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Im Jahr der mageren Kühe

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Im Jahr der mageren Kühe

Forderung nach sparsamerem Gemeindehaushalt

Der Generalrat von Villars-sur-Glâne hat am Dienstag die Gemeinderechnung für 2007 mit einem budgetierten Ausgabenüberschuss von 1,3 Millionen Franken genehmigt. Die «Stadt neben der Stadt» hat auch eine hohe Gemeindeverschuldung von 102 Millionen Franken. Die Finanzsituation führte zu lebhaften Debatten im Rat.

Autor: Von ELISABETH SCHWAB-SALZMANN

«Villars-sur-Glâne hat mehr als 10 000 Einwohner und ist somit eine Stadt neben der Kantonshauptstadt. Die Entscheide, die wir heute Abend treffen, werden für die kommenden Jahre für unsere Gemeinde wegweisend sein», sagte Julien Chavaz, Präsident des Generalrates, an der Gemeindeversammlung vom Dienstag.Im Zentrum der von 46 Ratsmitgliedern besuchten Versammlung standen während viereinhalb Stunden die Finanzen. Gemeinderat Louis Marc Perroud (Finanzen) informierte über den vom Kanton festgesetzten Gemeindesteuersatz von 63,9 Prozent (bisher 70 %) für natürliche und juristische Personen, den die Gemeinde nicht verändert und über den nicht abgestimmt werden musste. Diese Änderungen ergeben sich durch das neue Freiburger Spitalnetz (s. FN vom 29. November). Der Kantonssteuersatz wird auf 108,9 Prozent angehoben.

Hohe Verschuldung

Für Perroud ist die Herabsetzung des Gemeindesteuersatzes keine gute Operation. Darüber hinaus verbleibe man in der Gemeindeklassifikation 1, wogegen Villars-sur-Glâne rekurrieren wollte, dies lehne der Staatsrat aber ab, sagte der Gemeinderat. Die Gemeindeverschuldung klettert auf 102 Millionen Franken an, dies bedeutet drei Millionen Franken Zinsen pro Jahr. «Das ist viel zu hoch und ist für uns auch in Zukunft ein grosses Problem. Wir hätten schon vor zehn Jahren dagegen ankämpfen müssen. Der Gemeinderat kann jetzt nicht innerhalb von wenigen Monaten alles verändern», meinte er. Mit einer halb so grossen Verschuldung würde man ein ausgeglichenes Budget präsentieren können. Der Durchschnitt der Verschuldung im Kanton beträgt 2195 Franken pro Einwohner, Villars-sur-Glâne ist bei 4110 Franken.Finanzkommissions-Präsident Olivier Carrel sagte: «Das Budget 2007 ist enttäuschend, wir befinden uns im Jahr der mageren Kühe. Villars-sur-Glâne ist seit 2002 strukturell defizitär, zu lange haben wir über den Verhältnissen gelebt.» Die Finanzkommission empfahl schliesslich, das Budget anzunehmen. Die Laufende Rechnung 2007 wird mit 1,4 Millionen Franken Ausgabenüberschuss bei rund 56,5 Millionen Franken Aufwand und rund 55,2 Millionen Franken Ertrag budgetiert. Die Evaluation der Steuereinnahmen fiel gemäss Gemeinderat unpräzis aus wegen der verspäteten Einschätzung vom Kanton.Die SP lobte die neue Budget-Transparenz, die FDP refüsierte das Budget, die CVP sagte zwar ja, «aber es erfreut uns gar nicht», die SVP empfahl Annahme, mahnte aber zur Richtungsänderung. CSP/Bewegung Öffnung empfahl ebenfalls die Annahme. Die Versammlung nahm schliesslich das Budget 2007 mit 38 Ja, 7 Nein und 1 Enthaltung an. Für 2007 plant Villars-sur-Glâne Investitionen von rund 14,6 Millionen Franken.

Wasserreglement angepasst

Mit einer Enthaltung, 8 Nein- und 37 Ja-Stimmen wurde der Erhöhung der Immobilientaxe von 1,5 Promille auf 2,5 Promille ab Januar 2007 zugestimmt. Die daraus errechneten zusätzlichen Steuerbeiträge werden auf 1,8 Millionen Franken geschätzt. Auch das neue Wasser- und Abwasserreglement und die damit verbundenen Preiserhöhungen wurden genehmigt. Die degressiven Taxen für die Industrie werden aufgehoben. Cremo ist der grösste Wasserabnehmer mit 400 000 m3 pro Jahr. Deren Wasserrechnung wird von rund 268 000 Franken für 2005 auf rund 407 000 Franken für 2007 ansteigen. Für Verkehrsberuhigungsmassnahmen und ein neues Trottoir wurden 300 000 Franken genehmigt.Das aktuelle Feuerwehr-Auto wurde 1985 gekauft und entspricht gemäss dem Gemeinderat nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der Kauf eines neuen Tanklösch-Fahrzeuges für 645000 Franken wurde vorgeschlagen, abzüglich der Ecab-Subvention von 239000 Franken. «Wir müssen auch in finanziell schwierigen Zeiten in die Sicherheit investieren, für die privaten Bürger von Villars-sur- Glâne, aber auch für die Industrien auf unserem Gemeindegebiet», sagte Erika Schnyder, Gemeindepräsidentin. 41 Generalräte haben sich für den Kauf ausgesprochen, vier haben sich enthalten.Pascale Spycher (SP) und Eric Guggiari (FDP) sitzen neu im Rat, sie ersetzen Virginie Zube und Claude Bürgy. Marie-Hélène Grouchaud wechselte von der Christlich-Sozialen Partei/Bewegung Öffnung zur CVP.

Sieben Einbürgerungen

Sieben ausländische Staatsbürger und ihre Kinder aus Bolivien, Kongo, Serbien-Montenegro, Türkei und Vietnam erhielten das Gemeindebürgerrecht.

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