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Im Stadtzentrum leben verwilderte Katzen

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«Bitte füttern Sie diese Katzen nicht»: Dieses Plakat prangte vor kurzem beim Parking hinter dem Bürgerspital in Freiburg. Hinter dem Parkplatz, gegen das Gelände der Post zu, haben es sich einige verwilderte Katzen gemütlich gemacht. Zwei Frauen kümmern sich um die Tiere: Sie bringen ihnen regelmässig Nahrung und melden dem Freiburger Tierschutzverein, wenn eine Katze krank oder verletzt ist–oder wenn eine neue auftaucht.

Anzeige droht

Die Stadtpolizei Freiburg hat für die Katzen ein Häuschen aufgestellt; so ist die Nahrung vor Unwetter geschützt. Auf dem Häuschen ist eine kleinere Kopie des Plakates angebracht. «Bitte nicht füttern. Zusätzliche Nahrung schadet den Katzen. Das Nichtbeachten kann angezeigt werden», steht dort. «Wir hatten auf der Wiese neben dem Bürgerspital sehr viel Abfall», sagt Alain Grossrieder von der Freiburger Stadtpolizei den FN. «Immer mehr Leute brachten Plastikteller voller Nahrung für die Katzen.» Die Katzen zogen die Teller unter die Büsche, von wo sie kaum mehr hervorgeholt werden konnten. Leute aus der Nachbarschaft beschwerten sich.

Klare Regeln

Verantwortliche der Stadt, der Freiburger Tierschutzverein und die zwei Frauen, die sich schon lange um die Katzen kümmerten, setzten sich zusammen. Nathalie Genilloud vom Tierschutzverein ist zufrieden mit dem Resultat: Die vier bis fünf Katzen können hinter dem Parkplatz des Bürgerspitals bleiben. Aus dem Gespräch ergaben sich klare Regeln: Nur die zwei Frauen füttern die Katzen, und sie sind verantwortlich für die Tiere. Die Polizei schaut bei Patrouillen nach dem Rechten und kontrolliert, dass nicht auch andere Leute Essensreste bei den Katzen lassen. Denn je mehr Nahrung es hat, umso mehr Tiere–auch Hauskatzen–werden angezogen. Die neue Regelung und die Plakataktion habe einiges gebracht, sagt Grossrieder: «Es liegt kaum noch Abfall herum.»

Genilloud freut sich über die Initiative der Stadt. «Es ist das erste Mal, dass eine Behörde uns kontaktiert hat.» Bisher habe der Tierschutzverein bei verwilderten Katzen jeweils mit Privaten zusammengearbeitet.

Verwilderte Katzen sind nicht nur in der Stadt Freiburg ein Problem, sondern im ganzen Kanton. Wird der Tierschutzverein kontaktiert, stellt er Fallen zur Verfügung, damit die Tiere eingefangen und zum Tierarzt gebracht werden können. Ist die Katze gesund, wird sie sterilisiert oder kastriert. Sind die Landbesitzer einverstanden, kehrt die Katze auf ihr Territorium zurück–unter der Verantwortung der Landbesitzer. «Wichtig ist, dass sich jemand um die Tiere kümmert», sagt Genilloud. So sei sichergestellt, dass sie korrekt ernährt würden und sich nicht immer wieder unsterilisierte Katzen zur Gruppe gesellten. «So geht es den Katzen gut.»

Katzen dürften nicht der Natur überlassen werden, sagte Genilloud. «Es ist nicht natürlich, wenn sie sich einfach fortpflanzen.» Eine Überbevölkerung schade nicht nur Vögeln und Eidechsen, welche von den Katzen gejagt werden, sondern auch den Katzen selbst. «Eine Katze, die drei bis vier Mal im Jahr Junge hat, wird geschwächt», sagt Genilloud. So würden Krankheiten einfacher übertragen. Auch verwilderte Katzen seien Haustiere und benötigten die Pflege der Menschen.

Zahlen und Fakten

1700 Anrufe im Jahr wegen Katzen

Laut Schätzungen leben in der Schweiz 1,38 Millionen Hauskatzen. Wie viele Katzen es im Kanton Freiburg gibt, weiss niemand. Klar ist: Der Freiburger Tierschutzverein wird jedes Jahr rund1700 Malwegen streunenden Katzen kontaktiert. 500 dieser Katzen nimmt der Verein im Tierheim auf. Rund 500 weitere kommen wegen Platzmangel auf eine Warteliste oder finden Unterschlupf in anderen Heimen. Und noch einmal rund700 verwilderte Katzenwerden mit der Unterstützung des Tierschutzvereins kastriert oder sterilisiert und wieder freigelassen. Von den 500 Katzen, die ins Tierheim kommen, haben rund ein Drittel Besitzer, die ihre Tiere aber entweder nicht suchen oder nicht finden, und diese Tiere sind auch nicht via Tierdatenbank zu identifizieren. Diese Katzen gehören nach 60 Tagen dem Tierheim. Das Heim versucht, für diese Tiereeinen Platz zu finden.Nur zwei Prozent finden die ursprünglichen Besitzer. Ein weiteres Drittel dieser 500 Katzen istverwildert;sie werden sterilisiert oder kastriert und erhalten einen Mikrochip; so werden sie in der Tierdatenbank gespeichert. Danach werden sie wieder freigelassen, allerdings unter Obhut und mit dem Einverständnis der Nachbarschaft. Ein weiteres Drittel ist ebenfalls verwildert, aber in einem gesundheitlich schlechten Zustand, so dass diese Tiereeingeschläfertwerden. EineArbeitsgruppehat im Auftrag des Kantons Freiburg ein Projekt für ein Reglement erarbeitet: Dabei geht es vor allem um die Frage, wem eine Katze gehört–wer also die Verantwortung für eine Katze trägt. Der Tierschutzverein erhofft sich von der Regelung, dass mehr Katzen sterilisiert werden. Der Verein setzt sich auch dafür ein, dass derMikrochipfür Katzen obligatorisch wird.njb

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