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«Ich würde es wieder machen»

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Der ehemalige Freiburger CSP-Nationalrat ist seit 2008 Direktor der Caritas Schweiz. Seit 2015 arbeiten auch seine beiden Töchter bei der Hilfsorganisation. Die eine als Rezeptionistin, die andere als Leiterin der Kleiderzentrale. In ihrer letzten Nummer machte dies nun die Wochenzeitung «Weltwoche» publik. Seither steht der Verdacht im Raum, dass bei der Caritas der Klüngel regiert. Die Weltwoche zitiert dazu auch einen Brief des Caritas-internen Personalverbandes, der vor zwei Jahren die Anstellung der beiden Töchter als «problematisch» und «schwierig» bezeichnet hatte.

Hugo Fasel wehrt sich gegen den Vorwurf der Vetternwirtschaft. Bei der Caritas würden alle Stellen transparent ausgeschrieben. In Anstellungsverfahren sei er nur involviert, wenn es um einen Mitarbeiter der Direktion gehe. Bei seinen Töchtern sei er also per se im Ausstand gewesen, sagte er gegenüber den FN. «Unsere internen Good-Governance-Richtlinien sind sehr, sehr streng.» Ziel dieser Richtlinien sei es, zu klären, ob eine Anstellung zu Interessenskonflikten führe. «Diese sind im Falle der Einstellung meiner Töchter völlig inexistent.» Weil es ihm aber wichtig gewesen sei, dass alles sauber ablaufe, habe er die gesamte Geschäftsleitung und die Caritas-Präsidentin über die Bewerbungsabsichten seiner Töchter informiert. Und auch auf den Brief des Personalverbandes habe die Geschäftsleitung geantwortet. «Die Stellungnahme des Personalverbandes zu Anstellungen ist bei uns erwünscht und Ausdruck dessen, dass das Personal sagen kann, was es denkt», so Fasel. Seither habe es nie irgendwelche Beanstandungen in Bezug auf seine Töchter gegeben, weder gegenüber der Geschäftsleitung noch gegenüber der Ombudsstelle der Caritas.

Korrekt, aber auch klug?

Auf die Frage, ob sich die für die Anstellung verantwortlichen Bereichsleiter, die ebenfalls in der Geschäftsleitung sitzen, wirklich frei in ihrer Wahl fühlen konnten, wenn es sich um die Töchter des Chefs handelt, sagte Fasel: «Bei einer Einstellung entscheiden immer zwei bis drei Personen zusammen. Die würden nie jemanden einstellen, um dem Fasel einen Gefallen zu tun.» Die Anstellung der Rezeptionistin sei zudem auf viel tieferer Hierarchiestufe erfolgt. «Ich wollte offen kommunizieren. Ich habe aber keine Notwendigkeit gesehen, meinen Töchtern zu verbieten, sich zu bewerben. Ich war vielmehr stolz.»

«Nicht in unserem Sinn»

Der Caritas-interne Personalverband hat mit der Einstellung der Fasel-Töchter entgegen der Darstellung der Weltwoche ebenso wenig ein Problem, wie Co-Präsidentin Manuela Born gegenüber den FN betonte: «Ich habe damals den Brief an die Geschäftsleitung mitverfasst, weil der Ruf das Hauptkapital der Caritas ist, und weil eben genau solche Artikel wie jener der Weltwoche diesen zerstören können. Aber dass der Brief an die Öffentlichkeit gelangt, war nie in unserem Sinn.» Sie und der damalige Präsident der Personalkommission seinen aus allen Wolken gefallen, als sie den Artikel gelesen hätten. «Die Geschäftsleitung hatte damals unsere Anliegen ernst genommen und geprüft. Für uns war es damit in Ordnung.» Auch faktisch habe es personal­intern soweit sie wisse nie Probleme mit den beiden Töchtern gegeben. Irritierend findet Born auch, dass der Artikel erst zwei Jahre nach der Einstellung erschienen ist. «Die Informationen müssen von einer frustrierten Person stammen, die der Caritas einen Knüppel zwischen die Beine werfen will.»

Good Governance

Wann wird die Verwandtschaft zum Problem?

Good Governance, «gutes Regieren», bedeutet grob: Verantwortliche, qualifizierte, transparente und auf den langfristigen Erfolg ausgerichtete Führung, damit die Organisation ihren Eigentümern, aber auch externen Interessengruppen wie etwa Spendern, dient. Die Caritas Schweiz finanziert sich im Wesentlichen durch Spenden und Steuergelder. Deshalb verfügt sie auch über Good-Governance-Regeln.

Solange die Offenlegung der Verhältnisse, Ausstandsregeln und Qualifikationserfordernisse eingehalten werden, sei die Einstellung von Verwandten unter Wahrung der Good-Governance-Prinzipien grundsätzlich kein Problem, sagt Hans Lichtsteiner, Titularprofessor des Verbandsmanagement Instituts VMI der Uni Freiburg. Doch auch dann gebe es noch einen politischen Ermessensspielraum. «Wir alle leben in einem Beziehungsnetz. Das lässt sich nie ganz ausschalten. Streng gesehen, dürfte man niemanden einstellen, den man schon kennt. Aber das widerspricht jeder Vernunft.» Und wenn man Verwandte grundsätzlich ausschliesse, gehe man davon aus, dass verwandtschaftlichen Beziehungen prinzipiell enger seien als freundschaftliche. «Informelle Netzwerke, die einer Person zum Vorteil gereichen, können sich aber auch während eines Anstellungsverhältnisses aufbauen», so Lichtsteiner. Insofern stelle sich die Frage, ob die Einstellung der Töchter politisch geschickt gewesen sei.

rsa

«Ich wollte offen kommunizieren. Ich habe aber keine Notwendigkeit gesehen, meinen Töchtern zu verbieten, sich zu bewerben.»

Hugo Fasel

Direktor Caritas Schweiz

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