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In Schwarzsee hat es zu viel Bauland

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Autor: Pascale Hofmeier

«Wir sind in einer komplizierten Situation.» Mit diesen Worten eröffnete Ortsplaner Joseph Brügger seine Präsentation zur Teilrevision der Zonennutzungsplanung in Schwarzsee. Etwa 60 Interessierte waren am Freitagabend an die Informationsveranstaltung der Gemeinde Plaffeien gekommen. Die vom Kanton ausgearbeitete Naturgefahrenkarte habe die Planungssituation verändert, was auch zu rechtlichen Unsicherheiten führe, sagte Brügger. «Das müssen wir bereinigen.» (vgl. Box) Eine gesamte Ortsplanung für Schwarzsee existiert nicht, soll aber gemäss Gemeinderat und Präsident der Planungskommission Linus Hayoz in der nächsten Legislatur angegangen werden.

Gefahren geben Rahmen

Teil der Planung sind die zehn Quartiere Mösli, Metzgera, Gerendacherli, Röhrli, Tromooserli, Kaspera, Brüggera, Hürleni, Pürrena und Bad. Die Pläne liegen ab dem 14. Januar öffentlich auf. «Alle Quartiere sind durch Naturgefahren betroffen», betont Brügger. Am Beispiel des Mösli zeigte er die Schwierigkeiten auf. Das Quartier wurde aufgrund des Batgliss-Berichtes von 1994 als akut rutschgefährdet ausgezont. Durch die neue Einschätzung der Naturgefahrenkarte jedoch wurde das Quartier in alle drei Gefahrenkategorien eingeteilt: erheblich (rot), mittel (blau) und gering (gelb) rutschgefährdet. «Das ist nicht der Normalfall», erklärte Brügger.

Für Schwarzsee und Plaffeien existieren zwei unabhängige Planungen. In Schwarzsee ist zu viel Bauland eingezont, was aber die Baulandreserven von Plaffeien nicht belastet. Mit der Teilrevision wird in Schwarzsee mehr Land aus- als eingezont. Derzeit verfügt die Ortschaft über 58 400 Quadratmeter nicht überbautes Wohnbaugebiet. Erlaubt wären laut kantonalem Raumplanungsgesetz 23 100 Quadratmeter. «Wir haben viele Parzellen, die seit Jahrzehnten nicht überbaut werden. Das ist eine Schwierigkeit und behindert uns», sagte Brügger. Ausgezont wird die Mischzone Rohr entlang der Kantonalstrasse. Weil das Rohr nun in der Landwirtschaftszone bleiben soll, wird es für den Architekten Karl Schek wohl schwierig, die Pläne für eine Chalet-Feriensiedlung umzusetzen (FN vom 2. Oktober).

Zankapfel Bad

In der Fragerunde gab das Gebiet Bad/Seeweid, wo das Badquartier und das Gebiet vor der Seeweidbrücke nicht eingezont werden, zu Diskussionen Anlass. Ein Gutachten der Gemeinde und des Kantons kam im September zum Schluss, dass das Gebiet beim Hotel Bad nicht in der roten, sondern in der blauen Zone liegt. «Ich habe Mühe zu begreifen, dass das Hotel Bad in der blauen Zone sein darf und der Rest des Quartiers nicht», sagte Anton Zaugg als Vertreter der katholischen Kirchgemeinde Bern, der das Heim St. Michael gehört. «Wenn es rutscht, dann stoppt das nicht an der Kantonsstrasse», ist er überzeugt. Er kündete auch gleich seine Einsprache gegen die Planung an. Das Heim will eine Zufahrtsstrasse bauen, liegt aber in der roten Zone, in der lediglich werterhaltende Investitionen möglich sind. «Der Kanton hat uns zugesichert, dass man die Strasse auch in der roten Zone bauen kann», sagte Ammann Otto Lötscher.

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