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Influencer, Fitness-Coach, Mann der Stunde

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Als Gottéron Ende Dezember bekannt gab, dass als Ersatz für den verletzten David Desharnais Zach Boychuk nach Freiburg kommen würde, hielt sich die Euphorie bei den Fans in Grenzen. Zwar galt der kanadische Stürmer früher als grosses Talent, zweimal nahm er an einer U20-WM teil, was bei der grossen Konkurrenz im Mutterland des Eishockeys alles andere als selbstverständlich ist. Entsprechend wurde er 2008 bereits in der ersten Runde (an 14. Stelle) von den Carolina Hurricanes gedraftet.

Richtig eingelöst hat Boychuk das Versprechen auf eine grosse Karriere jedoch nie. Zudem zeigte die Tendenz klar nach unten. Letzte Saison wurde er zwar mit dem SC Bern Meister, spielte dabei aber nur eine Nebenrolle. In den Playoffs war er meist überzählig, schoss kein einziges Tor. In dieser Saison war er bis zu seinem Wechsel zu Gottéron vereinslos.

Und dann das: Boychuk hat in Freiburg voll eingeschlagen. Bei seinen drei Einsätzen traf der 30-Jährige bereits zweimal mit seinem ansatzlosen Handgelenkschuss in den Winkel, hinzu kommen vier Assists und ganz allgemein eine grosse physische Präsenz und ein gutes Backchecking.

Zach Boychuk, nach drei Spielen haben Sie bereits sechs Skorerpunkte, sind Sie selbst überrascht?

Ja, natürlich. Ich kenne ja die Liga und weiss, dass es schwierig ist, hier Tore zu erzielen und Punkte zu sammeln. Nach neunmonatiger Pause einen so guten Start hinzulegen, fühlt sich gut an. Gleichzeitig waren wir als Team nur mässig erfolgreich, deshalb kann ich nur bedingt zufrieden sein. Nach dem Comeback-Sieg gegen Langnau wollen wir nun weiter gewinnen und unbedingt die Playoffs erreichen – und ich werde hart arbeiten und versuchen, meinen Teil dazu beizutragen.

Sie waren bis Ende Dezember ohne Club. Eine lange Zeit …

Ja, natürlich hatte ich gehofft, dass sich früher etwas ergibt. Aber ich hatte meinem Agenten gesagt, ich wolle unbedingt in der Schweiz oder in der russischen KHL spielen, da ist das Angebot nun einmal begrenzt. Wäre nicht das Angebot von Gottéron gekommen, hätte ich allmählich mein Gebiet ausgeweitet – ich hatte Schweden im Visier.

Was haben Sie in den letzten Monaten gemacht, um in derart guter Form zurückzukehren?

Ich habe meine Ernährung umgestellt. Seit dem Ende der letzten Saison habe ich neun Kilogramm abgenommen. Ich esse öfter, aber immer nur kleine Portionen, ausserdem nehme ich weniger Kohlenhydrate zu mir. Ich wiege nun rund 81  Kilogramm bei einer Körpergrösse von 178 Zentimetern, das scheint mir ganz okay, schliesslich darf man auch nicht zu leicht sein, um trotzdem noch Checks einstecken und austeilen zu können. Mein Körperfettanteil beträgt nur noch sechs Prozent. Der Sport wird immer schneller, da muss man sich als Athlet anpassen. Letztes Jahr fühlte ich mich zwar physisch robust, aber allmählich ein wenig schwer und langsam. Ich spüre einen echten Unterschied auf dem Eis, fühle mich stärker, leichter und schneller. Gleichzeitig habe ich in den letzten Monaten auch viel Fitness betrieben und in meiner Heimatstadt Calgary sowie ein paar Monate in North Carolina mit diversen Teams auf dem Eis mittrainiert.

Fitness nimmt einen wichtigen Platz in Ihrem Leben ein. In den sozialen Medien bieten Sie Fitness-Packages und -Pläne an. Wie kam es dazu?

Ich interessiere mich für Fitness und Workout, seit ich 14  Jahre alt bin. Seit letztem Sommer betreibe ich das nun auf einem neuen Level, indem ich mich noch mehr über alle Details informiert habe und zusammen mit einem Trainer in North Carolina auch als Fitnessberater tätig bin – und natürlich promote ich unser Unternehmen auf Social Media. Die Nachfrage nach Ernährungs- und Workout-Plänen ist gross. Also dachte ich mir: Wa­rum nicht mal so etwas probieren? Und es läuft gut, wir konnten bereits vielen Leuten helfen, sich in Form zu bringen.

Und gleichzeitig verdienen Sie ein wenig Geld dazu …

Ja, es hilft mir und meinem Trainer, nebenbei etwas dazuzuverdienen. In den letzten neun Monaten beispielsweise habe ich ja nirgendwo gespielt, da war der Zustupf ganz willkommen.

Führen Sie das Business derzeit auch von Freiburg aus weiter?

Ein kleines bisschen. Der Trainer aus North Carolina managt den Alltag mit den meisten Kunden. Ich bin nur ab und zu mit ihnen in Kontakt. Jetzt, da ich in der Schweiz bin, fokussiere ich mich in erster Linie auf das Eishockey.

Sie sind aber nicht nur Eishockey-Spieler und Fitness-Coach, sondern auch Influencer. Auf Twitter haben Sie 874 000 Follower, eine irrwitzige Zahl für einen in der Schweiz engagierten Eishockeyspieler.

Alexander Owetschkin, Jewgeni Malkin und P. K. Subban sind meines Wissens weltweit die einzigen Eishockeyspieler, die mehr Follower haben.

Wie ist das möglich?

Ganz zu Beginn interessierten mich die sozialen Medien überhaupt nicht. Als sie immer wichtiger wurden, eröffnete ich 2009 jedoch ein Twitterkonto – und habe schnell verstanden, wie ich davon profitieren konnte. Ich folgte möglichst vielen Leuten, die sich dann sagten: «Wow, Zach Boychuk folgt mir, da folge ich zurück.» Zeitweise hatte ich sogar eine App installiert, durch die ich pro Tag automatisch 20 000 Leuten folgte, das ist heute gar nicht mehr möglich.

Wie viel Zeit investieren Sie, um Ihre ganzen Abonnenten bei Laune zu halten?

Ich versuche, jeden Tag einen Post zu machen, sei es eine Ins­tagram-Story, etwas auf Twitter oder was auch immer. Allerdings bin ich im Sommer, wenn ich nicht spiele, deutlich aktiver. Während der Saison steht definitiv das Eishockey im Vordergrund, da achte ich darauf, den Fokus nicht zu verlieren. Vom Spengler-Cup zum Beispiel habe ich nur wenig gepostet, obwohl das attraktiv gewesen wäre. Ich wünschte, ich könnte mehr machen, vielleicht sollte ich während der Saison jemanden anstellen, der mir hilft. Denn im Moment mache ich noch alles selber.

Und Sie verdienen sich auch damit wieder etwas dazu …

Ja, viele Unternehmen geben mir Dinge gratis. Und einige zahlen gutes Geld, um Posts zu machen. Aber wenn du wirklich viel Geld machen und ein richtiger Influencer sein willst, musst du jeden Tag viel Arbeit da hineinstecken, den ganzen Tag schöne Bilder machen und posten. Während der Saison fehlt mir die Zeit dafür, im Sommer habe ich sie dann schon eher. Es ist arbeitsintensiv, aber wenn du viele Follower hast, kannst du gutes Geld machen.

Zurück zum Eishockey: Wie waren Sie letzte Saison mit Ihrem Gastspiel in Bern zufrieden? Sie wurden zwar Meister, spielten persönlich aber keine allzu wichtige Rolle …

Während der Saison als fünfter Ausländer zu kommen, ist nicht leicht. Trotzdem lief es in den ersten zehn Spielen sehr gut. Ich spielte in einer Toplinie mit Mark Arcobello und Simon Moser und skorte. Dann ging ich an den Spengler-Cup, wo es ebenfalls immer noch gut lief. Als ich dann zurückkam, wurde es immer schwieriger. Kleine Verletzungen, eine gewisse Müdigkeit nach einer langen Saison, die ich in Russland begonnen hatte – jedenfalls spielte ich in der zweiten Hälfte meines Gastspiels nicht mehr so gut. Trotzdem konnte ich viel lernen und in die neue Saison mitnehmen. Aber natürlich erhalte ich derzeit in Freiburg viel mehr Verantwortung. Ich spiele im ersten Powerplay-Block und in einer Scoring-Linie. Ich bin zudem auch froh, zurück auf der Center-Position zu sein. Von dem her ist es schon sehr anders als in Bern.

Welche Ziele verfolgen Sie nun in Freiburg?

Es bleiben nicht mehr so viele Spiele, jede einzelne Partie bedeutet mir deshalb sehr viel. Ich werde alles in die Waagschale werfen, damit das Team erfolgreich ist – und will damit gleichzeitig Werbung für mich machen, um auch nächstes Jahr einen Club in der Schweiz oder in der KHL zu finden.

Wie sieht es mit einer Rückkehr in die NHL aus? Gehört das ebenfalls noch zu Ihren Karrierezielen?

Ich weiss nicht genau. Nach Nordamerika zurückzukehren und dort in die AHL zu gehen, um zu versuchen, mich für die NHL aufzudrängen, wäre sicher cool. Aber ich bin jetzt 30  Jahre alt und weiss nicht, wie viele Jahre mir noch bleiben.

Sie absolvierten zwischen 2009 und 2015 für Carolina und Pittsburgh 127 NHL-Partien, kamen dabei auf 12  Tore und 18 Assists. Keine allzu beeindruckenden Werte für einen Erstrunden-Draft. Wie erklären Sie sich das?

Vielleicht wurde ich ein bisschen früh ins kalte Wasser geworfen. Mit 19, 20 spielte ich bereits viele Partien. Auch danach fühlte ich mich nie richtig wohl mit Carolina, wo ich einen grossen Teil meiner Karriere verbracht habe. Es war ein ständiges Hin und Her zwischen AHL und NHL, ich wurde aus dem NHL-Lineup gestrichen, dann kam ich wieder zurück, aber natürlich in der vierten Linie und so weiter. Am Ende hatte ich Angst zu spielen, Angst, den Puck zu bekommen – und so kannst du in der NHL natürlich nicht bestehen.

Ist es für Sie eine Option, auch nächste Saison in Freiburg zu spielen?

Ich habe mit dem Club noch nicht darüber gesprochen. Aber ich weiss, dass für nächste Saison schon viele Ausländer unter Vertrag stehen. In der Schweizer Liga gibt es nun einmal nicht allzu viele Plätze für Import-Spieler. Aber natürlich werde ich versuchen, mich aufzudrängen, und alles dafür machen, dass mich das Team mag – und dann werden wir sehen, was passiert.

Hatten Sie auch bereits Zeit dafür, Freiburg neben dem Eis zu erkunden?

Ja, meine Freundin war in den letzten Tagen zu Besuch. Zwar ist sie mittlerweile wieder nach Kanada zurückgeflogen, da sie in Calgary arbeitet, aber wir haben ein paar Spaziergänge zusammen gemacht. Wir haben die schöne Altstadt und viele nette Cafés entdeckt. Freiburg hat viele tolle Gebäude, schöne Kirchen und coole Quartiere – definitiv ein grossartiger Ort zum Leben.

Spiel gegen Lausanne

Gottéron mit dreieinhalb Linien

Im Heimspiel heute (19.45  Uhr) gegen Lausanne muss Gottéron im Sturm mit den verletzten Rossi, Schmutz, Walser, Desharnais und dem gesperrten Stalberg auf fünf Spieler verzichten. «Zum Glück ist der Spielplan momentan nicht allzu dicht. So kann ich die verbleibenden Stürmer forcieren», sagte Trainer Christian Dubé gestern. «Wir werden mit dreieinhalb Sturmlinien spielen.» Viel Eiszeit werden vor allem die Toptrios Sprunger/Boychuk/Mottet und Schmid/Bykow/Brodin erhalten. «Und mit Lhotak, Marchon und Vauclair haben wir einen soliden dritten Block.» Die vierte Linie, die wohl wenig auf dem Eis stehen wird, bilden Adrien Lauper sowie die Junioren Mathys Mojonnier und Nicolas Hasler.

In der Verteidigung fehlen mit Philippe Furrer und Marco Forrer ebenfalls zwei Spieler verletzungsbedingt.

Der heutige Gegner

Fakten zu Lausanne

• Die Lausanner haben sich zuletzt wieder gefangen. Nach zuvor fünf Niederlagen in Serie haben sie viermal in Folge gewonnen.

• Der Düdinger Christoph Bertschy ist mit 12 Toren und 13  Assists der zweitbeste Skorer der Waadtländer.

• Lausanne ist auswärts stärker als zu Hause. Während der LHC zu Hause mit 23  Punkten das schwächste Team der Liga ist, belegt er auswärts mit 30 Punkten Rang drei.

• Gegen Freiburg hat Lausanne beide bisherigen Saisonvergleiche 2:3 verloren.

 

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