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«Ich wünsche mir vom Volk mehr Akzeptanz»

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«Ich wünsche mir vom Volk mehr Akzeptanz»

Im Gespräch mit Vreni Buntschu, Frau Ammann von St. Silvester

Die angespannte finanzielle Lage lässt der Gemeinde St. Silvester nur einen engen Spielraum für Investitionen. Frau Ammann, Vreni Buntschu, sieht darin auch den Hauptgrund für die harten und nicht immer sachlichen Diskussionen in der Bevölkerung.

Mit VRENI BUNTSCHU
sprach IMELDA RUFFIEUX

Die finanzielle Situation der Gemeinde ist nicht rosig und die Sparmöglichkeiten sind beschränkt. Wie sehen Sie die Zukunft der Gemeinde?

Ja, es stimmt, die finanzielle Lage ist wirklich nicht rosig. Obwohl wir in der Gemeinde-Klassifikation in die Stufe 6 gekommen sind, was uns etwas Luft verschafft hat, müssen wir sehr vorsichtig umgehen mit dem Geld.

Hätten wir mehr davon, ich bin sicher, dass es dann weniger Unstimmigkeiten gäbe in St. Silvester.

An der Gemeindeversammlung gab es Diskussionen um die Errichtung einer Gewerbezone. Welches sind die Beweggründe des Gemeinderates für dieses Projekt?

An der letzten Gemeindeversammlung haben wir unter dem Budget-Posten einen Betrag von 30 000 Franken aufgenommen, der für ein Projekt Gewerbezone gedacht war. Da aber schon einige Bürger wussten, dass unter anderem die Firma Andrey ein Interessent ist, wurde vehement dagegen angekämpft.

Hätten wir im Budget einen Betrag von 100 000 Franken gehabt, aber mit einem anderen Namen, hätte wohl niemand etwas gesagt. Das stimmt mich schon nachdenklich.

Durch ein solches Unternehmen würde man Arbeitsplätze erhalten, neue schaffen und nicht zuletzt sichert dies uns die Klassifizierung des Kantons. Wir können es uns nicht leisten, ein grösseres Unternehmen wegziehen zu lassen. Die lokale Wirtschaftsförderung liegt uns am Herzen.

Darum darf ich auch sagen, dass das Projekt für den Gemeinderat auf keinen Fall gestorben ist. Es hat auch noch andere Interessenten für eine Gewerbezone, für die rund 25 000 Quadratmeter vorgesehen ist. Der Gemeinderat wird in dieser Sache einen Informationsabend veranstalten.

Kann St. Silvester seine Eigenständigkeit bewahren oder ist die Fusion mit einer anderen Gemeinde letztendlich die einzige Möglichkeit?

Was die Fusion betrifft, kann ich leider noch nichts Neues sagen. Wir sind mitten in der Auswertung der Fragebogen. Wir haben sehr viele Ja-Stimmen erhalten, aber das sagt im Moment noch nichts aus.

Mir ist es wichtig, dass es zu einer Abstimmung kommt und dass die Bürger und Bürgerinnen ihre Stimme für oder gegen eine Fusion abgeben können. Denn letztlich geht es um Geld, das vom Kanton zur Verfügung gestellt wird.

Was die Eigenständigkeit betrifft, kann ich nur sagen: Sparen müssen wir so oder so, ob alleine oder auch gemeinsam mit einer anderen Gemeinde, in diesem Bereich ändert eine Fusion nicht viel.

Auch wenn St. Silvester in Zukunft politisch zu einer anderen Gemeinde gehören würde, so ist es doch wichtig, dass die Ortsbezeichnung St. Silvester als solche weiterhin bestehen bleibt.

An den Gemeindeversammlungen geht es jeweils sehr emotional zu. Wie geht der Gemeinderat mit dieser Situation um – kann überhaupt noch Sachpolitik betrieben werden?

In der letzten Legislatur mussten wir schon einiges über uns ergehen lassen. Wir hatten dann die amtliche Untersuchung, die etwas Beruhigung in die Sache brachte. Die letzten zwei Jahre ist es nun gut gegangen, aber vermutlich ist es den Leuten langweilig geworden, wenn es keine «Action» mehr gab . . .

Sie haben das Amt der Frau Ammann erst seit relativ kurzer Zeit inne. Wie gehen Sie mit der persönlichen Belastung um? Müssen Sie auch persönliche Angriffe in Kauf nehmen?

Ich bin in der Zwischenzeit schon acht Jahre im Gemeinderat und habe viele emotionsgeladene Gemeindeversammlungen erlebt. Das ist sicher nicht schön. Es gibt immer wieder persönliche Angriffe, auch per Telefon, anonyme Briefe usw.

Man darf aber nicht vergessen, dass die Leute, die laut reden und unter die Gürtellinie schlagen, einem kleinen Teil der Bevölkerung entspricht. Sehr viele Echos sind gut und sehr, sehr viele Bürgerinnen und Bürger sind zufrieden und sagen nichts. «Allen recht getan ist eine Kunst, die niemand kann» – auch ein anderer Gemeinderat kann das nicht.

Wir haben das Glück, im Gemeinderat ein gutes Team zu sein. Auch wenn es manchmal heftige Diskussionen gibt, finden wir immer eine Lösung, für die wir gemeinsam einstehen. Ich darf sagen, dass wir füreinander durch dick und dünn gehen. Das ist sehr wichtig, um den Halt nicht zu verlieren.

Wir sind vom Volk gewählt und möchten doch vom Volk ein bisschen Vertrauen spüren. Wir opfern unsere Freizeit zum Nachteil von Familie und Freunden. Man könnte es doch auch im Gemeinderat friedlich haben, das würde viel kompensieren.

Welche Wünsche haben Sie als Gemeinderätin für das kommende Jahr?

Ich wünsche mir von den Leuten mehr Akzeptanz, ein bisschen mehr Vertrauen und ich wünsche, dass die Familienangehörigen, die doch zu uns halten, weniger in die Sache hineingezogen werden.

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