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In der Kunst miteinander verbunden

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Wer in den letzten vier Jahrzehnten an der OS Wünnewil zur Schule ging, dürfte mit einiger Wahrscheinlichkeit Brigitte und Werner Keist begegnet sein. Das Ehepaar aus Flamatt unterrichtete beinahe sein gesamtes Berufsleben lang an der Orientierungsschule im Senseunterland und geniesst nun seinen noch jungen Ruhestand. Wobei das Wort «Ruhestand» den Eheleuten nur bedingt gerecht wird. Keists setzen sich nämlich intensiv mit ihrer Leidenschaft, der Kunst, auseinander: Beinahe jeden Tag stehen der 64-jährige Skulpteur und die 61-jährige Malerin in Werkstatt und Atelier, halten nach neuen Materialien und Techniken Ausschau, besuchen Ausstellungen oder kümmern sich um die eigene Kunstgalerie.

 Auf Umwegen in die Region

Der Weg, der das Ehepaar nach Deutschfreiburg führte, wo es sich in den 1980er-Jahren auch privat niederliess, war einer mit Umwegen. So ist Brigitte Keist in Naters aufgewachsen und kam im Rahmen ihrer Ausbildung zur Sekundarlehrerin nach Freiburg. Als junge Person aus dem Wallis in Freiburg zu studieren, das habe damals Tradition gehabt, sagt sie und lacht herzhaft: «Ich habe sehr bald einen guten Draht zur Region Freiburg gefunden.» Nach einem Unterrichtsjahr an einer Innerschweizer Schule verschlug es die Oberwalliserin 1980 wieder in den Kanton Freiburg. «In Wünnewil war eine Lehrerstelle für ein Jahr ausgeschrieben», erinnert sie sich, «schliesslich sind daraus 35 tolle Jahre geworden.»

An der OS Wünnewil kreuzten sich denn auch die Wege des Ehepaares. Werner Keist unterrichtete dort–nach seiner Ausbildung zum Primar- und Reallehrer–ab 1974 in Realschulklassen. «Die Vielseitigkeit des Berufs hat mich sofort gepackt», sagt der gebürtige Laufentaler.

 Zumal er im Schulhaus nicht nur viele sympathische Schüler, sondern eben auch die Partnerin fürs Leben kennenlernte. «Wir waren damals eine grosse Gruppe von jungen Lehrern und haben auch in der Freizeit viel miteinander unternommen», erzählt Werner Keist und muss dabei schmunzeln: «Insgesamt sind aus dem alten Freundeskreis vier Ehepaare entstanden.» Dass der gemeinsame Beruf die Beziehung zu ihrem Mann belasten könnte, dieses Gefühl habe sie nie gehabt, erzählt Brigitte Keist: «Im Gegenteil, es war eine wichtige Gemeinsamkeit, die uns miteinander verband.» Ihr Ehemann ergänzt: «Das haben wir als grosses Privileg empfunden.» 

Der Kunst ihren Wert geben

 Stark miteinander verbunden ist das Ehepaar aber auch über den Beruf hinaus. Etwa durch Sohn Lukas, der die kleine Familie 1988 vervollständigte. Oder durch das Kunstschaffen, welches in den letzten Jahren einen immer grösseren Stellenwert im Wirken des Paares einnahm. «Künstlerisch tätig zu sein, war schon immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens», erzählt Brigitte Keist: «Es ist die Art, wie ich die Welt wahrnehme und wie ich mich mit ihr auseinandersetze. Malen ist meine Sprache.»

 Während Jahrzehnten betätigten sich Keists vor allem innerhalb des Zeichenzimmers und der Werkstatt ihrer Schule als Kunstschaffende. «Wenn sich Jugendliche unmittelbar nach der obligatorischen Schulzeit ihrer Zeichenmappen und Werkarbeiten entledigten, fand ich das jeweils sehr traurig», sagt die pensionierte Lehrerin. «Junge Personen können den Wert der eigenen gestalterischen Fähigkeiten leider oftmals noch zu wenig einschätzen», meint ihr Ehemann. Deshalb ermutigte das Ehepaar viele Jahre in erster Linie seine Schülerinnen und Schüler dazu, selbst gefertigte Werke zu schätzen und sie mit Freude einem Publikum zu präsentieren. Erst vor einigen Jahren haben Keists auch selber damit begonnen, eigene Arbeiten auszustellen und zu verkaufen.

Inspiration für ihre Werke finden die Eheleute im Alltag. So gehört die Suche nach geeigneten Materialien wie alten Metallstücken oder Schwemmholz sowie das Unterwegssein in der Natur für den Skulpteur zu den wichtigsten Inspirationsquellen. In stimmungsvolle Landschaften einzutauchen oder die Begegnungen mit Menschen auf sich wirken zu lassen, nährt die Malerin mit Ideen für neue Arbeiten.

 Positive Narrenfreiheit

«2003 haben wir das erste Mal gemeinsam ausgestellt», erinnert sich Brigitte Keist. Seither sind regelmässig Skulpturen und Gemälde aus dem Hause Keist in regionalen und überregionalen Ausstellungen und Galerien zu sehen. Dabei gehe es den beiden nicht darum, in möglichst renommierten Galerien auszustellen, erklärt Werner Keist: «Wir präsentieren unsere Werke am liebsten dort, wo uns das Ambiente am besten gefällt.» Das könne auch an einem kleinen Anlass der Fall sein. «Wir müssen nicht von unseren Werken leben können», sagt Brigitte Keist, «in diesem Sinne geniessen wir eine sehr positive Narrenfreiheit.»

 Auf der Bettmeralp im Wallis, wo Keists eine zweite Heimat gefunden haben, betreiben sie seit einigen Jahren den «Chunschtspycher». In der selbst erbauten Galerie finden eigene Werke und die Kreationen anderer Kunstschaffenden einen Ausstellungsplatz. «Der Spycher ist zwar mit viel Aufwand verbunden, aber er bringt uns viele wertvolle Begegnungen mit Menschen und anderen Künstlern», sagt Brigitte Keist. Beste Voraussetzungen dafür, dass der «Unruhestand» des Ehepaares noch viele Jahre andauern wird.

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Seit diesem Sommer stellen die FN in einer Serie Menschen aus ihrem Verbreitungsgebiet vor: Personen, die etwas Spannendes erlebt haben, über eine grosse Lebenserfahrung verfügen, einen interessanten Beruf oder ein spezielles Hobby haben, viel aus ihrem Leben zu erzählen wissen, oder die an ihrem Wohnort das Dorf- oder Stadtbild prägen. Die FN-Serie funktioniert wie eine Stafette: Es ist der jeweils Porträtierte, der das nachfolgende Porträt bestimmt. Das nächste Mal: Emil Schneuwly aus Wünnewil.uh

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