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«Ich wünschte mir mehr Spannung»

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Am Samstag stehen sich Volero Zürich und der TS Volley Düdingen im Final des Schweizer Cups gegenüber. Wer gewinnt das Spiel?

Wenn Zürich verlieren würde, wäre es eine grosse Überraschung. Volero, das in der Champions League an den Final Four gekratzt hat, hat sicher ein ganz anderes Potenzial als Düdingen. Champions League und NLA – das sind zwei verschiedene Welten.

 

 Volero hat den Cupfinal zuletzt fünf Mal in Folge gewonnen, holte in den letzten zehn Jahren neun Mal den Titel und gab dabei nur einen Satz ab. Wie viel würden Sie auf einen Sieg der Düdingerinnen wetten?

Als Direktor darf man nicht wetten. Es gibt Anti-Korruptionsbestimmungen, die auch für uns gelten (lacht).

 

 Die Züricherinnen dominieren nicht nur den Schweizer Cup seit Jahren, sondern auch die NLA-Meisterschaft. Wünschen Sie sich ausgeglichenere Wettbewerbe?

Ja. Das ist kein Geheimnis, das hat Swiss Volley auch schon öfters so formuliert. Ich schaue mit einem etwas neidischen Blick aufs Eishockey, wo diese Saison wieder spannende Playoffs stattfinden. Dieses Jahr wären vermutlich seit langem wieder einmal «normale» Playoffs mit acht Teams möglich gewesen.

 

 Was macht Volero Zürich besser als die übrigen NLA-Vereine?

Unter dem Strich ist es eine Frage des Budgets. Der Verein, der mehr Geld hat, kann sich nicht nur mehr und bessere Spielerinnen leisten, er kann sie auch länger vertraglich an sich binden. Die weniger betuchten Klubs engagieren ihre Spielerinnen für vier, fünf Monate, Volero die seinigen für zwölf Monate – und dies meist auch für mehrere Jahre. Daraus ergibt sich auch ein höherer Trainingsaufwand.

 

 Wie kann Swiss Volley Einfluss nehmen, damit die Meisterschaft spannender und somit attraktiver wird?

Wenn ein Klub europäische Ambitionen hat und die Champions League gewinnen will, dann ist das legitim. Volero Zürich betreibt einen brutalen Aufwand, von dem letztlich auch das Schweizer Volleyball profitiert. Im Sport ist es heikel, ein Pferd, das schneller galoppiert als die anderen, zu bremsen, damit die Langsameren mithalten können.

 

 Was müssten die anderen Vereine machen, damit sie auch schneller galoppieren können?

Ein Weg ist die Beschränkung der Anzahl Spielerinnen mit ausländischer Nationalität. Wenn sich unsere Sportart als Ganzes weiterentwickeln will, müssten die Klubs diesbezüglich zur Vernunft kommen.

Da gehen die Meinungen stark auseinander …

Wenn ein Verein in der Champions League spielen und gegen Teams wie Istanbul oder Cannes mithalten will, braucht er starke Ausländerinnen. Volero investiert viel Geld in seine Spielerinnen und ich kann nachvollziehen, dass er diese dann auch in der Liga einsetzen will. Die Ausgeglichenheit der nationalen Meisterschaft wird mit diesem Gedanke aber logischerweise nicht gefördert, im Gegenteil. Die Schere zwischen den einzelnen Vereinen wird dadurch grösser.

 

 Nach langen Diskussionen haben sich die NLA-Vereine darauf geeinigt, dass ab kommendem Sommer in der höchsten Liga mindestens zwei sogenannt «lokal ausgebildete Spieler» (LAS) auf dem Spielfeld stehen müssen. Diese Saison war es nur einer pro Team. Schafft man damit gleich lange Spiesse?

Es wäre sicherlich eine falsche Interpretation, zu sagen, dass die ganze Entwicklung des Schweizer Volleyballs von der LAS-Regelung abhängig ist. Innerhalb eines Jahres schafft man es mit dieser Regelung sicherlich nicht, das Niveau auszugleichen. Dafür ist der Anteil mit zwei Spielerinnen aus meiner Sicht immer noch zu klein.

 

 Hätten Sie sich eine restriktivere Variante erhofft?

Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass man etwas mutiger ist. Eine ausgeglichene Liga, die mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erweckt, erreichen wir nur, indem wir den Anteil der Schweizer Spielerinnen erhöhen und indem alle Vereine versuchen, die Spielerinnen idealerweise über zwölf Monate anzustellen. Zudem geschieht die Identifikation der Zuschauer mit ihren Vereinen in erster Linie über die Schweizer Spielerinnen und weniger über die Ausländerinnen, die oftmals nach einer Saison den Verein bereits wieder verlassen.

Gibt es denn überhaupt genügend Schweizer Spielerinnen auf dem Markt?

Die Klubs kritisieren, dass sie momentan zu wenig Spielerinnen haben, die über NLA-Niveau verfügen und bereit sind, den nötigen Aufwand zu betreiben. Ich kann diesen Einwand nachvollziehen. Man kann aber auch etwas bösartig sein und erwidern: Wenn die Vereine die Volleyballerinnen nicht über zwölf Monate unter Vertrag nehmen, ist es nur logisch, dass die Spielerinnen nicht bereit sind, voll auf Volleyball zu setzen. Die Schweizer Spielerinnen können nur Fortschritte machen, wenn sie in ihren Vereinen gefördert werden und Matchpraxis erhalten. Schlussendlich ist es wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei.

Wer muss den ersten Schritt machen?

Beide Partien sind gefordert. Einerseits müssen wir als Verband bei der Nachwuchsforderung weiter vorwärtsmachen. Da engagieren wir uns stark, zum Beispiel bei den Talentschools, mit verschiedenen Aktionen in der Schule oder in der Unterstützung unserer 15 Regionen bei der Erstellung und Umsetzung des Nachwuchskonzeptes. Parallel dazu müssten die Klubs Sachen wie Scouting und Talenttraining in ihrem Umfeld ausbauen und ihren Volleyball-Nachwuchs hegen und pflegen. Ich bin überzeugt, dass uns die LAS-Regelung langfristig weiterbringt. Die Klubs sind dadurch gefordert, in die Ausbildung junger Spielerinnen zu investieren und diese nachhaltig zu fördern.

 

 Ein Weg, damit die langsameren Vereine schneller galoppieren können, ist die Beschränkung der Anzahl Ausländerinnen. Ein anderer?

Die Vereine müssten die unbeschränkte Transferfrist sofort aufheben und in der NLA wieder eine Transferfrist einführen, die spätestens Ende Dezember endet. Die heutige Regelung ist aus sportlicher Sicht höchst fragwürdig. Im Prinzip kann ein Team während der ganzen Saison verlieren, dann die Playouts bestreiten und sich dort dank ein, zwei Ausländerinnen, die es für einen Monat engagiert, retten. Das ist sportlich gesehen blödsinnig.

 

 Von einigen Vereinen wird die Einführung einer Profiliga gefordert, um die Meisterschaft wieder spannender zu machen.

Heute ist es so, dass der Zentralvorstand von Swiss Volley den Spielbetrieb in den Nationalligen regelt. Im Moment ist eine Arbeitsgruppe am Vorbereiten einer entsprechenden Reglementsanpassung, damit in Zukunft bestimmte Themen, wie beispielsweise der Modus, direkt durch die Klubs bestimmt werden können. So wie zum Beispiel beim Fussball, wo es innerhalb des Schweizerischen Fussballverbandes die Swiss Football League gibt, eine Abteilung, in der alle Nationalliga-Klubs vertreten sind und wo sie ihren Spielbetrieb selber organisieren. Ähnliches schwebt uns auch vor, mit einer Art Swiss-Volley-League-Konferenz. Die Mehrheit der Klubvertreter in dieser Arbeitsgruppe hat klar kommuniziert, dass ihr Ziel nicht eine unabhängige Profiliga ist.

 

 Ein ehrgeiziges Projekt …

Ein erster Entwurf eines Reglements, in dem unter anderem festgelegt ist, welche Themen in die Kompetenz der Swiss-Volley-League-Konferenz fallen sollen und welche Mehrheiten es bei welchen Entscheiden braucht, steht bereits. Mit dieser neuen Kompetenzverteilung stünden die Vereine wesentlich mehr in der Verantwortung und könnten sich nicht mehr hinter den Entscheiden des Zentralvorstandes verstecken.

 

 Als Direktor von Swiss Volley haben Sie in den letzten drei Jahren die Professionalisierung des Schweizer Volleyballs stark vorangetrieben. Die Einführung der Klublizenz und der LAS-Regelung, Marketingmassnahmen wie die Topskorerauszeichnung oder das TV-Liveübertragungs-Projekt tun dem Volleyball gut. Dennoch fallen das Zuschauerinteresse und die Medienpräsenz nach wie vor bescheiden aus. Woran liegt es?

Im Gegensatz zum Beach Volleyball geniesst das Indoor-Volleyball nur wenig mediale Aufmerksamkeit in der Schweiz. Mit dem Livestream-Projekt zwischen der SRG und Swiss Volley haben wir allerdings diese Saison einen grossen Schritt vorwärtsgemacht. Dass wir nie auf gleiche Quoten kommen werden wie Fussball oder Eishockey, das müssen wir akzeptieren. Was dem Volleyball fehlt, ist eine erfolgreiche Nationalmannschaft. Die öffentliche Beachtung auf nationaler Ebene wird letztendlich fast ausschliesslich über das Nationalteam gesteuert.

 

 Erstmals seit neun Jahren wird der Cup-Final wieder in Freiburg ausgetragen. Was sind die Gründe für den Umzug von der Wankdorf- in die St.-Leonhard-Halle?

Die Wankdorfhalle bietet als Eventhalle einige Nachteile. So war der Einbau des Speed-Lock-Bodens, des speziellen Hallenbodens, den es für die Fernsehübertragung braucht, mit einem enormen Aufwand verbunden. Im St. Leonhard kann man mit dem Material bequem ebenerdig in die Halle einfahren und alles abladen. Zudem war die ganze Beschallung im Wankdorf ein Problem. Die Anlage war für einen Anlass wie den Cupfinal nicht brauchbar, so dass wir jedes Mal x-Tausend Franken für eine zusätzliche Anlage aufwenden mussten.

 

 Dann waren in erster Linie finanzielle Gründe ausschlaggebend?

Zum Teil. Die Stadt Freiburg hat uns auch frühzeitig signalisiert, dass sie den Cupfinal gerne wieder bei sich haben würde. Die St.-Leonhard-Halle ist super und ideal gelegen. Autobahnausfahrt und Zughaltestelle befinden sich in unmittelbarer Nähe. Wer zum Cupfinal kommen will, kann dies ganz einfach tun.

 

 Was erhoffen Sie sich vom Cup-Final in Freiburg?

Volleyball ist per se eine Sportart, bei der ich bedenkenlos mit meiner Familie an ein Spiel gehen kann; Negativerscheinungen wie Hooliganismus beispielsweise gibt es Gott sei Dank bei uns nicht. Ich hoffe auf eine volle Halle, eine gute und fröhliche Stimmung, dass die Leute am Abend nach Hause gehen und sagen: «Das war ein cooler Tag!»

Die Vereine müssten die unbeschränkte Transferfrist sofort aufheben.

Es ist heikel, ein Pferd, das schneller

galoppiert als die anderen, zu bremsen, damit die Langsameren mithalten können.

Volleyball ist per se eine Sportart, bei der ich bedenkenlos mit meiner Familie an ein Spiel gehen kann.

Im Fokus

Momentaufnahmedes Frauenvolleyballs

In der Rubrik «Im Fokus» beleuchten die FN einmal im Monat auf einer Doppelseite ein Thema aus der Sportwelt hintergründig. Im Vorfeld des Cupfinals zwischen Düdingen und Volero Zürich steht diesen Monat das Schweizer Frauenvolleyball im Mittelpunkt–die Sorgen und Hoffnungen der beiden Finalisten sowie von Swiss Volley Direktor Werner Augsburger.fm

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