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In Erinnerung an die Kriegsjahre

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Am 2. August 2014 sind es genau 100 Jahre her, dass Schweizer Männer am Vorabend des Ersten Weltkrieges aufgerufen wurden, zum Schutz des Vaterlandes einzurücken. Ein Komitee aus den Reihen militärischer Organisationen in Deutschfreiburg möchte den damaligen Einsatz der Vorfahren würdigen. Der Gedenkanlass, der am 2. August in Tafers stattfindet, soll aber auch an die Opfer des Zweiten Weltkrieges erinnern. «Wir möchten den Einsatz aller Soldaten würdigen, die ihr Leben im Militärkleid lassen mussten», erklärt OK-Präsident Paul Meyer. Als Brigadier der Schweizer Armee ist er in regem Kontakt mit dem Unteroffiziers- und dem Artillerieverein sowie dem Verein der Ehemaligen des Infanterie-Regiments 1–dieses hat er früher kommandiert. Für die Vorbereitungen wird das OK tatkräftig durch das Oberamt unterstützt.

Aufruf an die Wehrmänner

Das Organisationskomitee plant einen schlichten und würdigen Gedenkanlass in der Kirche von Tafers, verbunden mit einem Apéro und einer Ausstellung (siehe Kasten). Die noch lebenden Wehrmänner aus dem Sense- und Seebezirk sowie aus Jaun der Jahrgänge 1926 und älter sollen bei diesem Anlass besonders geehrt werden. Weil es nicht einfach ist, sie zu erfassen, lanciert Paul Meyer einen Aufruf an sie, sich beim Oberamt in Tafers zu melden. «Wir würden uns freuen, möglichst viele von Ihnen begrüssen zu dürfen», sagt er.

Schwierige Zeiten

Dem OK ist es ein Anliegen, die damaligen schwierigen Umstände einer bereiteren Öffentlichkeit in Erinnerung zu rufen. «Es war die Zeit, als die Väter, Grossväter und Urgrossväter einrücken mussten», sagt Paul Meyer. Beim Ersten Weltkrieg sei der Aufruf relativ abrupt gekommen. Nach dem Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 vergingen wenige Monate, bis sich die Unruhen zu einem Flächenbrand in ganz Europa ausbreiteten. Die Schweizer Soldaten wurden damals vor allem an den Jura beordert, um während des deutsch-französischen Kriegs die Grenzen zu sichern. 1918, während des allgemeinen Generalstreiks, waren die 17er in der Ostschweiz und im Raum Biel eingesetzt.

Mehr Vorlaufzeit hatte die Schweiz beim Zweiten Weltkrieg. «Als die Nazis in Deutschland ans Ruder kamen, lag ein erneuter Krieg mit der Ausweitung auf ganz Europa in der Luft», erklärt Paul Meyer. Er erinnert daran, dass es nicht nur für die Soldaten, sondern für die ganze Familie eine schwere Zeit gewesen sei. «Viele dieser Männer waren Kleinbauern. Als sie im Dienst waren, mussten die Frauen die alleinige Verantwortung für den Hof und die Kinder tragen.»

An der Grippe verstorben

Während beiden Kriegen seien bei uns zum Glück wenig Soldaten durch kriegerische Handlungen zu Tode gekommen, erklärt Paul Meyer. «Die Verluste im Ersten Weltkrieg wurden vor allem durch die schlimme Grippe von 1918 verursacht.» Im Frühjahr dieses Jahres, als die Epidemie ausbrach, bis Anfang Herbst zählte man in der Schweiz 750 000 Grippekranke; so war prozentual auch der Anteil im Kanton Freiburg hoch. Mehrere Soldaten seien dabei durch die hohen körperlichen Anstrengungen geschwächt gewesen und im Dienst gestorben, erklärt er.

Denkmal wird aufgefrischt

Die Namen der Sensler Kriegsopfer der ersten und zweiten Mobilmachung waren bis 1965 auf einer Gedenktafel an einer Mauer der Kirche Tafers aufgelistet. Als die Kirche vergrössert wurde, entstand 1975 in der Nähe ein Soldatendenkmal in Form einer Inschrift auf einem Findling. In den letzten Jahren hat der frühere Sigrist Alfons Blanchard den Stein gereinigt und für das kleine Gärtchen gesorgt. Im Laufe der Jahre ist die Schrift jedoch verblasst, und eine Moosschicht bedeckt nun den Stein. Bis zur Gedenkfeier wird das Denkmal aufgefrischt und der Zugang neu gestaltet. So ist der Anlass im August denn auch die Gelegenheit, um die Verantwortung für den künftigen Unterhalt an die Pfarrei und die Gemeinde Tafers zu übertragen.

«Als die Männer im Dienst waren, mussten die Frauen die alleinige Verantwortung für den Hof und die Kinder tragen.»

Paul Meyer

Organisator des Gedenkanlasses

 

Programm: In Erinnerung an die Mobilmachungen 1914 und 1939

D er Gedenkanlass findet am Samstag, 2. August, um 17 Uhr in der Pfarrkirche Tafers statt. Geplant ist ein kurzer Einzug in die Kirche, begleitet von der berittenen Ehrengarde Cadre Noir et Blanc und vom Sensler Harscht.

Die beiden ehemaligen Feldprediger des Infanterie-Regiments 1, Hans Brügger und Fritz Sartorius, werden einen ökumenischen Gottesdienst zelebrieren, unterstützt vom Cäcilienchor Tafers. Brigadier Paul Meyer wird einen Rückblick auf die beiden Mobilmachungen geben, und der Sensler Oberamtmann Nicolas Bürgisser würdigt den Einsatz der Aktivdienstgenerationen. Die Wehrmänner der Jahrgänge 1926 und älter erhalten eine besondere Ehrung. Es gibt eine Totenehrung, und beim Soldatendenkmal wird ein Kranz niedergelegt.

Im Anschluss an den Gedenkanlass werden auf dem Museumsplatz ein Aperitif sowie Tee aus der Gulaschkanone und Militärkäseschnitten serviert.

Drei Tage Ausstellung

Vom 1. bis 3. August gibt es im Keller des Oberamtes in Tafers eine Sonderausstellung über die Mobilmachungen 1914 und 1939. Gezeigt werden Gegenstände aus der Ausrüstung der Soldaten: die Uniform, persönliche Ausrüstung, Korpswaffen wie Maschinengewehr, Handgranaten, Panzerabwehr und so weiter. An Plakatwänden illustrieren Einsatzpläne, wohin die Deutschfreiburger Soldaten damals geschickt wurden. Dazu gibt es Filme und Fotos, welche die Organisatoren vom Armeemuseum erhalten haben.

Parallel dazu öffnet das Sensler Museum seine Türen. Museumsleiterin Franziska Werlen stellt eine Kollektion von Gegenständen zusammen, die während den Kriegszeiten im Alltag der Sensler Familien verwendet wurden. Das Museum gewährt während diesen drei Tagen freien Eintritt. im

Tafers: Sensler Museum, Keller des Oberamtes, 1. bis 3. August, jeweils 10 bis 17 Uhr. Gedenkanlass: Sa., 2. August, 17 Uhr.

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