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Im Eimer über die gefährliche Strasse

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Sie hockt starr im Kessel Nummer sieben, und sie tut einem fast ein bisschen leid–hilflos eingesperrt und unfähig, nach oben zu klettern. Doch dass die Erdkröte irgendwann an diesem frühen Morgen in den im Boden vergrabenen Kessel geplumpst ist, hat ihr wahrscheinlich das Leben gerettet. Auf ihrer Wanderung vom Wald zum Teich hätte sie nämlich ein fast unüberwindbares Hindernis überqueren müssen: die Coussiberléstrasse in Courlevon.

Reichenbachs zweiter Fang

Brigitte Reichenbach befreit die kleine grüne Kröte aus dem Kessel. Auch auf ihrer Hand macht sie weder einen Wank, noch quakt sie. Reichenbach freut sich über ihren «Fang»; es ist ihr zweiter in diesem Frühling. Sie ist eine der rund zehn freiwilligen Personen, die seit rund einer Woche jeden Morgen den rund 200 Meter langen Froschzaun an der Coussiberléstrasse abmarschieren und kontrollieren, ob in einem der über 20 Kessel eine Kröte, ein Frosch oder ein Molch sitzt. Im Gegensatz zur heutigen stummen Erdkröte rettete sie letztes Jahr auch schon aktivere Tierchen. «Die schimpfen dann ganz schön laut im Kessel», erzählt sie.

Der Froschzaun besteht aus einer kniehohen Plastikblache. Dem Zaun entlang sind in regelmässigen Abständen nummerierte Eimer im Boden vergraben. Kommt ein Frosch angehüpft, stoppt der Zaun seine Wanderung abrupt. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als dem Zaun entlang zu kriechen, und dabei fällt er früher oder später zwangsläufig in einen Kübel. Obschon der Zaun nicht hoch ist, vermag der Frosch nicht drüberzuhüpfen, weiss Reichenbach. «Frösche und Kröten hüpfen zwar weit, aber nicht hoch.»

Kanton als Geburtshelfer

Im Kanton Freiburg stehen derzeit nicht nur in Courlevon, sondern auch an zehn anderen Standorten solche Froschbarrieren. Mitarbeiter des kantonalen Büros für Natur- und Landschaftsschutz stellen die Zäune jeden Frühling auf. Denn im Frühling verlassen die Amphibien die Wälder und kehren zu ihrem Geburtsort–einem Teich oder einem Tümpel–zurück, um sich dort fortzupflanzen. Damit die Amphibien die lebensgefährliche Wanderung überleben, organisiert das Büro für Natur- und Landschaftsschutz mit der Schweizerischen Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz die Froschzaunaktion schon seit über zehn Jahren. Mit Erfolg: Im letzten Jahr brachten die freiwilligen Helferinnen und Helfer mehr als 10 000 Amphiben sicher auf die andere Strassenseite und retteten sie so vor dem Tod unter einem Autorad (siehe Kasten).

Die freiwilligen Froschretter müssen sich bei ihrem Kontrollgang an einen Zeitplan halten, so auch Reichenbach. «Ab vier Uhr morgens beginnen die Frösche ihre Wanderung.» Damit die Tierchen nicht zu lange im Kessel sitzen und nicht vertrocknen, wenn die Sonne zu stark scheint, gehen Reichenbach und die anderen Freiwilligen immer vor acht Uhr auf die Froschtour.

 Reichenbach legt die stumme Erdkröte behutsam in den Eimer, den sie mitträgt, notiert den Fund auf einem Blatt und kontrolliert die restlichen Kessel am Zaun. Ausser einigen Spinnen und Käfern findet sie nichts. Für die kleinen Krabbeltiere steht in jedem der Kessel ein Ästchen bereit, welches ihnen den Weg zurück in die Freiheit ermöglicht.

Freiheit unter der Hecke

Mit der Kröte im Eimer überquert Brigitte Reichenbach die Strasse und legt sie auf der andern Seite unter eine schattige Hecke. Auch die wiedererlangte Freiheit bringt die Erdkröte aber nicht in Bewegung. Erst, als Reichenbach sie mit dem Zeigfinger anschubst, kriecht die Kröte langsam unter das Laub. Dort wird sie warten, bis es dunkel wird. Erst dann setzt sie zum nächsten Sprung an, um an ihr Ziel–den nicht mehr weit entfernten Teich–zu gelangen.

Zahlen und Fakten

Bergmolche sehr häufig im Kessel

Bei der letztjährigen Rettungsaktion brachten im Kanton Freiburg rund 80 freiwillige Helferinnen und Helfer an zwölf Standorten über 10000 Amphibien sicher über die Strasse. Am häufigsten sassen Bergmolche, Erdkröten und Grasfrösche in den Eimern an den Froschzäunen. Aber auch Grünfrösche, Teich-, Faden- und Kammmolche wurden so gerettet. Laut dem Amphibienwanderungsbericht des Kantons kann die Population dank der Rettungsaktion langfristig überleben. Zudem hat der Kanton so einen Überblick über die Tierbestände.hs

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