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Ilford befindet sich in auswegloser Lage

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«Wir haben den Richter am Montag schriftlich informiert, dass wir keinen Investor gefunden haben», sagte Lars Sommerhäuser, Geschäftsführer der Firma Ilford Imaging in Marly gestern gegenüber den FN. Gestern hat die Geschäftsleitung auch die 220 Mitarbeitenden über die jüngste Entwicklung ins Bild gesetzt.

Die Firma Ilford kämpft schon seit längerem mit Finanzproblemen (siehe Box). Ende Juni gab der englische Investor Paradigm Global Partners LLP bekannt, dass er sein finanzielles Engagement zurückzieht (die FN berichteten). Darauf begann für das Freiburger Traditionsunternehmen ein Wettlauf gegen die Zeit: Bis Mitte August hatte der Richter der Firma Aufschub gegeben, um einen oder mehrere Investoren zu finden. «Wir waren mit verschiedenen Investoren im Gespräch, leider ohne Erfolg.»

Keine Juli-Löhne

Dass die Geschäftsleitung das Gericht nun bereits Ende Juli über die erfolglose Suche in Kenntnis gesetzt hat, begründet Lars Sommerhäuser mit der Situation der Angestellten. «Wir können die Juli-Löhne nicht bezahlen.» Solange aber kein Konkursverfahren eröffnet sei, könne der Kanton keine Insolvenzentschädigung entrichten. «Wenn ein Arbeitnehmer sofort Geld benötigt, steht es ihm frei, zu kündigen und sich arbeitslos zu melden», so Lars Sommerhäuser. Jedoch betrage die Arbeitslosenentschädigung nur 70 bis 80 Prozent des bisherigen Einkommens. Für die Firma bleibe nun der Entscheid des Gerichts abzuwarten, so Sommerhäuser. «Es ist am Richter einzuschätzen, ob er sofort ein Konkursverfahren eröffnen oder bis Mitte August damit warten will.» Bis dahin werde die Geschäftsleitung alles daran setzen, um doch noch eine Lösung zu finden. «Vielleicht geschieht ja noch ein Wunder», so Lars Sommerhäuser.

 «Zeit war extrem knapp»

«Es ist eine traurige Nachricht für die Freiburger Wirtschaft und sehr bedauerlich für die Angestellten und deren Familien», sagte Staatsrat Beat Vonlanthen gestern auf Anfrage. Der Kanton habe mit allen Mitteln versucht, den drohenden Konkurs zu vermeiden. «Die Zeit war jedoch extrem knapp», so Vonlanthen. Zwar wolle er die Hoffnung noch nicht aufgeben, räumt aber ein: «Wenn wir realistisch sind, ist die Chance auf eine Rettung nur sehr gering.» Er hoffe aber, dass gewisse Teile des Unternehmens durch andere Betriebe weitergeführt würden. Zudem habe die Geschäftsleitung bereits mit verschiedenen Unternehmen Kontakt aufgenommen, die einige der Angestellten übernehmen könnten. «Es ist ein grosses Wissen, das nun brachliegt.»

Dass viele Stellen verloren gehen, sei nicht zu vermeiden, so Vonlanthen. «Sogar wenn der Konkurs abgewendet würde, wären Restrukturierungen nötig und der Abbau von Arbeitsplätzen unumgänglich», so Vonlanthen.

Traurige Bestätigung

«Das Ganze ist sehr bedauerlich», sagte Armand Jaquier, Generalsekretär der Gewerkschaft Unia, auf Anfrage. Er habe die schlechten Neuigkeiten gestern gegen 14 Uhr erhalten. «Es ist eine traurige Bestätigung von dem, was sich im Juni abzuzeichnen begann.» Für die Arbeitnehmer sei die Situation schlimm, weil sie nun den ganzen Juli gearbeitet hätten, ohne Lohn dafür zu bekommen. «Die Arbeitnehmer müssen sich arbeitslos melden. Das ist zwar sehr hart, aber das ist noch die beste Lösung.» Er werfe der Direktion vor, dass sie nicht an die Arbeitnehmer gedacht habe. «Sie sind die Leidtragenden, die Direktion sitzt auf dem Trockenen.»

Weiterhin hoffen

Jean-Pierre Helbling, Syndic von Marly, wollte gestern nicht schwarzmalen. «Ich hoffe immer noch, dass eine Lösung gefunden wird.» Die Gemeinde stehe in Kontakt mit dem Staatsrat und der Wirtschaftsförderung. «Das Schwierige ist der Zeitdruck», so Helbling. «Wir werden unterstützen, wo wir können.»

Chronologie

Ilford ist schon lange in Schwierigkeiten

Seit fast zehn Jahren ist das Freiburger Traditionsunternehmen Ilford Imaging nicht zur Ruhe gekommen. Die Veränderungen durch den Übergang von der analogen zur digitalen Technik haben der Firma stark zugesetzt:

• 2004Ilford gibt den Standort Freiburg auf und konzentriert sich auf den Standort Marly, der für sieben Millionen Franken ausgebaut wird. Im August wird bekannt, dass das Unternehmen verkauft werden soll, im September werden 48 Stellen gestrichen.

•2005Die japanische Oji Paper Group kauft die Ilford Marly (430 Mitarbeiter).

•2006Das Unternehmen investiert zehn Millionen Franken, um seine Produktionskapazität zu erhöhen. Die Geschäfte laufen nicht wie erwartet.

• 2007Im Februar und im Dezember werden insgesamt 55 Stellen abgebaut.

•2008Die Wirtschaftskrise setzt der Ilford weiter zu. Im November werden 75 Arbeitsplätze gestrichen; es wird Kurzarbeit eingeführt.

• 2010Im Februar werden 30 Stellen gestrichen. Innerhalb von sechs Jahren schrumpft die Mitarbeiterzahl so von circa 480 auf 280 Stellen. Im Mai übernimmt Paradigm Global Partners LLP die Firma.

• 2011Im September streicht Ilford 14 Stellen.

• 2012Ilford feiert das 40-jährige Bestehen ihrer Beschichtungsanlage.

• 2013Im April übernimmt die ILFORD Group AG die deutsche Tecco. Im Juli ziehtsich die englische Paradigm Global Partners LLP zurück.mir

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