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«Indisches Essen ist mehr als nur Curry»

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«Mal schauen, ob das passt», sagt Divya Rajan und löffelt etwas Greyerzer Doppelrahm über ihre Gulab Jamuns, die sie zum Dessert serviert. «Mmh», tönt es kurz darauf von allen, die am Tisch sitzen. Nitya, die elfjährige Tochter von Divya Rajan, streicht sich zufrieden über den Bauch. Rahm aus Freiburg und süsse, frittierte Teigbällchen aus Indien–das passt.

Die Familie Rajan, das sind neben Divya und Nitya die achtjährigen Zwillingsbrüder Kartik und Vignesh und der Familienvater Satyadeep. Divya Rajan trägt einen traditionellen Sari, ihr Mann Jeans und T-Shirt. Neben einem Gemälde von Monnet hängt an der Wand im Wohnzimmer ein Bild des hinduistischen Gottes Shiva. In der Küche steht die Box mit indischen Gewürzen neben dem Fondue-Caquelon. Seit einem Jahr wohnt die indische Familie im senslerischen Oberschrot und bringt die südasiatische und die europäische Kultur zusammen.

 Gutes, gesundes Essen hat in Indien einen hohen Stellenwert, und die Zubereitung der Gerichte ist aufwendig. «Wir haben Mami heute den ganzen Tag geholfen», sagt Nitya. Ihre Brüder nicken, schauen schüchtern aus ihren grossen, dunklen Augen. Sie haben Gemüse geschnitten, Kartoffeln gekocht, Fladenbrot–das sogenannte Roti–gebacken und Masala, ein Linsengericht, das quasi die Grundlage jedes indischen Essens ist, zubereitet.

Masala als Grundlage

Als die Gäste im Einfamilienhaus in Oberschrot eintreffen, steht das Meiste auch schon bereit. Divya Rajan stellt das Masala in zwei Töpfe verteilt auf den Herd. In einen Topf gibt sie Spinat und Ziger, rührt um. Der Inhalt wird dunkelgrün. Im anderen Topf hat das Masala seine ursprüngliche rötliche Farbe. «Sehen Sie, es ist die gleiche Grundlage, aber es sieht ganz anders aus und schmeckt auch ganz anders.» Sie beginnt den Basmati-Reis gründlich zu waschen, gibt Sternanis dazu und dünstet ihn anschliessend mit Erbsen. Divya Rajan atmet den Dampf ein. «Ich muss auf den richtigen Geruch warten, bevor ich das Wasser hinzugebe», sagt sie.

Sie zeigt die Box mit den indischen Gewürzen («mehr als nur Curry»), spricht über die verschiedenen Fladenbrote und frittiert dazu Curry-Blätter und Senfkörner («Das nimmt die Schärfe»). Derweil googelt ihr Mann die englischen oder indischen Begriffe, um sie auf Deutsch zu übersetzen.

Mehrsprachig wie Indien

Deutsch sprechen Divya und Satyadeep nicht fliessend. Die Schweiz hingegen kennen sie gut. 14 Jahre lang haben die beiden in Genf gelebt, alle drei Kinder kamen dort zur Welt. Als die Zwillinge ein Jahr alt waren, ging die Familie zurück nach Indien und blieb für sieben Jahre. Seit einem Jahr leben Rajans nun in Oberschrot. «Was um aller Welt hat Sie hierher verschlagen?»: Diese Frage hören die fünf oft–und jedes Familienmitglied will seine Version der Geschichte erzählen.

Satyadeep leitet eine eigene Consulting-Firma; die Freiburger Wirtschaftsförderung versuchte, ihn für den Kanton zu gewinnen. Die Familie zog her und fand in Schwarzsee eine provisorische Bleibe. «Wir schauten uns Häuser im Raum Freiburg, zum Beispiel in Villars-sur-Glâne an», erzählt er. Denn das Paar spricht perfekt Französisch. Doch es passte nichts. Länger als geplant blieb die Familie in Schwarzsee, die Kinder begannen, in der Lichtena zur Schule zu gehen. «Ich kam nach Oberschrot, um mich über die Freizeitaktivitäten für die Kinder zu informieren, dabei trafen wir unsere heutige Vermieterin. Vignesh fragte sie auf Deutsch: ‹Wie heisst du?›», erzählt Divya. Daraufhin kam sie mit der Oberschroterin ins Gespräch.

Die Familie entschied sich schnell. «Das Haus hier ist perfekt, es hat Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, die Bushaltestelle ist nahe, und die Kinder können zu Fuss zur Schule», sagt der Vater. Und die Vermieterin konnte ihnen ihre Hauptsorge nehmen: «Die Sprache. Denn wir wollen unseren Kindern bei den Hausaufgaben helfen können. Unsere Vermieterin versicherte uns, dass jeder Deutsch lernen kann und dass sie den Kindern am Anfang helfen werde. Sie ist Schulleiterin.»

Mittlerweile spricht Nitya breites Senslerdeutsch, Vignesh und Kartik verstehen alles und sprechen gut Hochdeutsch. Während des Essens spricht die Familie Englisch zusammen, gelegentlich fallen Sätze auf Hindi oder Tamil. «Das gefällt uns so an Freiburg», sagt Divya Rajan. «Fast alle verstehen mindestens zwei Sprachen. Wie in Indien, dort ist jeder mehrsprachig.»

«I love bräteln»

Vergleiche zwischen der Schweiz und Indien oder generelle Aussagen zur indischen Kultur wollen die beiden nicht machen. «Wir können nur für uns sprechen. Indien ist fast so gross wie ganz Europa und so unterschiedlich sind auch die Lebensweisen und Gewohnheiten in den verschiedenen Teilen des Landes», sagt Divya Rajan.

An Oberschrot liebe die Familie die Aussicht, die frische Luft, den familiären Umgang. «Die Leute begegnen uns sehr offen», sagt Satyadeep Rajan. Und auch die Familie ist offen für Neues: «I love bräteln», sagt Divya und lacht. Sie habe kaum glauben können, dass sie ihren Kindern für die Herbstwanderung ein Sackmesser mitgeben sollte. «Ich meine, die Buben sind acht», sagt sie. Doch nach der Wanderung hätten ihr die Kinder gezeigt, wie das gehe mit der Cervelat und dem Stock.

 Die Mägen sind gefüllt nach dem Abendessen. «Hätten Sie gedacht, dass Sie vegetarisch so abwechslungsreich essen können?», fragt Divya. In Indien seien viele Vegetarier und auch sie selbst isst kein Fleisch. Auf Butter, Milch und Doppelrahm möchte sie aber nicht verzichten. Und serviert nach den Gulab Jamuns frischen Chai–den typisch indischen Gewürztee mit Milch.

Rezept

Kichererbsen-Curry Chana Masala

Für zwei Portionen: Eine grosse Zwiebel und vier Tomaten würfeln. Eine grüne Chilischote in Stücke schneiden. Aus einem daumengrossen Stück Ingwer und vier Knoblauchzehen mit dem Pürierstab eine Paste herstellen, eventuell etwas Wasser dazugeben. Eine Dose Kichererbsen abschütten und unter kaltem Wasser abwaschen. Drei Esslöffel Pflanzenöl heiss werden lassen und die Ingwer-Knoblauchpaste dazugeben und kurz mitbraten. Zwiebeln ebenfalls anbraten, bis sie ein bisschen karamellisiert sind. Je einen Teelöffel Kurkuma, Kreuzkümmel und Korianderpulver und einen halben Teelöffel Chilipulver dazugeben und kurz anrösten. Die Gewürze dürfen aber nicht anbrennen. Die Tomaten und die grünen Chilis mit gut einer halben Tasse Wasser hinzugeben und rund 15 Minuten offen einkochen lassen. Öfters umrühren. Die Sauce sollte dann schön dick sein, nach Bedarf Wasser hinzufügen, damit das Masala nicht anbrennt. Kichererbsen hinzugeben und mit Salz, einem Teelöffel Garam Masala (indische Gewürzmischung), etwas Bratbutter, Thymian und einer Prise Zucker abschmecken. Nochmals aufkochen lassen und mit einem Stampfer ein paar Kichererbsen zerdrücken, damit sich die Sauce bindet. Vor dem Servieren Zitronensaft beigeben und mit frischem Koriander garnieren. Dazu schmecken Naan, Roti, Basmatireis oder Ruchbrot.mir

 

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