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«In der Stadt fehlen Aschenbecher»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole Jegerlehner

FreiburgDie Sozialdirektorin der Stadt Freiburg, Marie-Thérèse Maradan Ledergerber, ist Raucherin. Bisher hat die Parteilose in ihrem Büro geraucht, und lange Generalratssitzungen verlässt sie schon mal, um draussen eine Zigarette anzuzünden.

Frau Maradan, wie gehen Sie mit dem Rauchverbot um?

Ich verstehe ja nicht ganz, warum ich in meinem Büro, in dem ich alleine arbeite, nicht mehr rauchen darf. Bin ich mit anderen Leuten zusammen, nehme ich gerne Rücksicht und verzichte auf die Zigarette – aber in meinem Büro? Und wer kontrolliert denn das?

Treffen wir Sie künftig rauchend vor ihrem Büro auf der Freiburger Spitalgasse an?

Nein, nein – ich werde in einem der Innenhöfe rauchen. Aber das wird neue Probleme mit sich bringen: Noch fehlen in der ganzen Stadt Aschenbecher, damit die Raucherinnen und Raucher ihre Zigarettenstummel entsorgen können. Ich selber habe ja immer einen Taschen-Aschenbecher bei mir. In dieser Dose entsorge ich meine Zigarettenreste, denn ich finde es grässlich, wenn Stummel auf dem Boden herumliegen.

Fühlen Sie sich durch das Rauchverbot diskriminiert?

Das Gesetz ist ein Unfug. Es geht weiter als eine Diskriminierung: Es kriminalisiert Raucherinnen und Raucher. Zum Glück höre ich 2011 auf.

Sie hören in zwei Jahren mit dem Rauchen auf?

(Lacht.) Nein, nein! Ich höre mit dem Gemeinderat auf, ich trete bei den Wahlen nicht mehr an. Dann kann ich zu Hause rauchen, so viel ich will.

Sie sagten, das Gesetz kriminalisiere Raucher. Es ist doch vor allem dazu da, Nichtrauchende zu schützen.

Ich will nicht den Tabak schönreden, ich weiss, dass er sehr schädlich ist. Doch geht diese Gesetzgebung in eine gefährliche und extremistische Richtung.

Wie meinen Sie das?

Heute besteht in unserer Gesellschaft die Tendenz, alles zu verbieten: Nach dem Rauchen kommen der Zucker, Fettstoffe und das Salz dran. Damit wird den Leuten die Idee verkauft, wenn sie sich nur gesund ernährten und auf Zigaretten und Alkohol verzichteten, blieben sie immer jung und gesund. Das geht so weit, dass Leute, die einige Kilogramm zu viel auf den Rippen haben, aus der Norm fallen und schräg angeschaut werden. Das alles ist ein Art zu denken, die mir missfällt – und die viel weiter geht als das Rauchverbot alleine.

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