Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Im Winter Chauffeure, im Sommer Fahrende

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der Bund errichtet zusammen mit dem Kanton Freiburgeinen multifunktionalen Standplatzbei Vaulruz. Dafür wird der bestehende Rastplatz La Joux-des-Ponts ausgebaut. «Es ist eine ideale und neuartige Lösung, aber sie ist nicht perfekt. Probleme wird es wohl auch weiterhin geben», erklärte Baudirektor Maurice Ropraz (FDP) gestern vor den Medien. Es habe lange gedauert (siehe Kasten). Dennoch sei er froh, nun könnten mehrere Parteien von der Lösung profitieren.

Der Kanton Freiburg könne Fahrenden einen kontrollierten Platz zur Verfügung zu stellen. Auf diesen können sie verwiesen werden, wenn sie irgendwo im Kanton campieren wollen. «Es ist nicht gut, wenn die Fahrenden nirgends verweilen können, doch allzu attraktiv dürfen wir für sie auch nicht sein», erläuterte der Kommandant der Kantonspolizei, Pierre Schuwey, das Spannungsfeld, in dem sich die Behörden bewegen.

Neuartiges Konzept

40 Plätze stehen für die Wohnwagen der Fahrenden auf dem Areal zur Verfügung. Hinzu kommen sanitäre Anlagen, Strom und Wasser. Mit dem Konzept hat man laut Ropraz einen guten Kompromiss gefunden, um dem Problem mit den Fahrenden beizukommen. Der Kanton Freiburg müsse sich zudem keine Kritik von den Nachbarkantonen gefallen lassen, er tue nichts dagegen. Und die Polizei habe bessere Kontrollmöglichkeiten.

 Das Konzept sieht laut Schuwey vor, dass die Gruppe auf dem Rastplatz vorfährt, vor einer Barriere Halt macht und mit der Polizei–deren Stützpunkt Vaulruz nur wenige Autominuten entfernt ist–Kontakt aufnimmt. Diese fährt vor, verhandelt mit den Fahrenden über die Details, definiert die Aufenthaltsdauer, die auf eine Woche beschränkt ist, kontrolliert die Identität, zieht eine Gebühr von 15 Franken pro Tag und Wohnwagen ein und lässt, wenn alles geklärt ist, die Fahrenden herein. «So haben wir ein Auge auf sie, ohne ständig dort sein zu müssen», betonte Schuwey. Das Verfahren sei in der Romandie üblich und abgesprochen.

Auch der Bund profitiert vom Ausbau des Rastplatzes. Denn Standplätze für Lastwagen sind dringend nötig. 46 sollen auf der Nordseite entstehen, zwölf auf der Südseite. Zudem können die Chauffeure von November bis Februar, wenn nur wenige Fahrende unterwegs sind, auch den Platz auf der Südseite nutzen, der in der übrigen Zeit den Fahrenden zur Verfügung steht. «So wird ein Nebeneinander möglich», so Ropraz. Der Ausbau kostet den Bund eine Million Franken, der Kanton beteiligt sich pauschal mit 700 000 Franken. Während des Sommerbetriebs ist Freiburg für Ruhe und Sauberkeit zuständig.

 Ursprünglich sei das Areal für die Fahrenden auf der Nordseite vorgesehen gewesen, doch das hätte nicht funktioniert, sagte Ropraz. Chauffeure und Fahrende wären sich ins Gehege gekommen. Denn die meisten Chauffeure machen auf der Nordseite Halt. «Nun haben wir auch eine räumliche Trennung.» Ropraz hofft, dass die Bevölkerung das Konzept mit Wohlwollen aufnimmt. In der Vergangenheit habe es immer wieder Klagen und Spannungen gegeben, wenn sich Fahrende irgendwo niedergelassen hätten. «Es bestehen noch immer grosse Ängste.»

Zweifel an der Lösung

Besonders engagiert setzten sich die SVP-Grossräte Michel Losey (Sévaz) und Ueli Johner (Kerzers) für eine Lösung des Problems ein. Johner ist keineswegs davon überzeugt, dass der Standplatz tatsächlich das Problem löst. «Das wird unsere Region nicht entlasten.» Seiner Ansicht nach ist der Standplatz für Fahrende, die in der Region Seeland verweilen wollen, zu weit weg. «Sie campieren dann doch einfach irgendwo.» Er fordert vom Staatsrat einen Ausweichplatz. Dieser soll keine ständige Installation sein. Doch wenn die Polizei die Fahrenden nicht vom offiziellen Standplatz überzeugen könne, müssten diese laut Johner das Reserveareal akzeptieren, «ohne Wenn und Aber». Staatsrat Ropraz hielt gestern allerdings fest, dass keine weiteren Projekte in Angriff genommen würden.

Losey ist optimistischer. Die Vereinbarung zwischen Bund und Kanton, das Konzept und der konkrete Starttermin seien schon ein grosser Erfolg, wenn man die lange Vorgeschichte anschaue. «Es hat viel Geduld gebraucht, doch nun haben wir eine Grundlage, auf welcher wir arbeiten können. Es scheint, als ob alle zufrieden sind.» Nun müsse das Konzept umgesetzt werden.

Vorgeschichte

Durchgangs- und LKW-Abstellplatz

Erste Pläne für einen Durchgangsplatz für Fahrende im Kanton Freiburg entstanden im Herbst 2008. Zuerst hatten die Planer Plätze in Granges-Paccot und Bulle im Auge. Dann einigte sich der Grosse Rat auf eine Lösung beim Rastplatz La Joux-des-Ponts an der Autobahn A12, auf dem Gemeindegebiet von Sâles. Seither gehen die Planer von einer multifunktionalen Lösung gemeinsam mit dem Bund aus. Ein erstes Projekt des Bundesamtes für Strassen (Astra) auf der Nordseite des Rastplatzes war gescheitert. Der Kanton Freiburg und das Astra unterschrieben nun ein Abkommen für ein neues Projekt für einen Durchgangsplatz. Den Lead hat der Bund. Das Verkehrsdepartement (Uvek) muss nach den nötigen Verfahren seinen Segen dazu geben. Mitte 2016 soll gebaut werden. Ab Ende 2016 soll die Anlage zur Verfügung stehen.fca

Mehr zum Thema