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In der Ferne pflegen sie ihr Heimweh

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Pascale Hofmeier

Der Stempel des Dütschfryburger-Vereins Basel und Umgebung zeigt ein halbes Freiburger Wappen und einen Baslerstab. Dazwischen hat es einen dicken Strich. Und genau so fühlen sich die Deutschfreiburger, die nun 40 oder mehr Jahre in Basel leben: irgendwie beides, aber trotzdem gespalten. Sie wohnen in der Nordwestschweiz, aber im Herzen sind sie noch immer Freiburger.

Tagesreise nach Plaffeien

«Wir fühlen uns in der Ferne gut aufgenommen, aber es ist einfach nicht dasselbe», sagt Eduard Schmutz, Präsident des Dütschfryburger-Vereins. Der ehemalige Polizist sitzt auf dem Balkon seiner Wohnung nahe des Basler Zoos. Vor ihm auf dem Tisch liegen die ersten Statuten des Dütschfryburger-Vereins Basel und Umgebung. Kein Eselsohr und kein Falz verunstalten das Papier. Nur der leichte Gelbstich des Dokuments gibt einen Hinweis auf das Alter: 50 Jahre.

Der Kanton Freiburg war damals noch weit weg. Sehr weit weg. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dauerte die Reise nach Tafers oder Plaffeien fast einen Tag. Es gab nur wenige Busverbindungen. Und ein Auto war unbezahlbar teuer.

«Wenn man einen Bus verpasste, dann musste man stundenlang warten oder zu Fuss gehen», erzählt Louise Mauron. Ihr Mann, Ernest Mauron, gehörte zu den Initianten des Dütschfryburger-Vereins. Wie viele andere, die im Sensebezirk keine Arbeit fanden, ging er in den 50er-Jahren zur SBB und landete in Basel. Andere fanden in der chemischen Industrie Arbeit. «Sie kamen wegen der Arbeit und liessen das Herz in der Heimat.»

Ferne Heimat näher holen

Heimweh hätten sie gehabt, sagt Louise Mauron. Darum gründeten die Deutschfreiburger in Basel einen Verein. «Unsere Sprache zu pflegen, unsere Leute einander näher zu bringen und nicht zuletzt, einige fröhliche Stunden miteinander zu verbringen (…)», stand auf der Einladung zum ersten Treffen. Denn in der Fremde gab es eine Hürde: das Senslerdeutsch. «Uns haben sie damals wegen der Sprache ausgelacht», erzählt Louise Mauron. «An meinem ersten Arbeitstag hat mich der erste Gast wegen des Senslerdeutschs beschimpft.» Da wäre sie am liebsten sofort heim nach Plaffeien. Das war vor 52 Jahren.

Alle halbe Stunde ein Zug

Obwohl die meisten Vereinsmitglieder mittlerweile pensioniert sind, ist kaum einer zurückgekehrt. «Es ist nicht möglich dort anzuknüpfen, wo man weggegangen ist», sagt Schmutz. Der Kopf wisse das, aber für das Herz sei dies schwierig. Zudem lebten Freunde und Kinder in Basel, die Eltern seien verstorben. «Wir gehen alle ein bis zwei Monate nach Tafers zu Besuch.» Der Sensebezirk ist näher an Basel herangerückt. Heute dauert die Fahrt nach Plaffeien mit öffentlichen Verkehrsmitteln noch eine Stunde und 45 Minuten. Abfahrt: jede halbe Stunde.

Das hat auch auf den Verein Auswirkungen. Andere Interessen und die guten Verbindungen nach Hause haben dazu geführt, dass dem Verein der Nachwuchs fehlt. «Das geht allen Kantonsvereinen so», sagt Schmutz. Solange es noch einen Chor gab, eine Theatergruppe und Unterhaltungsabende, da sei das Vereinsleben noch intakt gewesen. Der letzte Unterhaltungsabend war im Jahr 1992.

Es fehlen die Berge

Die Erinnerungen an den «Schwarzen», den Kaffee mit Schnaps, der an keiner Vereinsversammlung fehlen durfte, und an die Ausflüge an die Chilbi in Plaffeien sind noch sehr lebhaft. Doch: «Wir machen uns Gedanken über die Zukunft des Vereins», sagt Schmutz. Denn es sind nur noch wenige Dinge, die der Verein organisiert. Zum Beispiel wandern die Dütschfryburger einmal im Monat. Der Ausflug führt aber nicht in die Heimat, sondern in die Hügel der Region Basel. «Dort ist es auch schön», sagt Louise Mauron, «aber jemand hat mal gesagt, dort fehlten die Berge.»

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