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Intensiver gegen Täuschungen vorgehen

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Nicht immer ist im Kebabfleisch drin, was der Konsument erwartet. So haben der Freiburger Kantonschemiker Jean-Marie Pasquier und seine Berufskollegen aus den Kantonen Neuenburg, Jura, Waadt, Wallis und Genf im Jahr 2012 insgesamt 46 Kebab-Proben entnommen. 22 Prozent davon waren nicht konform. Sie enthielten nicht deklarierte Fleischerzeugnisse. Dies ist zwar nicht gesundheitsschädigend, doch der Konsument wird getäuscht. Im Kanton Freiburg waren von insgesamt zwölf Proben zwei Kebabzubereitungen betroffen.

Kein richtiger Basmatireis

Auch Wildtierarten, Fisch und Krebstiere, Basmatireis sowie Produkte mit der Angabe «natürliche Aromen» haben die kantonalen Laboratorien getestet. Eine grosse Anzahl der Proben haben sie zur Bestimmung der Authentizität untersucht. Beim Wild waren 13 Prozent nicht konform, beim Basmatireis 33 Prozent, beim Fisch 17 Prozent und bei den angeblich natürlichen Aromen 16 Prozent. Überall war nicht drin, was angegeben war. «Diese schlechten Resultate zeigen die Notwendigkeit, die Kontrollen im Bereich des Täuschungsschutzes noch zu verstärken», halten die sechs Kantonschemiker in einer gemeinsamen Mitteilung fest. Denn ihr Ziel sei es nicht nur, die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten zu schützen, sondern auch Täuschungen–wie es zum Beispiel beim Pferdefleisch-Skandal der Fall war–zu vermeiden.

 Von den 2800 Proben, die im Rahmen der 35 Kampagnen im Jahr 2012 in der Westschweiz entnommen wurden, waren neun Prozent problematisch. Stimmt etwas mit dem Produkt nicht, muss der Hersteller nach dem Grund für die Auffälligkeit suchen und die adäquaten Massnahmen treffen, damit das Produkt wieder als konform gilt. Als er in den Beruf eingestiegen sei, erklärt Jean-Marie Pasquier, sei die Milchverwässerung ein grosses Problem gewesen. Diese Situation habe sich inzwischen deutlich verbessert.

Verbotene Farbe in Süssem

Die Westschweizer Kantonschemiker haben zudem in Getränken, Confiserieartikeln und in süssen Makronen verbotene Farbstoffe oder zu hohe Farbkonzentrationen entdeckt. Von 245 untersuchten Proben waren 24 nicht in Ordnung. Bei 21 dieser Proben handelte es sich um Makronen, die es in den unterschiedlichsten Farben zu kaufen gibt. Dieses immer wiederkehrende Problem mache nicht nur intensivere Kontrollen, sondern auch strengere Sanktionen notwendig, betonen die Kantonschemiker.

 Mehr als ein Drittel der untersuchten metallenen Gegenstände wie Schmuck oder Kleiderknöpfe wiesen einen zu hohen Nickelgehalt auf. «Dies kann schwerwiegende Hautallergien auslösen», so Pasquier. Auch 85 Spielzeugproben wurden untersucht; insbesondere Masken und Schminkmaterialien für Kinder. Davon waren elf Prozent nicht konform. «Das ist nicht akzeptabel», sind sich die Kantonschemiker einig.

 Für alle Produkte, die den gesetzlichen Vorgaben nicht entsprachen, wurden administrative oder je nachdem auch strafrechtliche Massnahmen verfügt. In den gravierendsten Fällen mussten die Anbieter die Produkte vom Markt zurückziehen.

Westschweiz voraus

Für die sechs Westschweizer Kantone lohnt sich die Zusammenarbeit, wie Pasquier betont (siehe Kasten). «Einige Deutschschweizer Kantone beobachten unsere Kooperation mit Interesse», sagt er. Nicht nur Wissen und Kompetenzen, sondern auch die Kosten könnten dadurch optimiert werden.

«Einige Deutschschweizer Kantone beobachten unsere Kooperation mit Interesse.»

Jean-Marie Pasquier

Freiburger Kantonschemiker

Fortschrittlich: Sechs Mal die gleiche Software

D ie sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Genf, Neuenburg, Wallis, Waadt und Jura haben Ende 2010 eine Vereinbarung abgeschlossen, mit der sie die Basis für eine verstärkte regionale Zusammenarbeit bei der Kontrolle der Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände sowie im Veterinärwesen gelegt haben. Eines der Ziele der Vereinbarung war, eine einheitliche Software zu schaffen. Mit dieser arbeiten sie seit November 2012. Die Software verwaltet sämtliche Kontrolldaten (Inspektion, Entnahme, Analyse) dieser Kantone im Veterinär- und Lebensmittelbereich.

Das zweite Jahr in Folge haben die Laboratorien Proben ausgetauscht. Freiburg stellte den anderen Westschweizer Kantonen seine analytischen Mittel im Bereich der Wasseruntersuchung, der chemischen Analyse von Fleischzubereitungen und Fleischerzeugnissen, der chemischen Analyse von Käse, der Analyse von Kosmetika und der Untersuchung von metallenen Gebrauchsgegenständen zur Verfügung.

Im Gegenzug unterbreitete Freiburg dem Westschweizer Netz Proben zur Bestimmung der Authentizität von Basmatireis, zur Feststellung von Tierarten in Fleischzubereitungen und -erzeugnissen, zur Untersuchung von Kosmetika auf Allergene, für Dioxin- und cPCB-Analysen, zur Feststellung von Farbstoffen in Süsswaren, zur Identifizierung von Tierarten (Wild) und vielem mehr.

Zweimal pro Jahr besprechen die Inspektoren Ziel, Ort, Zeit und Anzahl der nächsten Analysen. ak

 

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