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«Ich wollte Vertrauen schaffen»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Charles Nicolas Moser, seit diesem Sommer sind Sie Direktor der Industriellen Betriebe (IB) Murten. Vorher waren Sie in der ganzen Schweiz als Unternehmensberater unterwegs. Ist die Tätigkeit als IB-Direktor ein Heimkommen? Sie sind ja in Murten aufgewachsen.

Auf jeden Fall. Ich wohnte zwar bereits in Murten. Durch meine Tätigkeit war ich aber häufig lange unterwegs. Deshalb hatte ich immer den Wunsch, näher bei der Familie zu sein. Ich hatte als Verwaltungsrat der IB Murten bereits einen Fuss im Unternehmen. Als dann die Direktorenstelle frei wurde, habe ich mich dafür beworben. Ich wollte mich schon länger in Murten stärker engagieren. Aber ich bin politisch nicht aktiv. Mit meiner Tätigkeit bei der IB Murten kann ich mich nun engagieren.

 

 Mit Politik haben Sie aber jetzt trotzdem zu tun. Die IB Murten gehören ja der Gemeinde.

Die IB Murten geniessen eine grosse Selbständigkeit, auch als öffentlich-rechtliche Anstalt im Besitz der Gemeinde Murten. Der Gemeinderat übt keinen politischen Druck auf das Unternehmen aus. Natürlich haben wir Unternehmensziele, die wir erreichen müssen. Und selbstverständlich erwartet die Gemeinde Murten als Eigentümerin, dass wir profitabel arbeiten und Gewinn an die Gemeindekasse abführen. Und dann gibt es Vorgaben wie die stärkere Nutzung von erneuerbarer Energie, die auf dem Energieplan der Stadt Murten basieren. Daraus ist zum Beispiel das Projekt der Fernwärmeversorgung entstanden.

 

 Warum machen das die IB Murten selber als Produzentin von Energie und nicht einfach mit dem Einkauf von erneuerbaren Energien wie etwa aus Wasserkraft?

Das machen wir bereits. Fast alle privaten Kunden nutzen erneuerbare Energien, was rund 50 Prozent des Stroms entspricht, mit dem wir unser Gebiet versorgen. Damit haben wir mit der Marktentwicklung Schritt gehalten. Das Fernwärmeprojekt ist ein sinnvoller Schritt und ein zusätzlicher Beitrag–gerade weil die Stadt Murten historisch bedingt noch viele Elektroheizungen hat. Und aus Platzgründen oder wegen des Denkmalschutzes ist es sehr aufwendig oder gar nicht möglich, neue Heizsysteme zu installieren. Mit Fernwärme ist das möglich, da wir ja nur mit Leitungen die Feinversorgung in den Häusern machen, ohne dass aufwendige Installationen nötig sind.

 

 War der Bau der Heizzentrale des Fernwärmenetzes Ihre grösste Herausforderung? Immerhin ist trotz Baustart noch eine Beschwerde vor dem Kantonsgericht hängig.

Das Fernwärmenetz und der Bau der Heizzentrale waren bisher sicher zentrale Elemente und eine grosse Herausforderung. Mir war bereits vor meinem Engagement klar, dass in Bezug auf das Fernwärmeprojekt einige Massnahmen nötig sind. Mir war sehr wichtig, dass wir rasch die Kommunikation mit den Einsprechern, aber auch mit der Bevölkerung verbessern müssen. Da waren einige Kommunikationsmassnahmen nötig.

 

 Was hofften Sie mit diesen Massnahmen zu erreichen?

Vertrauen schaffen. Es ging nie darum, eine Werbekampagne oder reine PR-Arbeit zu machen. Das Ziel war, das Vertrauen wieder herzustellen, ohne die Meinungen ändern zu wollen.

 

 Gibt es trotzdem Veränderungen, gerade in der Beziehung zu den Einsprechern, die gegen den Bau der Heizzentrale sind?

Ich habe den Eindruck, dass mindestens die Bereitschaft da ist, zusammen zu reden. Die Gesprächskultur hat sich verbessert. In dieser Hinsicht spüre ich auch eine Wertschätzung der Einsprecher. Wir sind nicht der gleichen Meinung, das muss man auch nicht sein. Auch aus der Bevölkerung gab es positive Reaktionen. Es sei gut, dass wir vermehrt versuchten, die Einwohner einzubinden und sie gut zu informieren. Sogar die politischen Parteien unterstützen uns in dieser Hinsicht.

 

 Wie geht es mit dem eigentlichen Bau der Heizzentrale vorwärts? Der Bau hat ja sozusagen in letzter Minute begonnen, um den grössten und wichtigsten Kunden, das Spital Meyriez, im nächsten Herbst pünktlich auf die Neueröffnung an das Fernwärmenetz anschliessen zu können.

Seit dem Baustart Mitte Oktober gab es keine Verzögerungen. Diese gab es nur vorher. Auch wir mussten uns gut überlegen und die Risiken abwägen, trotz einer hängigen Beschwerde mit dem Bau zu starten. Die Anliegen der Beschwerdeführer richten sich nicht prinzipiell gegen die Heizzentrale. Beim geplanten Bau halten wir alle Gesetze und Normen ein.

 

 Was sind für ein lokales Energieunternehmen die langfristigen Herausforderungen in einem liberalisierten Strommarkt?

Ganz sicher die zweite Stufe der Marktöffnung. Da müssen wir als IBM entscheiden, wie wir uns positionieren wollen. Besonders gefordert sind wir wegen der Marktöffnung im Strombereich, aber auch im Trinkwasserbereich. Da geht es darum, die Qualität des Wassers langfristig zu gewährleisten. Also etwa, ob unsere Quellen in Bezug auf Menge und Qualität genügen oder ob Sanierungen und weitere Erschliessungen nötig sind.

Zur Person

Vom Berater zumDirektor der IB Murten

Charles Nicolas Moser ist 44-jährig und in Murten aufgewachsen. Seit Juni 2014 ist er Direktor der Industriellen Betriebe (IB) Murten. Davor war er als Unternehmensberater tätig und arbeitete auch 14 Jahre lang bei Elektrizitätsversorgungsunternehmen. Er studierte an der ETH Lausanne und schloss mit einem Ingenieur-Diplom im Bereich Elektrotechnik ab. Moser ist verheiratet und hat einen Sohn. Mit seiner Familie wohnt er in Murten.tk

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