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Ikonen malen und zur Ruhe kommen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ikonen sind per Definition Bilder von Gott oder von Heiligen. Die meist auf Holz gemalten Bilder sind vor allem in den Ostkirchen, besonders in der orthodoxen Kirche, sehr geläufig. Aber auch hierzulande erfreut sich die Ikonenmalerei immer grösserer Beliebtheit. Das stellt auch Lilian Koller fest, die am Schwarzsee seit vier Jahren ein Atelier für Ikonenmalerei betreibt und dort auch Kurse anbietet. Beliebt seien etwa Darstellungen der Engel Gabriel und Michael oder auch des heiligen Christophorus. «Das sind gern gewählte Geschenke zum Beispiel bei einer Hauseinweihung. Auch für und von Leuten, die nicht streng gläubig sind.»

Regeln sind festgelegt

Obwohl der Begriff Ikonenmalerei geläufig ist, ist das Verb «malen» eigentlich falsch. «Ikonen werden geschrieben», erklärt Lilian Koller. Sie seien wie das geschriebene Wort Gottes, aber in Bildform. So wie man den schriftlichen Text der Bibel unverändert lasse, so würden auch die Ikonen vorgegebene Regeln unterliegen.

Ein Bild wiedergeben

Wer eine Ikone herstellt, kopiert immer ein bestehendes Abbild einer früheren Ikone: ein Bild, das eine biblische Geschichte erzählt und aus einer Zeit stammt, in der viele Leute noch nicht lesen konnten. «Der Künstler nimmt sich dabei zurück», erklärt sie.

Variationen gebe es nicht in Details der Gesichtsgeometrie, bei den Händen oder der Stellung der Finger, höchstens bei der Farbtongebung. «Wenn ich ein Acrylbild male, dann ist das ein aktiver Akt, der mit Abreagieren und Spontaneität zu tun hat. Wenn ich aber eine Ikone herstelle, ist das ein ganz anderer Prozess, ein In-sich-Gehen», erklärt Lilian Koller. «Ikonen herzustellen ist die beste Art, um runterzukommen, um zu entschleunigen und zur Ruhe zu finden.»

100 Stunden für eine Ikone

Wer eine Ikone herstellen will, muss vor allem eines mitbringen: Zeit. «Es braucht etwa 100 Stunden pro Bild», sagt Lilian Koller. Denn bevor der eigentliche Malprozess beginnen kann, muss der Untergrund vorbereitet werden: Die Holztafel, meistens aus einem nicht zu weichen Holz wie etwa Linde, wird in Handarbeit hergestellt und mit Stoff überzogen. Darauf werden bis zu 20 Schichten Kreide aufgetragen. Das Brett wird geschliffen und poliert. Dann erst werden die Grundrisse des Bildes von einer Zeichnung übertragen, und die Vorlage wird in den Untergrund eingeritzt. Der Hintergrund der Ikonen besteht traditionell aus Blattgold. In einem weiteren Schritt wird dieses aufgelegt.

Erst dann beginnt das Herstellen und Auftragen der Farbe für das Sujet. «Im Gegensatz zu anderen Maltechniken, zum Beispiel zur Acrylmalerei, wird bei den Ikonen vom Dunklen ins Helle gearbeitet», erklärt Lilian Koller. «Man haucht dem Bild sozusagen Licht ein.»

Faszinierende Technik

Obwohl der Herstellungsprozess in der Beschreibung recht kompliziert klingt, ist Ikonenmalerei auch für Anfänger geeignet. «Es braucht keine Fähigkeiten oder Vorkenntnisse, sondern nur die Freude, es auszuprobieren», sagt Lilian Koller. Die meisten Teilnehmer ihrer Kurse entdecken dieses Hobby nicht durch einen religiösen Bezug, sondern über die Technik. So sei es ihr vor vier Jahren selber auch ergangen, wie die 56-Jährige erzählt. «Mich fasziniert, dass die Herstellung von Ikonen so vielfältig und spannend ist.» Die Woche über ist sie als Buchhalterin im Familienbetrieb einer Garage in Lenzburg tätig, am Wochenende arbeitet und unterrichtet sie in ihrem Atelier am Schwarzsee. Der nächste Kurs findet Anfang November statt.

Drei Tage der offene Tür

Nach vier Jahren in einem Häuschen in der Seeweid am Schwarzsee hat Lilian Koller ihr Ikonen-Atelier kürzlich in die Brüggera gezügelt. Die neuen Räumlichkeiten zeigt sie an den Tagen der offenen Tür. Zu sehen sind dabei 40 Ikonen aus ihrer Hand. Sie zeigt aber auch die verschiedenen Stadien des Aufbaus einer Ikone.

Tage der offenen Tür: Ikonen-Atelier, Brüggera 14, Schwarzsee. Do. und Fr., 29./30. Oktober, 14 bis 19 Uhr; Sa., 31. Oktober, 11 bis 17 Uhr. Weitere Infos: www.ikonenmalerei.ch

«Wenn ich eine Ikone herstelle, ist das ein In-sich-Gehen.»

Lilian Koller

Ikonenmalerin

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