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In der Sprachenfrage ist das Fri-Son dem Equilibre und dem Nuithonie weit voraus

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Autor: Pascal Jäggi

Villars-sur-Glâne Manchmal beneidet die «Hochkultur» die Alternativkultur. «Im Fri-Son stellt sich die Sprachenfrage nicht», meinte Sally de Kunst, künstlerische Leiterin des Bollwerk-Festivals, «auf der Bühne wird englisch gesungen, das Publikum spricht französisch und deutsch». Das stellte de Kunst an einer Diskussion des Vereins Forum Partnersprachen im Nuithonie fest. Im Zentrum stand die zwei- und mehrsprachige Kultur. Neben Sally de Kunst nahmen Carine Zuber, Programmatorin des Cully Jazz Festivals, und Thierry Loup, Direktor des Nuithonie und des Equilibre, teil.

Theater in Muttersprache

Ganz anders als im Fri-Son sei es im Theater, waren sich die drei einig. Entsprechend schwierig sei es, die Zweisprachigkeit zu fördern. «Die Leute wollen ein Stück in ihrer Muttersprache sehen», sagte die Bielerin Carine Zuber, «ein französischsprachiger Zuschauer geht kaum in ein deutsches Theater». Was sie durchaus bedaure: «Die Möglichkeit der Übertitel (analog zu den Untertiteln im Kino) sollte öfters genutzt werden. Das wäre ein Ansatz, um die Gemeinschaften zusammenzubringen.» Mit Zwang erreiche man aber nichts, meinte Thierry Loup: «Eine Durchmischung der Kulturen muss sich auf natürliche Weise ergeben.» Eine «Quoten-Aufführung» in deutsch und französisch sei nicht unbedingt erfolgversprechend.

Die Kulturmanager selber würden auch auf Internationales setzen, etwa ein englisches Theater zeigen, was beispielsweise am Bollwerk-Festival funktioniert. «Die französischsprachigen Besucher sind da aber eher weniger offen als die deutschsprachigen», bemerkte Sally de Kunst.

Equilibre für Einheimische

In der Diskussion stand bald das Equilibre im Zentrum, das Prestigeprojekt der Freiburger Kulturpolitik. Thierry Loup war skeptisch, ob das internationale Konzept auch hier funktionieren würde. « Wir setzen vor allem auf die einheimischen Ensembles», meinte Loup, der auch die Finanzen nicht vergessen wollte.

Tanz zieht alle an

Im Nuithonie habe er die Erfahrung gemacht, dass das Publikum an Tanzveranstaltungen gemischt sei, sagte Loup. «Da kommen auch Leute aus Bern und Lausanne.» Tanz funktioniert eben ohne Worte.

Die Zuhörer zeigten sich allerdings etwas enttäuscht von der Absage an das zweisprachige Theater. «Sie sollten weniger pessimistisch sein», meinte die Linguistin Claudine Brohy. Loup relativierte: «Wir sind nicht pessimistisch, sondern pragmatisch.» Er nannte auch ein erfolgreiches Beispiel: «Wenn wir Kindervorstellungen haben, ist es kein Problem, in beiden Sprachen aufzuführen. Erwachsene tun sich schwerer.» Andreas Burri, Vorstandsmitglied des Forums Partnersprachen und Generalrat der Grünen, wollte wissen, ob die Zweisprachigkeit in der Kulturpolitik wirklich berücksichtigt wird. Die anwesenden Mitglieder der Stadtregierung, der Freiburger Syndic Pierre-Alain Clément und Gemeinderatskollege Charles de Reyff, bejahten. «Im Equilibre wird die ganze Region integriert, dazu gehören auch die Deutschsprachigen», meinte Clément. «Im Pflichtenheft des Direktors ist das vermerkt», doppelte de Reyff nach.

Chance wahrnehmen

Trotz allem Kulturpessimismus: Die Diskussionsteilnehmer sahen die Zweisprachigkeit durchaus als Chance für eine lebendige Kultur. Bloss läuft diese in Fällen wie dem Theater eher nebeneinander statt miteinander.

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