 eine Reihe von Architektur-Kursen (siehe Kasten). Denn Carmen Reolon weiss aus eigener Erfahrung, wie wenig Frauen auch heute noch den Weg unter die Architekten finden.

Das Problem liegt dabei nicht bei der Ausbildung: «Als ich studierte, war die Hälfte der Studierenden Frauen», sagt sie. Diese Tendenz hat sich heute noch verstärkt. Die Schwierigkeiten entstehen erst nach dem Studium: Architekturbüros stellten Ende der Neunzigerjahre zwar Frauen ein, liessen sie aber vor allem Projektzeichnungen machen. «Küchen- und Badezimmer-Architekten» nannten manche die Praktikantinnen spöttisch. Da fiel Carmen Reolon völlig aus dem Rahmen: «Ich wollte nur eins: Raus auf den Bau!» Heute hat sich die Öffentlichkeit zwar an Bauherrinnen und Architektinnen auf den Baustellen gewöhnt. Die Hürde der Selbstständigkeit ist aber weiterhin schwierig zu überwinden.

Mit Familie vereinbaren

Heute weiss Carmen Reolon, dass es für den Architektenberuf mehr braucht als Kreativität: Disziplin, Ausdauer und die Bereitschaft zu finanziellen Risiken. Darin sieht sie den Hauptgrund, warum nur wenige Frauen diese Laufbahn wählen: «Wer sich um eine Familie kümmern muss, hat diese Risikobereitschaft weniger.»

Carmen Reolon hat keine Kinder. Bereut sie den Umstand? – «Eigentlich nicht. Vielleicht bin ich für diese Herausforderung nicht bereit gewesen», antwortet sie.

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